Blutschwamm? Bei uns wirst Du ihn los! - MOOCI

Blutschwamm - Jetzt alle Informationen erfahren

Beim Blutschwamm, auch bekannt als Hämangiom, Blutschwämmchen oder „Storchenbiss“, handelt es sich um eine gutartige Wucherung der inneren Gefäßwand. Oftmals tauchen diese Male wenige Tage oder Wochen nach der Geburt auf. In den meisten Fällen sind die Hämangiome harmlos und verschwinden sogar von selbst wieder, doch manchmal bleibt nichts anderes übrig, als das Blutschwämmchen zu behandeln. Wir klären Dich in diesem Beitrag unter anderem darüber auf, was die Ursachen sind, wie genau die Symptome aussehen und wann eine Operation wirklich notwendig ist.

Dauer

-

Ausfallzeit

-

Stationär

-
Unverbindliche Anfrage stellen

Was versteht die Medizin darunter?

Die Medizin versteht unter Hämangiome gutartige Tumore, welche sich in den Gefäßen befinden. Diese wachsen nur langsam und müssen nur in seltenen Fällen entfernt werden. Meist haben sie jedoch für die Betroffenen keine negativen Folgen.

Wie wird ein Blutschwamm diagnostiziert?

Für den Spezialisten ist ein Hämangiom in der Regel einfach zu erkennen. Um jedoch weitere Gefäßfehlbildungen ausschließen zu können, führt er mit Dir ein ausführliches Gespräch darüber, wann die Blutschwämmchen das erste Mal in Erscheinung getreten sind, und ob es sich verändert hat. Zudem beobachtet der Arzt das Hämangiom über eine längere Zeit und kann so sicher gehen, dass es sich tatsächlich um einen Blutschwamm handelt. Sobald der Verdacht besteht, dass sich das Hämangiom nach innen hin vergrößert, untersucht der Mediziner die Hautstelle genauer und macht gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung oder ein MRT.

Was sind die Ursachen?

Blutschwämmchen entstehen dann, wenn sich neue Blutgefäße ausbilden und dabei beginnen zu wuchern. Bislang sind die Gründe, weshalb sich die Blutgefäße neu bilden und es aus diesem Grund zu den gutartigen Tumoren kommt, noch nicht geklärt. Die Medizin geht davon aus, dass es eventuell auch vererbbar sein kann. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit ein Hämangiom zu bekommen ansteigt, wenn auch schon Familienmitglieder davon betroffen sind oder waren.

Wie sehen die Symptome aus?

Blutschwämmchen erkennst Du an ihrer bläulichen oder rötlichen Verfärbung. Dabei kann es sich um eine Art „Fleck“ auf der Haut handeln oder um eine Erhebung, sodass Du das Hämangiom deutlich spüren kannst. Liegt der Blutschwamm tief unter der Haut, dann sieht er einem blauen Fleck oftmals zum Verwechseln ähnlich.

Welche Folge kann ein Blutschwamm haben?

Blutschwämmchen sind harmlos und haben in der Regel keine negativen Auswirkungen auf die eigene Gesundheit. Allerdings kann es durchaus vorkommen, dass die Hämangiome unkontrolliert weiter wachsen und es dadurch zur Beeinträchtigung kommen kann. Befindet sich das Blutschwämmchen beispielsweise am Auge, dann haben die Betroffenen oftmals das Problem, dass sich dies nachteilig auf das Sichtfeld auswirkt. Ist dem so, dann ist es notwendig, den Blutschwamm entfernen zu lassen.

Wer ist davon betroffen?

Blutschwämmchen tauchen am häufigsten bei Babys auf und das in den ersten Tagen oder Wochen direkt nach der Geburt. Es ist allerdings auch möglich, dass der Säugling bereits mit dem Hämangiom auf die Welt kommt. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Blutschwamm geboren zu werden, oder eines zu entwickeln, ist bei Mädchen ungefähr dreimal höher als bei Jungs. Bei Erwachsenen hingegen ist es eher selten, dass sich ein Blutschwämmchen ausbildet. Erst ab einem höheren Alter kann dies vorkommen, dabei handelt es sich dann allerdings um das sogenannte „tardive Hämangiom“.

Was sind „tardive Hämangiome“?

