Schmerzhafte Eiterbeulen auf der Haut? Furunkel! - MOOCI

Furunkel - Jetzt alle Informationen erfahren

Furunkel sind schmerzhafte Eitertropfen, die sich um Haarfollikel bilden und stark ansteckend sind. Die typischen Symptome sind eitrige Knoten mit einem Durchmesser bis zu zwei Zentimeter. Der falsche Umgang kann schwerwiegende Konsequenzen haben, weshalb eine vorsichtige und hygienische Behandlung besonders wichtig ist.

Dauer

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Was versteht die Medizin darunter?

Durch eine bakterielle Infektion mit Staphylococcus aureas können sich Haarfollikel und das  Gewebe drumherum entzünden, es entsteht ein eitriger Furunkel. Als eine Form des Abszesses sind Furunkel tiefliegende Entzündungen, die sehr schmerzhaft werden können. Furunkel sind ansteckend, weshalb man auf hohe Hygienestandards während der Pflege und Behandlung achten sollte.

 

Wie sehen die Symptome aus?

Furunkel zeigen sich meist in Form von sichtbaren Hauterhebungen. Der Eiterkern ist sichtlich von rötlichem Gewebe umgeben und kann einen Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern bekommen. Furunkel können durch erste Anzeichen, wie kleine Pusteln in deren Mitte ein Haar ist, erkannt werden. Die entzündete Stelle breitet sich auf das umliegende Gewebe aus, nimmt an Größe zu und spannt sich prall über die Hautoberfläche.

Auftreten können die Entzündungen überall dort, wo Haare sind, allerdings entstehen sie im Gesicht, im Nacken, in den Achselhöhlen, am Po und an den Oberschenkeln am häufigsten.

Welche Ursache hat ein Furunkel?

Furunkel entstehen durch Bakterien – meistens Staphuloccus aures – die durch die Atemorgane in die Blutbahn eintreten. Begünstigt wird dieser Vorgang durch eine Immunschwäche. Nach Eindringen wandern die Bakterien durch Haarbälge und Schweißdrüsen tiefer und infizieren Haarfollikel. Begünstigt wird dieser Prozess durch eine unerkannte Zuckererkrankung oder durch einen falsch eingestellten Diabetes. Allerdings kann enge Kleidung ebenfalls zu Furunkel führen. Auch nach der Rasur oder Enthaarung sollte man darauf achten Hautstellen zu desinfizieren und Schnitte zu behandeln oder vorzubeugen.

Wie wird ein Furunkel diagnostiziert?

Ärzte erkennen Furunkel meistens sehr einfach nach einer raschen Untersuchung der Haut. Um allerdings eine genaue Diagnose zu erstellen, können Ärzte einen Abstrich erstellen und den Eiter in einem Labor untersuchen lassen. Dadurch kann der genaue Erreger identifiziert werden. Da Diabetes ein Erreger von Furunkel sein kann, ist eine Diagnose ohne eine Blutzuckerbestimmung nicht vollständig.  Zuletzt sollten auch Immunkrankheiten wie Aids und Krebs abgeklärt werden, wenn neben dem Furunkel auch eine Immunschwäche festgestellt wird.

Wer ist davon betroffen?

Von Furunkeln kann jeder betroffen sein. Sie kommen genauso bei gesunden und jungen Menschen vor wie auch bei älteren oder immungeschwächten Personen. Häufiger treten sie bei Diabetikern und adipösen Personen auf. Menschen, die in Massenunterkünften in unhygienischen Bedingungen leben, sind öfter infiziert.

Welche Körperstellen können von einem Furunkel betroffen sein?

Furunkel können sich um jedes Haarfollikel bilden und deshalb am gesamten Körper auftreten. Trotzdem häufen sie sich an bestimmten Stellen. So treten sie vor allem im Gesicht, im Nacken, in den Achselhöhlen, am Po, im Schambereich, am After und an den Oberschenkeln besonders häufig auf. Auch an Ohr und Nase können sich Furunkel bilden.

Besonders vorsichtig sollte man bei allen Furunkeln im Gesicht und im Nacken sein, beispielsweise an der Oberlippe oder Nase. Sollten diese Furunkel platzen, könnten Bakterien ins Hirn gelangen und dort großen Schaden anrichten. Deshalb wird oft angeraten die betroffenen Körperregionen möglichst wenig zu bewegen und andere Maßnahmen zu ergreifen, die den Furunkel schonen.

Welche Folgen hat ein Furunkel für Betroffene?

