Tabuthema: Geschlechtskrankheiten (STD) - MOOCI

Geschlechtskrankheiten (STD) - Jetzt alle Informationen erfahren

In den letzten Jahren konnten Experten einen Anstieg der Infektionsfälle von Geschlechtskrankheiten beobachten. Dies liegt unter anderem am fehlenden oder nur unzureichenden Wissen der Bevölkerung, welches oftmals durch falsche Scham und aus Angst vor Stigmatisierung verursacht wird. Es ist jedoch wichtig, sich schnell behandeln zu lassen!

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Was versteht man unter einer Geschlechtskrankheit?

Die Begriffe ‚sexuell übertragbare Krankheit’ und ‚Geschlechtskrankheit’ werden von den meisten Personen synonym verwendet, Ärzte verstehen darunter jedoch unterschiedliche Erkrankungen. Zu den Geschlechtskrankheiten im eigentlichen Sinn zählen Syphilis, Gonorrhoe (auch als Tripper bekannt) und der weiche Schanker. Andere Krankheiten, die durch Sexualkontakte weitergegeben werden können und somit zu den sexuell übertragbaren Krankheiten zählen, sind zum Beispiel AIDS, Chlamydien und Genitalherpes. Heutzutage sind die Begriffe ‚STD’ („sexually transmitted diseases“) beziehungsweise ‚STI’ („sexually transmitted infections“) aus dem englischen Sprachraum auch bei uns weit verbreitet und durchaus üblich.

Wodurch werden die Geschlechtskrankheiten übertragen?

Die Geschlechtskrankheiten werden durch Sexualkontakte, vaginal, oral oder auch anal, in einigen Fällen aber auch durch Blut weitergegeben.

Wer ist davon betroffen?

Tatsächlich kann jeder, der Geschlechtsverkehr oder generell sexuelle Kontakte hat, von Geschlechtskrankheiten und sexuell übertragbaren Infektionen betroffen sein. Ein erhöhtes Risiko haben jedoch Menschen, die mehrere und häufig wechselnde Geschlechtspartner haben.

Wichtig ist allerdings zu betonen, dass sowohl Männer als auch Frauen aus allen sozialen Schichten davon betroffen sein können.

 

Welche Auswirkungen haben Geschlechtskrankheiten?

Die Auswirkungen von Geschlechtskrankheiten können vielfältig sein und ein weites Spektrum abdecken. Sie können von einem unangenehmen Jucken oder Brennen über ungewöhnlichen oder vermehrten Ausfluss bis hin zu Unfruchtbarkeit reichen und können in manchen Fällen sogar lebensbedrohliche Folgen haben.

Welche Arten der Geschlechtskrankheiten und der sexuell übertragbaren Infektionen gibt es – und was sind ihre Symptome?

Die „klassischen“ Geschlechtskrankheiten:

Syphilis

Syphilis, in der Fachsprache auch als Lues bekannt, wird durch ein Bakterium ausgelöst. Die Symptome zeigen sich nicht nur an den Geschlechtsorganen, sondern können den gesamten Körper betreffen. Die Bakterien verursachen infektiöse, meist jedoch schmerzlose Knötchen und Geschwüre im Geschlechts- oder Mundbereich. Zusätzlich kann es zu einer Entzündung und Schwellung der Lymphknoten kommen. Im schlimmsten Fall sind im nächsten Stadium auch Haut, Gehirn und Herz-Kreislauf-System an den Symptomen beteiligt. Dies kann sich konkret an Fleckenbildung und grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber und Abgeschlagenheit zeigen. So weit kommt es laut Spezialisten heutzutage allerdings kaum noch, weil die Krankheit bereits zuvor durch die verbesserten Behandlungsmethoden gut therapiert werden kann. Zur Behandlung verschreibt der Arzt im Normalfall ein Antibiotikum.

