Hyperhidrose: Wenn der Schweiß in Strömen fließt - MOOCI

Hyperhidrose - Jetzt alle Informationen erfahren

Durch Schwitzen reguliert Dein Körper seine Temperatur, denn nur so kann er uns vor einer Überhitzung schützen. Somit ist Schwitzen in der Regel ein gesunder Mechanismus des Körpers. Zusätzlich wird überschüssiges Salz und Schadstoffe über die Schweißdrüsen ausgeschieden und so öffnen sich auch die Poren. Kommt es aber zu einem übermäßigen Schwitzen, auch bei geringer körperlicher Aktivität, so wird dies in der Medizin als Hyperhidrose bezeichnet. Die Betroffenen schwitzen hierbei, unabhängig von Temperatur oder Jahreszeit, übermäßig.

Dauer

Bis zu 60 Minuten

Ausfallzeit

Keine

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Was versteht die Medizin unter Hyperhidrose?

Unter Hyperhidrose versteht die Medizin eine übermäßige Schweißproduktion. Diese kann entweder lokal eingeschränkt sein oder sich auf den ganzen Körper beziehen. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Hyperhidrose-Formen. Es gibt die fokale Hyperhidrose, welche nur kleine und abgegrenzte Hautareale betrifft. Sind jedoch großflächige Körperbereiche betroffen, so bezeichnet man dies als generalisierte Hyperhidrose.

 

Übermäßiges Schwitzen ist für die Betroffenen sehr unangenehm

Wieso schwitzen wir?

Beim Schwitzen geht es in erster Linie um das Absondern von Schweiß, welcher in den Schweißdrüsen der Haut gebildet wird. Das sympathische Nervensystem regelt diesen Vorgang, denn durch Abgabe von Schweiß wird die Temperatur im Körper geregelt. Somit schützt das Schwitzen den Körper vor einer Überhitzung und ist daher lebenswichtig. Vor allem bei körperlicher Anstrengung oder hohen Temperaturen reagiert der Körper mit Schwitzen. Bei der Hyperhidrose hingegen kommt es zu ungeregelter Schweißabsonderung.

Wann spricht man von übermäßigem Schwitzen?

Übermäßiges Schwitzen heißt, dass der Betroffene unter einer hohen Schweißabsonderung leidet und schon bei geringer Belastung unverhältnismäßig viel Schweiß abgegeben wird. In der Wissenschaft heißt das, dass es zu mehr als 100 mg Schweiß pro cm²/min. kommt.

Wie sehen die Symptome einer Hyperhidrose aus?

Bei der Hyperhidrose kommt es zu erhöhter Schweißproduktion. Unabhängig von der Tätigkeit und der Außentemperatur produziert der Körper übermäßig viel Schweiß. Hierbei kann Hyperhidrose ein Symptom für eine weitere Erkrankung darstellen. Je nach Erkrankungsform schwitzen die Betroffenen entweder am ganzen Körper oder nur an bestimmten Hautarealen sehr stark.

Was sind die Ursachen einer Hyperhidrose?

Bei den Ursachen unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Hyperhidrose.

Die primäre Hyperhidrose steht mit keiner bestimmten Ursache in Verbindung. Auch die fokale Hyperhidrose, die hauptsächlich Handflächen, Fußsohlen und Achseln betrifft, fällt in diese Gruppe. Hier gehen Spezialisten davon aus, dass das Schweißzentrum im Hypothalamus äußerst sensibel auf Reize reagiert und dadurch schon frühzeitig zum Schwitzen anregt.

Bei der sekundären Hyperhidrose hingegen stellt die Hyperhidrose ein Symptom für weitere Erkrankungen dar. In vielen Fällen ist das übermäßige Schwitzen das erste bemerkbare Symptom einer anderen Erkrankung. Das heißt, Auslöser einer sekundären Hyperhidrose können viele unterschiedliche Erkrankungen sein. Jedoch sind es meist internistische und neurologische Erkrankungen. Aber auch Fettleibigkeit, Infektionen, bösartige Tumore und Diabetes können eine Ursache sein.

 

Eine Hyperhidrose lässt sich gut behandeln

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Bei der Diagnose klärt der Arzt ab, ob es sich tatsächlich um eine Hyperhidrose handelt. Der erste Schritt hierbei ist die Erhebung einer ausführlichen Anamnese, der Krankengeschichte. Die Symptome, die Du in diesem Zuge beschreibst liefern wichtige Hinweise und so kann der Behandler Ursachen abklären, die für das Schwitzen verantwortlich sind. Um den Schweregrad der Hyperhidrose ermitteln zu können, kann der Doktor zwei verschiedene Tests durchführen.

Beim Jod-Stärke-Test kann der Arzt mittels Jodlösung und Stärke neu gebildeten Schweiß farblich darstellen. Bei der gravimetrischen Messung wird Filterpapier an einer bestimmten Körperstelle aufgebracht und die Schweißmenge ermittelt. In weiterer Folge kann der Spezialist mithilfe einer speziellen Waage, die Menge messen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums aufgenommen wurde.

Welche unterschiedlichen Formen der Hyperhidrose gibt es?