Kleine Furunkel an unbedenklichen Körperstellen, aber auch schwierigere Furunkel, heilen bei gutem Krankheitsverlauf von selbst ab, hinterlassen meist nur kleine Narben und haben deshalb kaum Folgen. Trotzdem können Furunkel für Betroffene eine große Strapaze darstellen, da die schmerzhaften Eiterbeulen mit Stigma behaftet sind und so eine psychische Belastung werden können.

Welche Komplikationen kann ein Furunkel mit sich bringen?

Wenn Furunkel nicht ordentlich abheilen oder falsch behandelt werden, können verschiedene Komplikationen eintreten. Wenn sich Furunkel an einer Stelle vermehren, formen sie ein Karbunkel, welcher durch sein Ausmaß die allgemeinen Beschwerden meist verstärkt. Schwerwiegender sind die Auswirkungen von Furunkel allerdings, wenn die Bakterien der Furunkel in den Blutkreislauf eindringen. Es kann zu einer Entzündung der Lymphbahnen kommen, die eine Schwellung der Lymphknoten verursacht. Auch eine Blutvergiftung (eine Sepsis) ist nicht auszuschließen. Besonders gefährlich sind Furunkel im Gesicht, welche oft am Augenlid, auf der Oberlippe oder an der Nase entstehen. Neben Erkrankungen der Augenhöhlen können die Bakterien auch eine lebensgefährliche Hirnhautentzündung (eine Meningitis) auslösen oder zu einer Hirnvenenthrombose führen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Furunkel und einem Abszess?

Furunkel können leicht mit Abszessen oder Pickeln verwechselt werden, da alle schmerzhafte und oftmals tiefe Entzündungen sind. Anders als Pickel, die sich in Talgdrüsen bilden, sind Furunkel allerdings spezielle Formen von Abszessen. Abszesse, wie auch Furunkel, sind mit Eiter gefüllt und bilden nach einer Gewebseinschmelzung abgekapselte Hohlräume. Während sich Abszesse allerdings nicht nur im Hautbereich, sondern auch entlang innerer Organe bilden, entstehen Furunkel ausschließlich um Haarbälge herum.

Was ist ein Karbunkel?

Es kann vorkommen, dass mehrere Haarfollikel nebeneinander entzünden sind. Diese Formation an Furunkeln nennt sich Karbunkel. Oftmals sind die einzelnen Furunkel kleiner und liegen näher an der Oberfläche. Trotzdem kann es zu tiefen Eiteransammlungen kommen und mit denselben schmerzlichen Symptomen einhergehen. Diagnostiziert und unterschieden werden Karbunkel durch ihr Erscheinungsbild.

 

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Furunkel dürfen keinesfalls selbst ausgedrückt werden. Nicht nur wird dadurch die Narbenbildung gefördert, der ansteckende Eiter kann aber auch umliegendes Gewebe schädigen oder in die Blutlaufbahn eindringen.

Normalerweise sollte ein Furunkel von selbst abheilen. Wenn der Furunkel reif ist, kommt es zu einer Spontanentleerung des prallen Tropfens und der Eiter fließt ab. Da der Druck nachlässt, bessern sich die Schmerzen sofort.

Sollte der Furunkel nicht von selbst abheilen, können verschiedene Behandlung die Heilung der betroffenen Stelle vorantreiben. Dabei kommt es vor allem auf die Stelle und die Ausprägung des Furunkels an. Ein hoher Standard an Hygiene ist bei der Behandlung besonders wichtig, da Keime aus dem Eiter andere Körperstellen oder Personen infizieren könnten.

Unkomplizierte Furunkel werden desinfiziert und können zusätzlich mit warmen Kompressen behandelt werden. Die Wärme und Feuchtigkeit führen oft zu spontanen Entleerungen des Eiters und die Stelle kann beginnen zu heilen. Die Anwendung von Zugsalbe, in welcher der Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat enthalten ist, und der die Heilung beschleunigen kann, ist umstritten. Die Creme ist entzündungshemmend und mindert die Talgproduktion. In manchen Fällen kann die Salbe allerdings zu Abszessen führen. Die Anwendung solltest Du deshalb jedenfalls mit einem Arzt abklären.

Wenn Furunkel im Anfangsstadium sind und noch kein Eitertropf vorhanden ist, können Furunkel-Salben hilfreich sein, welche gefäßerweiternde Eigenschaften besitzen. Sobald der Furunkel reif ist, ritzt der Arzt diesen mit einem Skalpell an, um eine Druckentlastung zu bewirken. Besondere Maßnahmen müssen bei Furunkeln im Gesicht getroffen werden. Um eine Infektion des Gehirns vorzubeugen, welche möglich ist, wenn Bakterien in die Blutlaufbahn eindringen, sollte das Gesicht so wenig wie möglich bewegt werden.