Gonorrhoe

Auch diese Geschlechtskrankheit, welche umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet wird, wird durch ein Bakterium ausgelöst. Dabei handelt es sich um eine ansteckende, die Schleimhäute von Harnröhre, Gebärmutterhals, Enddarm oder Rachen befallene Erkrankung. Die Symptome sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen durch eine Infektion der Harnwege ausgelöstes, schmerzhaftes Wasserlassen und vermehrter, möglicherweise eitriger Ausfluss. Bei Frauen kann es zudem zu einer Entzündung des Gebärmutterhalses und des Afters kommen.

Viele Infizierte entwickeln jedoch keinerlei Symptome, was Gonorrhoe besonders gefährlich macht. Unbehandelt kann sie bei Frauen chronisch werden und im Extremfall zu Unfruchtbarkeit führen. Bei Männern kann Gonorrhoe, wenn sie nicht behandelt wird, eine Infektion der Prostata und der Hoden verursachen, was in weiterer Folge auch zu Unfruchtbarkeit führen kann. Mithilfe von Antibiotika ist die Krankheit, sofern sie rechtzeitig diagnostiziert wird, jedoch gut behandelbar.

Ulcus molle – oder: der weiche Schanker

Von den Geschlechtskrankheiten im eigentlichen Sinn ist der weiche Schanker höchstwahrscheinlich die am wenigsten bekannte Erkrankung. Wie die zwei vorhergehenden Krankheiten wird auch diese von einem bestimmten Bakterium verursacht. Es entstehen schmerzhafte Geschwüre und die Lymphknoten im Leistenbereich schwellen an und können in weiterer Folge beginnen zu eitern. Die Behandlung erfolgt auch in diesem Fall mit Antibiotika.

Die weiteren sexuell übertragbaren Infektionen werden am übersichtlichsten durch Unterscheidung der jeweiligen unterschiedlichen Erreger aufgeteilt.

Virale Infektionen:

AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome)

Der Krankheit AIDS geht die Infizierung mit HIV (Humanes Immunschwäche-Virus bzw. Human Immunodeficiency Virus) bevor. Dieses Virus greift das menschliche Immunsystem an, was in Folge dazu führt, dass der Körper geschwächt und in diesem Zustand anfälliger für sämtliche Infektionen ist. HIV wird unter anderem durch Geschlechtsverkehr übertragen, denn besonders im Sperma befindet sich das Virus in hoher Konzentration. Doch auch im Blut ist es vorhanden und kann so weitergegeben werden. Eine andere Möglichkeit der Infizierung besteht durch Injektionsnadeln.

Die Symptome der Krankheit sind oftmals schwer zu erkennen, sie können grippeähnlichen Beschwerden, wie etwa Fieber und Muskelschmerzen, ähneln. Mediziner können HIV anhand des Vorhandenseins der Antikörper im Blut ungefähr sechs bis zwölf Wochen nach der Infektion diagnostizieren.

 

Einen guten ersten Anlaufpunkt für detaillierte Informationen stellt die Aids Hilfe dar, die unter anderem kostenlos und anonym HIV-Antikörpertests anbietet.

Es besteht keine Heilungsmöglichkeit, durch die verbesserten medizinischen Möglichkeiten ist es allerdings möglich, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, den Ausbruch der AIDS-Erkrankung hinauszuzögern und die allgemeine Lebensqualität zu verbessern.

Hepatitis B/Hepatitis C

Die Übertragung von Hepatitis B und Hepatitis C erfolgt neben Sexualkontakt auch durch Blut und Injektionen. Ähnlich wie beim HI-Virus kann es bei Infizierung mit dem Hepatitis-Virus zu grippalen Symptomen kommen. Bei vielen Patienten besteht die Möglichkeit, dass die Krankheit chronisch wird und sich in weiterer Folge zu einer Zirrhose oder zu Leberkrebs entwickelt. Im Gegensatz zu Hepatitis C besteht die Möglichkeit, sich gegen Hepatitis B impfen zu lassen.