Bei übermäßigen Schwitzen unterscheidet man hauptsächlich zwischen zwei verschiedenen Formen. Die fokale Hyperhidrose beschreibt eine erhöhte Schweißproduktion an einem kleinen Hautareal. Sie stellt einerseits ein ästhetisches Problem dar und andererseits kann dies auch eine massive Beeinträchtigung der sozialen und beruflichen Situation zur Folge haben. Bei einer generalisierten Hyperhidrose sind hauptsächlich großflächige Körperbereiche betroffen, daher müssen Betroffene meist mehrmals täglich die Kleidung wechseln. Durch das Tragen durchnässter Hemden oder Blusen leiden die Betroffenen sehr häufig an grippalen Infekten.

Wer ist davon betroffen?

Von dem übermäßigen Schwitzen sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen. Jedoch schwitzen Männer schneller und stärker als Frauen, weil sie mehr Haartalgdrüsen und Schweißdrüsen haben. Somit ist die männliche Haut ebenfalls meist fettiger. Aber auch die eigenen Gene können für übermäßiges Schwitzen verantwortlich sein, denn Hyperhidrose ist vererbbar. Wenn ein Elternteil an Hyperhidrose leidet, überträgt er dies zu 28% auf das Kind.

Welche nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In Abhängigkeit von den betroffenen Körperregionen unterscheidet der Arzt zwischen unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten.

In erster Linie werden Antiperspirantien eingesetzt. Dies sind Präparate für die lokale Anwendung, die Metallsalze, meist Aluminiumchlorid, enthalten. Jedoch ist die Wirkung bei schweren Formen der Hyperhidrose nicht ausreichend. Außerdem führt Aluminiumchlorid zu einem Verschluss der Schweißdrüsengänge.

Eine weitere Behandlungsmethode stellt die Botulinumtoxin-Injektion dar. Diese Injektionen helfen gegen starkes Schwitzen, vor allem in der Achselhöhle. Botulinumtoxin verhindert das Schwitzen, indem es die Reizübertragung auf die Schweißdrüsen blockiert. Es wird direkt in die oberen Hautschichten gespritzt. Die Botulinumtoxin-Injektionen in die Achselhaut sind kaum schmerzhaft. Im Bereich der Hände und Füße wird aufgrund der Schmerzhaftigkeit eine Anästhesie notwendig. Die Wirkung setzt nach wenigen Tagen ein und hält bis zu einem halben Jahr an. Diese Methode ist nicht dauerhaft und muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

 

Die Ursachen einer Hyperhidrose können unterschiedlich sein

Eine Methode, welche noch nicht so lange am Markt ist, ist miraDry®. Die Behandlung funktioniert, indem die Schweißdrüsen mithilfe von elektromagnetischer Energie bei etwa 60 Grad verbrannt werden. Die Drüsen können sich davon auch nicht mehr erholen, sodass die Behandlung eine dauerhafte Lösung sein soll. Es verbleiben keine Narben, da die Methode ganz ohne Skalpell funktioniert. Meist sind zwei Sitzungen notwendig, um ein optimales Ergebnis erzielen zu können. Der Arzt zeichnet zuvor das Areal an, welches behandelt werden soll. Anschließend betäubt er die Stelle und fährt dann nach und nach mit dem speziellen miraDry®-Handstück über Deine Haut. Insgesamt dauert die Prozedur in der Regel nicht länger als eine Stunde. Es muss allerdings gesagt werden, dass es keine Garantie gibt, dass die Methode immer funktioniert, zudem kann es sein, dass es nach der Behandlung zu Sensibilisierungsstörungen kommt.

Was muss ich vor einem operativen Eingriff beachten?

Vor dem Eingriff ist eine persönliche Konsultation mit dem Spezialisten notwendig. Dabei wird eine genaue Diagnose der Erkrankung gestellt. So bestimmt der Arzt den Grad der Hyperhidrose und die Notwendigkeit für einen operativen Eingriff. In weiterer Folge erfolgt eine Besprechung der Operationstechnik und den möglichen Risiken oder Nebenwirkungen.

Wie verläuft die operative Behandlung der Hyperhidrose?

Schwere Formen der Hyperhidrose behandeln Spezialisten auf zwei chirurgische Arten. c vDie erste Möglichkeit, die sogenannte Sympathektomie, besteht darin, die Nervenfasern der Schweißdrüsen nach ihrem Austritt aus dem Rückenmark zu durchtrennen. Vor allem bei einer übermäßigen Schweißproduktion an den Händen zeigt dieser Eingriff eine deutliche Verbesserung.

Bei starkem Schwitzen der Achseln wird eine andere Methode angewandt. Hierbei entfernt der Arzt die schweißdrüsentragenden Hautareale unter den Achseln mit einer örtlichen Betäubung operativ. Dies führt der Arzt entweder durch Herausschneiden oder durch Absaugen der Schweißdrüsen durch. Diese Behandlungsmethode führt zu einer dauerhaften Schweißreduktion, jedoch hinterlässt sie auch eine sichtbare Narbe im Bereich der Achselhöhle.

Was muss ich nach der Operation beachten?