Wenn Komplikationen erwartet werden oder eintreten, können Furunkel auch mit Antibiotika behandelt werden. In den meisten Fällen werden Antibiotika dann verschrieben, wenn sich die Entzündung über die Lymphwege verbreitet, Fieber auftritt oder der Puls erhöht ist.

Gibt es auch Hausmittel, welche bei einem Furunkel helfen?

Neben den oben beschriebenen, medizinischen Eingriffen gibt es auch einige Hausmittel, die die Heilung des Furunkels beschleunigen.

Vor allem feucht-warme Umschläge und Kompressen eignen sich als Hausmittel gegen Furunkel. Ringelblumen-Tinktur kann Entzündungen hemmen und bei der Eiterung helfen. Arnikapräparate können die Reifung des Furunkels beschleunigen. Auch die antibakterielle Wirkung von Teebaumöl kann den Heilungsprozess unterstützen. Zusätzlich hat Teebaumöl eine trocknende Wirkung. Außerdem können Heilerde, Honig, Jodsalbe, Quark, Joghurt und Rotlicht angewendet werden, um gegen die Furunkel zu wirken.

Sind Furunkel ansteckend?

Furunkel können stark ansteckend sein. Um eine Infektion von anderen Personen und eine Übertragung von Keimen auf andere Körperstellen zu verhindern, sollten aufgeplatzte Furunkel vorsichtig desinfiziert werden. Bei der Pflege und Behandlung ist ein hoher Hygienestandard einzuhalten. Desinfizierende Salben und Lösungen haben nicht nur den Vorteil, dass eine Ansteckung vermieden wird, sondern unterstützen zusätzlich auch den Heilungsvorgang.

Kann ich einen Furunkel selbst entfernen?

Furunkel sind stark ansteckend, weshalb sie keinesfalls ausgedrückt werden dürfen. Wie oben beschrieben, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Um Furunkel zu entfernen, sollten warmen Kompressen und desinfizierende Salben vorsichtig angewendet werden. Nachdem ein Furunkel berührt wurde, ist es besonders wichtig, dass Du Deine Hände gründlich wäschst. Sobald ein Furunkel sehr schmerzhaft wird, sollte allerdings ein Arzt aufgesucht werden. Das Gleiche gilt, wenn ein Furunkel immer wiederkehrt oder sich stark ausbreitet.

Kann ich ein Furunkel vorbeugen?

Wenn man sich an einige, grundsätzliche Hygienemaßnahmen hält, kann man Furunkel bedingt vorbeugen. Allgemein sollten Infektionen der Haut verhindert werden, beispielsweise durch regelmäßiges Händewaschen und -desinfizieren. Bettwäsche und Handtücher sollten häufig gewechselt werden. Nach der Rasur sollte die Haut desinfiziert und Einwegrasierer entsorgt werden. Auch anliegende oder stark scheuernde Kleidung kann Furunkel bedingen und sollte deshalb vermieden werden. Bei Diabetikern ist es wichtig, die richtige Blutzuckerspiegeleinstellung zu haben, da falsche Einstellungen die Entstehung von Furunkeln begünstigen können.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel übernehmen Versicherungsträger die Kosten für die Behandlung von Furunkeln, Karbunkeln und Abszessen. Allerdings solltest Du dies zuvor mit Deinem Versicherungsträger abklären, denn es kann vorkommen, dass nicht alle Behandlungsmethode, gedeckt sind und Du eventuell eine Behandlung komplett oder teilweise selbst zahlen musst.

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Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Furunkel sind eitrige Abszesse, die sich um ein Haarfollikel bilden, sehr schmerzhaft werden können und ansteckend sind
  • Furunkel können überall auftreten, häufen sich allerdings im Gesicht, im Nacken und im Genitalbereich. Jeder kann von Furunkeln betroffen sein, besonders häufig treten sie bei Diabetikern und adipösen Menschen auf
  • Da Furunkel ansteckend sind, dürfen sie keinesfalls selbst ausgedrückt werden, sondern müssen mit warmen Kompressen, desinfizierenden Salben und eventuell Antibiotika behandelt werden, bis sie reif sind und sich entleeren
  • Um Furunkel vorzubeugen, sollten vor allem hohe Hygienestandards an den Tag gelegt werden

 

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Quellen

 

Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie, Georg Thieme Verlag, 8. Auflage, 2016

Röcken, M., Strölin, A.: Hautkrankheiten und Diabetes. In Häring et al.: Diabetologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2011

 

Altmeyers Enzyklopädie

 

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