Tardive Hämangiome bilden sich erst in den späteren Jahren, und zwar so ab dem 40. Lebensjahr herum. Mit dem ansteigenden Alter vermehren sich die roten Pünktchen und Knötchen häufig. Meist treten die Hämangiome im Oberkörperbereich auf, aber auch im Intimbereich können sie erscheinen. Ist bei Dir die Bildung von Blutschwämmchen stark veranlagt, dann ist es auch nicht ungewöhnlich, dass Nase, Kinn und Ohren ebenfalls davon betroffen sind. So wie die Blutschwämmchen bei Babys und Kindern, sind auch die tardiven Hämangiome vollkommen ungefährlich und müssen nur behandelt werden, wenn sie Deine Lebensqualität einschränken. Tardive Hämangiome entstehen, wenn sich Blutgefäße erweitern und sich die Gefäßschlingen mit Blut füllen. Dadurch bilden sich die typischen roten Knötchen. Bei Erwachsenen bleiben die Blutschwämmchen dauerhaft, sie bilden sich also nicht zurück. Sollten sich die roten Punkte dunkel verfärben, ist es ratsam einen Dermatologen aufzusuchen, damit mögliche Hauterkrankungen ausgeschlossen werden können.

Welche Körperstellen sind am häufigsten davon betroffen?

Grundsätzlich ist jedoch überall dort eine Entstehung von Blutschwämmen möglich, wo sich Blutgefäße befinden, das bedeutet also, dass sie an allen Körperstellen auftauchen können. Es richtet sich allerdings auch etwas danach, welche Form von Blutschwämmchen vorliegt.

Welche Formen gibt es?

Vom infantilen Hämangiom gibt es zwei Haupt- und mehrere Sonderformen.

Lokalisierte Blutschwämmchen
Das ist die häufigste Form der Hämangiome. Etwa 90% lassen sich deutlich lokalisieren, das bedeutet, dass sie begrenzt sind und von nur einem Punkt ausgehen. Insgesamt lässt sich diese Form in „kutan“ und in „subkutan“ einteilen. „Kutan“ bedeutet, dass der Blutschwamm flach oder erhaben sein kann und sich auf der Hautoberfläche befindet. Befinden sich die Blutschwämmchen unter der Haut, dann spricht die Medizin von „subkutan“. Eine Kombination aus beiden Formen ist ebenfalls möglich.

Segmentale Hämangiome
Diese Form kommt eher selten vor. Die Blutschwämmchen finden sich oftmals im Kopfbereich, bei den Armen und an der Lendenwirbelsäule. Anders als die lokalisierte Form, sind die segmentalen Hämangiome größer und ausgedehnter. Sie nehmen in den meisten Fällen schnell an Größe zu.

Sonderformen

  1. „Rapid Involuting Congenital Hemangioma“ (RICH): Darunter versteht die Medizin Blutschwämmchen, welche schon bei der Geburt vollständig entwickelt sind und sich schnell zurückbilden, sodass meist bis zum dritten Lebensjahr nichts mehr davon zu sehen ist
  2. „Non Involuting Congenital Hemangioma“ (NICH): Die Blutschwämmchen bilden sich nicht selbstständig zurück, wachsen jedoch auch nicht weiter
  3. „Benigne Neonatale Hämangiomatose“: Hierbei handelt es sich um viele kleine Hämangiome, welche von Form und Größe an Stecknadelköpfe erinnern. In der Regel bilden sie sich von allein und ganz spontan wieder zurück. Sollten es mehr als sieben dieser Blutschwämmchen sein, dann ist es ratsam, Deinen Arzt einen Blick darauf werfen zu lassen um ausschließen zu können, dass auch innere Organe davon betroffen sind.
  4. „Disseminierte Neonatale Hämangiomatose“: Bei dieser Form ist nicht nur die obere, äußere Hautschicht von Blutschwämmchen gezeichnet, sondern auch die inneren Organe, wie zum Beispiel Leber oder Milz.

Welche Stadien gibt es?

Insgesamt gibt es drei verschiedene Stadien, welches das infantile Hämangiom durchläuft.

  1. Die Wachstumsphase, welche etwa sechs bis neun Monate dauert.
  2. Stillstand: Die Größe des Blutschwämmchens bleibt gleich.
  3. Die Rückbildungsphase: Der Blutschwamm bildet sich nach und nach zurück. Meist ist es bis zum 9. Lebensjahr wieder komplett verschwunden.

Wie lässt sich ein Blutschwamm behandeln?

Nicht immer ist eine Operation bei Blutschwämmchen sinnvoll. Ganz im Gegenteil: Oftmals ist eine invasive Therapie nicht notwendig, da eine der schonenderen Methoden anschlägt. Welche Methoden es gibt, haben wir für Dich zusammengefasst.