Genitalherpes

Bei Genitalherpes kommt es zur Bläschenbildung in der Genitalregion, die möglicherweise auch aufplatzen können. Als Beschwerden sind Jucken und Brennen in diesem Bereich und um die Scheide und die Eichel, eventuell verbunden mit Schmerzen beim Wasserlassen, und das Anschwellen der Lymphknoten im Leistenbereich bekannt. Ein Facharzt kann anhand eines Abstriches das Vorhandensein des Virus erkennen und mithilfe spezieller Medikamente die Vermehrung einschränken. Besonders lästig ist, dass die Herpes-Infektion besonders in Stresssituationen wiederholt auftreten kann.

Genitalwarzen

Auch als Feigwarzen bekannt, tritt diese Form der viralen Infektion sexuell übertragbarer Krankheiten rund um den Genital- und Analbereich auf. Auslöser sind sogenannte humane Papillomaviren (HPV), welche zu den für diese Erkrankung typischen spitzen Hautwarzen führen. Die Beschwerden sind gewöhnlich ein verspürter Juckreiz oder seltener auch Schmerzempfinden oder Ausflüsse, oftmals werden aber auch gar keine Symptome bemerkt.

Genitalwarzen können zum Beispiel mit Cremen oder auch anhand von verschiedenen operativen Abtragungsmethoden behandelt werden, trotzdem bleiben die Viren im Körper enthalten und können sich, ähnlich wie Genitalherpes, immer wieder neu bilden. Erwähnenswert ist außerdem, dass Spezialisten einen bestimmten Typ dieses Virus mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung bringen.

Bakterielle Infektionen:

Chlamydien

Die Übertragung dieser von Bakterien verursachten Erkrankung erfolgt zumeist durch Geschlechtsverkehr. Treten Symptome auf, sind diese in den meisten Fällen ein gelblicher, dünnflüssiger Ausfluss und Brennen beim Urinieren und mitunter auch während des Geschlechtsverkehrs. Es kann allerdings passieren, dass die Krankheit unbemerkt und ohne Symptome verläuft. Das gilt als besonders gefährlich, da Chlamydien unbehandelt bei Frauen zu einer Entzündung des Eileiters und der Gebärmutterschleimhaut führen können, was in weiterer Folge eine mögliche Unfruchtbarkeit nach sich zieht. Therapiert werden Chlamydien durch die Einnahme von Antibiotika.

Pilz-Infektionen:

Candida albicans

Hefepilze, in der Fachsprache auch als Candida albicans bekannt, sind die häufigsten Verursacher von Pilzerkrankungen der Genitalien. Zu einer Pilz-Infektion kann es nicht ausschließlich durch Geschlechtsverkehr kommen, auch übertriebene Hygiene des Genitalbereichs oder ein Schwimmbadaufenthalt können zu einer Infektion führen.

Als Symptome gelten ein weiß-bröckeliger Ausfluss, Juckreiz und oftmals auch Schmerzen während des Geschlechtsverkehr. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen neben Salben und Scheidenzäpfchen auch Vaginaltabletten.

Protozoen-Infektion:

Trichomonaden

Auslöser der Trichomoniasis ist ein Einzeller, ein sogenanntes Protozoon, welcher durch sexuellen Kontakt übertragen wird. Beschwerden sind eine gerötete Scheide und schaumiger Ausfluss, der zumeist mit einem starken, unangenehmen Geruch einhergeht. Zusätzlich dazu sind Schmerzen beim Urinieren und während dem Geschlechtsverkehr bekannt. Mittels eines Abstriches kann der Arzt die Krankheit diagnostizieren und mithilfe von Antibiotika wird sie schließlich behandelt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von der Verwendung von Salben und Scheidenzäpfchen bis hin zur Einnahme von Antibiotika. Welche Therapie für Dich infrage kommt, weiß Dein Arzt am besten. Grundsätzlich gilt, je früher die jeweilige Erkrankung erkannt wird, desto bessere Behandlungschancen gibt es. Hab keine Angst oder falsche Scham davor, bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen!