Der Eingriff dauert in der Regel nur einige Stunden. Danach kannst Du den Alltag wieder wie gewohnt aufnehmen. Jedoch solltest Du nach der Behandlung auf Sport und Saunabesuche verzichten. Du bist nach dem Eingriff kaum eingeschränkt und musst nur für den Zeitraum von einer Woche eine Kompressionsweste tragen.

 

Nach der Behandlung von übermäßigem Schwitzen fühlen sich die Patienten meist viel wohler

Welche Nebenwirkungen und Risiken können auftreten?

Nebenwirkungen treten bei solch einem Eingriff sehr selten auf. Kurzzeitig können leichte Rötungen, blaue Flecken oder leichte Schwellungen auftreten. Beim Absaugen oder Ausschaben der Schweißdrüsen unter den Achseln kann es auch zu Heilungsproblemen kommen.

Kann ich danach noch schwitzen?

Das Ergebnis der Behandlung ist direkt nach der Behandlung spürbar und dauerhaft. Denn die zerstörten Schweißdrüsen können dann keinen Schweiß mehr produzieren und auch nicht mehr nachwachsen. Somit führt das Verfahren zu einer dauerhaften Reduzierung des Schwitzens.
 Nur in wirklich sehr seltenen Fällen regenerieren sich die Drüsen wieder und wenn, dann nur vereinzelt.

Was kann ich generell tun, um starkes Schwitzen zu vermeiden?

Übermäßiges Schwitzen zieht auch die Bildung von Körpergeruch nach sich. Um starkes Schwitzen möglichst zu vermeiden, gibt es einige Tipps.

Kleidung
In erster Linie spielt die Auswahl der richtigen Kleidung eine große Rolle. Enganliegende Kleidung und Stoffe mit einem hohen Polyesteranteil tragen nicht dazu bei, dass die Haut optimal atmet. Daher wäre es ratsam, Baumwolle oder Funktionstextilien, die den Schweiß besser aufnehmen können und atmungsaktiv sind, zu tragen.

Ernährung
Ein weiterer wichtiger Punkt wäre die ausreichende Wasserzufuhr des Körpers. Auch diejenigen, die unter Hyperhidrose leiden müssen genügend Wasser trinken und den Flüssigkeitshaushalt im Körper im Gleichgewicht zu halten. Um tendenziell weniger zu schwitzen, sollte auf die richtige Ernährung ein großer Wert gelegt werden. Wenn Du beispielsweise auf besonders salzige Nahrung, scharfe Gewürze und zu viel Fett verzichtest, kannst Du übermäßiges Schwitzen vermeiden.

 

Die richtige Ernährung kann bei starkem Schwitzen etwas helfen

Lebensstil
Alkohol- und Zigarettenkonsum zu gering wie möglich zu halten, wäre ein weiterer Faktor, der zu einer Verbesserung beitragen würde. Sowohl Zigaretten als auch alkoholische Getränke fördern die Schweißbildung und daher treten häufiger Schweißausbrüche aus. Durch Sport regelmäßig ins Schwitzen zu kommen hilft Schweißausbrüche zu minimieren. Je mehr Schweiß gezielt durch Sport produziert wird, desto seltener kommt es zu spontanen Schweißausbrüchen.

Wie setzen sich die Kosten eines operativen Eingriffs zusammen?

Die Zusammensetzung der Kosten hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Da die Behandlung in einer Klinik oder Praxis/ Ordination erfolgt, wird in erster Linie die Anmietung des OP-Saals, je nach Dauer des Eingriffs, berechnet. Aber auch die ersten Stunden nach der Operation gehören mit einkalkuliert. Hier können ebenso unterschiedliche Preise entstehen, da die Preiszusammensetzung davon abhängig ist, wie viele Krankenschwestern auf der jeweiligen Station arbeiten.
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Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Nein, die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung von Hyperhidrose nicht. Denn es stellt aus medizinischer Sicht kein gesundheitliches Risiko dar, sondern ist vielmehr ein ästhetisches Empfinden. Da aber viele Betroffenen darunter leiden, entschließen sich viele dazu, den Eingriff privat durchführen zu lassen. Nur in sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt, meist für die Botoxbehandlung. Allerdings solltest Du dies davor mit Deinem Versicherungsträger abklären.

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Unter Hyperhidrose versteht man eine übermäßige Schweißproduktion
  • Durch das Schwitzen wird die Körpertemperatur geregelt, denn nur so kann uns der Körper vor einer Überhitzung schützen
  • Hyperhidrose kann entweder lokal eingeschränkt sein oder sich auf den ganzen Körper beziehen
  • Hyperhidrose kann ein Symptom für eine andere Erkrankung darstellen
  • Es gibt sowohl konservative als auch operative Behandlungsmethoden
  • Die richtige Kleidung, regelmäßiger Sport und die richtige Ernährung können Dir helfen, das übermäßige Schwitzen zu vermeiden

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Quellen

Engelhardt Lexikon Orthopädie und Unfallchirurgie (letzter Aufruf: 17.06.2019)

MSD Manual

Österreichische Gesellschaft für Dermatochirurgie

 

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