Kortison
Bei einigen Blutschwämmchen besteht die Möglichkeit, diese mit Kortison behandeln zu lassen. Dieser Wirkstoff kommt meist dann zum Einsatz, wenn das Hämangiom sehr groß ist und rasant weiter wächst, mehrere Blutschwämmchen gleichzeitig vorliegen oder es im Gesicht sitzt und sich verstreut vergrößert. Wenn der Blutschwamm sich an einer Stelle befindet, welche gar nicht oder nur schwer zu erreichen ist, dann ist auch hier meist Kortison üblich. Die Behandlung muss oftmals über mehrere Wochen erfolgen, damit sie wirklich anschlägt. Die Nebenwirkungen von Kortison sind hoch. Bluthochdruck, Probleme im Magen-Darm-Bereich oder leichte Brüchigkeit der Knochen sind nur wenige davon. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass das Medikament genauso angewendet wird, wie es der Arzt anordnet.

Betablocker (Propranolol)
Das Medikament verabreicht der Arzt in Tablettenform. In der Regel wirkt es schon innerhalb weniger Stunden, spätestens nach wenigen Tagen. Das kannst Du daran erkennen, dass der Blutschwamm langsam weicher wird, da er nicht mehr richtig durchblutet wird. Die Nebenwirkungen sind meist harmlos. Zu ihnen gehören beispielsweise nächtliche Unruhe oder Durchfall. Nur bei etwa 17% der behandelten Kinder kam es nach der Beendigung der Therapie erneut zu einem Wachstum des Blutschwämmchens. Doch nicht bei allen Patienten ist eine Behandlung mit dem Betablocker überhaupt möglich, das kann jedoch nur Dein Arzt, beziehungsweise der Kinderarzt entscheiden.

Laserbehandlung
Mittels Laser lassen sich nicht nur sehr große Blutschwämmchen verkleinern, sondern ebenfalls kleine Hämangiome im besten Fall komplett beseitigen. Die Behandlung kann etwas unangenehm sein, da sich die Lichtimpulse des Lasers wie Nadelstiche anfühlen. Der Laser ist jedoch nicht bei allen Formen der Bluschwämmchen anwendbar, da die Strahlen meist über eine zu geringe Eindringtiefe verfügen und somit tiefliegende Blutschwämmchen nur schwer bis gar nicht erreichbar sind. Es gibt kaum Nebenwirkungen, allerdings kann die behandelte Stelle anschließend etwas jucken und brennen. Normalerweise gehen diese Symptome jedoch nach kurzer Zeit wieder weg. Schwellungen sind ebenfalls normal und können bis zu drei Tage andauern. Am besten wirkst Du den Schwellungen mit einem Kühlpack entgegen. Zudem ist eine bläulich-schwärzliche Verfärbung möglich, doch das ist nicht weiter bedenklich! Innerhalb von zwei Wochen nimmt Deine Haut wieder ihre normale Farbe an. Bis Du das vollständige Ergebnis siehst kann es bis zu sechs Wochen dauern. Du solltest vor allem in den ersten Tagen nach der Behandlung vorsichtig mit der behandelten Stelle umgehen. Vermeide für zwei Monate direkte Sonneneinstrahlung.

Kryotherapie
Bei der Kryotherapie werden die Hämangiome vereist, und zwar unter Verwendung von flüssigem Stickstoff. Dieser bildet beim Kontakt mit der erkrankten Haut im Gewebe Eiskristalle, wodurch dieses abstirbt. Zu den Risiken gehört die Narbenbildung, das passiert jedoch eher selten. Die Bildung von Blasen oder Krusten in den Tagen nach der Behandlung kommt häufiger vor, ist aber ein normaler Vorgang. Wie auch bei der Lasertherapie ist es hier möglich, dass sich Deine Haut direkt nach der Behandlung blau-schwarz verfärbt, doch innerhalb von zwei Wochen kommt neue Haut zum Vorschein, welche wieder eine normale Farbe hat. Die Behandlung eignet sich eher für Blutschwämme mit einem Durchmesser bis zu einem Zentimeter.

Operation
Bleibt die erhoffte Wirkung der nicht-invasiven Methoden aus, dann hilft nur noch eine Operation. Allerdings führen Ärzte in der Regel nur dann Operationen bei Hämangiomen durch, wenn diese gesundheitliche Probleme beim Patienten hervorrufen, oder die Gefahr besteht, dass es zu funktionellen Einbußen kommt, wie etwa, wenn sich das Hämangiom unmittelbar am Auge, Mund oder an der Nase befindet. Der Arzt trägt das Blutschwämmchen während dem Eingriff vorsichtig ab. Falls der Chirurg nicht alles entfernen konnte, ist es zudem möglich, die verbliebenen Reste mithilfe einer Lasertherapie zu entfernen.