Wie kann ich den Erkrankungen vorbeugen?

Das Wissen über die unterschiedlichen Geschlechtskrankheiten bzw. über die verschiedenen sexuellen übertragbaren Infektionen, deren Übertragungsmöglichkeiten und die damit einhergehenden Risiken sind eine sehr große und wirksame Vorbeugungsmaßnahme.

 

Generell empfinden Spezialisten es als besonders wichtig, darüber Bescheid zu wissen, ob man selbst an Geschlechtskrankheiten oder an anderen sexuell übertragbaren Krankheiten leidet, um die Übertragung an Sexualpartner zu vermeiden. Als eine weitere, sichere Methode der Vorbeugung gilt die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, auch wenn dadurch kein hundertprozentiger Schutz geboten wird.

An wen kannst Du Dich bei Verdacht wenden?

Du machst nichts falsch, wenn Du Dich beim ersten Verdacht an einer Geschlechtskrankheit oder an einer sexuell übertragbaren Krankheit erkrankt zu sein, an Deinen Hausarzt wendest.

Speziell für diese Fälle sind jedoch Fachärzte für Dermatologie und Venerologie, Fachärzte für Urologie und Andrologie wie auch Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe ausgebildet.

Beachte unbedingt, dass kein Grund besteht peinlich berührt zu sein. Deine Gesundheit ist das Wichtigste und deswegen ist es unbedingt notwendig, einen Arzt aufzusuchen!

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Im Normalfall werden die Kosten für die erforderlichen Diagnoseverfahren und die jeweiligen Therapien von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Auf der sicheren Seite bist Du aber, wenn Du Dich diesbezüglich an Deinen Arzt oder gleich direkt an Deinen zuständigen Krankenversicherungsträger für nähere Informationen wendest.

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst:

  • Bei den Begriffen ‚Geschlechtskrankheit’ und ‚sexuell übertragbare Krankheit/Infektion’ sind unterschiedliche Erkrankungen zu verstehen
  • HIV/AIDS, Chlamydien und Syphilis zählen zu den am bekanntesten sexuell übertragbaren Krankheiten bzw. Geschlechtskrankheiten
  • Jeder, egal aus welcher sozialen Schicht und egal welchen Alters, kann davon betroffen sein
  • Die Geschlechtskrankheiten und die sexuell übertragbaren Infektionen werden unter anderem durch Sexualkontakte, wie auch über Körperflüssigkeiten, wie zum Beispiel Blut, übertragen
  • Die Auswirkungen können von einem unangenehmen aber gut behandelbaren Juckreiz und möglicherweise Brennen beim Urinieren, bis hin zu Unfruchtbarkeit reichen und im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Folgen haben
  • Die eventuellen Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von Cremen bis hin zu Antibiotika. Dein Arzt weiß am besten, welche Therapiemethode für Dich und Deine Beschwerden ist
  • ‚Safer Sex’, also die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, bietet zwar keinen restlosen Schutz vor der Infizierung mit Geschlechtskrankheiten oder sexuell übertragbaren Infektionen, gilt aber dennoch als sicherste Methode der Prävention
  • Befürchtest Du, an einer Geschlechtskrankheit oder an einer sexuell übertragbaren Krankheit zu leiden, suche unbedingt einen Arzt auf. Es besteht keinerlei Grund, sich deswegen zu schämen!
  • Fachärzte für Dermatologie und Venerologie, für Urologie und Andrologie wie auch Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe, sind speziell für die Behandlung von Geschlechtskrankheiten und sexuell übertragbaren Infektionen ausgebildet und zuständig

 

Wie finde ich den richtigen Arzt?

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