Kann ich ein Hämangiom vorbeugen?

Nein, Blutschwämmchen lassen sich nicht vorbeugen, da es sich der Wahrscheinlichkeit nach um eine genetische Veranlagung handelt, ob sich Hämangiome bilden oder nicht.

Was Kostet eine Behandlung?

Möchtest Du Dir ein Blutschwämmchen entfernen lassen, da es Dich aus ästhetischen Gründen stört, dann musst Du die Kosten hierfür selbst tragen. Der Preis orientiert sich an der Methode und an der Anzahl der zu entfernenden Blutschwämmchen. Die Kosten setzen sich aus nicht nur aus der Behandlungsart, sondern auch aus der Anzahl der Sitzungen, der Größe des zu behandelnden Areals, der verwendeten Materialien und Medikamente und natürlich aus dem Honorar des Dermatologen zusammen. Während eines Beratungsgespräches kann Dir der Arzt einen genauen Preis nennen, welcher auf Dich abgestimmt ist.
Preis für Behandlung eines Blutschwämmchens anfragen

Wann übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Beeinträchtigt der Blutschwamm die Lebensqualität des Betroffenen, dann ist es medizinisch notwendig, diesen zu entfernen. Hier übernehmen die Krankenkassen in der Regel die anfallenden Kosten. Informiere Dich aber am besten vor dem Eingriff bei Deinem Versicherungsträger.

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Bei Blutschwämmchen handelt es sich um gutartige Tumore, welche bei Babys meist in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt erscheinen
  • Hämangiome entstehen, wenn sich Blutgefäße ausbilden und dabei zu wuchern beginnen
  • In der Regel haben Hämangiome keine negativen Konsequenzen für die Betroffenen und verschwinden vor dem 9. Lebensjahr ohne Behandlung von selbst wieder
  • Befindet sich der Blutschwamm an Nase, Auge oder Mund, dann kann dieser die Lebensqualität einschränken und eine Behandlung ist notwendig
  • Blutschwämmchen lassen sich oftmals mit Kortison, Betablockern oder Lasern behandeln
  • Bei Erwachsenen kommt das „tardive Hämangiom“ häufig vor und, zwar vermehrt ab dem 40. Lebensjahr
  • Auch wenn es sich bei Hämangiome um gutartige Tumore handelt, solltest Du diese genau beobachten und bei Veränderungen einen Dermatologen aufsuchen

 

Finde jetzt Deinen passenden Arzt

 

Quellen

Deutsche Dermatologische Gesellschaft

Medizinische Universität Wien

Herdegen, T.: Kurzlehrbuch Pharmakologie, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2005

Du möchtest Dich näher informieren?

Unsere Spezialisten beraten Dich gerne: persönlich, unverbindlich und kostenfrei.
Rufe uns einfach an: + (01) 5813475 (Mo-Fr: 09:00-18:00 Uhr), oder nutze unser Kontaktformular.

Spezialisten in Deiner Nähe

Jetzt unverbindliche Frage stellen

Schritt 1 von 2

50%

Das menschliche Immunsystem dient der Abwehr von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten. Zur korrekten Durchführung dieser Aufgabe muss es in der Lage sein, zwischen körperfremden und körpereigenen Strukturen unterscheiden zu können. Ist diese Differenzierung nicht mehr möglich, kann es zu einem Angriff des Immunsystems auf körpereigenes Gewebe kommen, was meist gravierende Schäden im Körper hervorruft und für Betroffene mitunter einen lebensbedrohlichen Zustand darstellen kann.

Eine oberflächliche Venenentzündung ist eine akute Entzündung der Venenwand einer oberflächlichen Vene. Sie ist eine häufig auftretende Erkrankung und steht meist im Zusammenhang mit Krampfadern. Diese schmerzhafte Entzündung kann sich über mehrere Wochen ziehen. Wir haben Dir alle wichtigen Informationen zu Erkrankung, Symptomen, Behandlung und Heilung zusammengestellt.

Plötzlich sind sie da: Kleine Hautwucherungen. Vor allem Hände und Füße sind oftmals von der Virusinfektion, welche sich als Warze bemerkbar macht, betroffen. Zwar handelt es sich hierbei um eine harmlose Hautveränderung, trotzdem kann sie Beschwerden verursachen. Gerade an der Fußsohle kann sich ein Warze als sehr unangenehm herausstellen. Viele Betroffene stören sich ebenfalls aus ästhetischen Gründen an den Hautwucherungen und möchten diese beseitigen.