Welche Impfungen sind wichtig und weshalb? - MOOCI!

Impfungen - Jetzt alle Informationen erfahren

Impfungen sind eine der wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen gegen schwere Infektionskrankheiten, die im Extremfall auch tödlich verlaufen können. Das Ziel ist es, Menschen vor lebensbedrohlichen Erkrankungen zu schützen und in weiterer Folge die Infektionskrankheiten weltweit auszurotten. Dies ist aber nur möglich, wenn möglichst viele Menschen gegen den jeweiligen Erreger geimpft sind.

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Was versteht die Medizin unter Impfungen?

Bei einer Impfung werden abgeschwächte oder abgetötete Erreger (oder Teile derer) meistens Mittels Spritze in den Organismus eingeschleust. Der Trick ist, dass diese Wirkstoffe die körpereigene Immunabwehr aktivieren, ohne dass die Krankheit ausgelöst wird. In Zukunft sollen dadurch die echten Erreger abgewehrt werden.

 

Impfungen sind wichtig

Wie schützen Impfungen?

Wenn Du Dich impfen lässt, kommt Dein Organismus mit abgetöteten, abgeschwächten oder mit Bestandteilen von Krankheitserregern in Kontakt. Er bildet dann Abwehrstoffe gegen den Erreger. Bei einer nachfolgenden Infektion bricht die Krankheit dann nicht oder nur in abgeschwächter Form aus.

Warum ist es wichtig sich impfen zu lassen?

Als es noch keine Impfungen gab, gab es immer wieder schwere Epidemien, an denen viele Menschen gestorben sind oder bleibende Schäden von der Krankheit davontrugen. In der heutigen Zeit ist diese Gefahr nicht mehr so präsent und die Infektionskrankheiten werden unterschätzt und die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung sinkt. Dadurch gibt es auch heute immer noch Krankheiten, die eigentlich schon ausgerottet sein könnten. Bei den Pocken ist dieses Vorhaben beispielsweise gelungen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die sogenannte Herdenimmunität.

In erster Linie schützt Du durch eine Impfung natürlich Dich selber, allerdings gibt es auch Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Babys oder Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen sind darauf angewiesen, dass die Menschen in ihrem Umfeld geimpft sind und sie daher vor der Ausbreitung und Ansteckung geschützt sind. Dieses Phänomen nennt man Herdenimmunität: also dass Dein Impfschutz auch zum Schutz der Gemeinschaft beiträgt.

Was ist der STIKO Impfkalender?

Im Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) steht, welche Impfungen in welchem Alter empfohlen sind. Weiters gibt es Impfungen, die abhängig von Deinem Gesundheitszustand, Beruf oder bei Reisen sinnvoll sein können.

Was sind die wichtigsten Impfungen?

Tetanus und Wundstarrkrampf
Mit Tetanus oder Wundstarrkrampf kannst Du Dich durch Erde, Staub oder tierische sowie menschliche Ausscheidungen infizieren. Tetanus ist gefährlich, weil Du Dich durch eine winzige Wunde, die mit Schmutz kontaminiert wurde, schon infizieren kannst. Nach einer Infektion bekommst Du Kopfschmerzen, wirst reizbar und abgeschlagen, sowie häufiger schwitzt. Im weiteren Verlauf kommen dann Muskelkrämpfe, Schluckbeschwerden und allgemeine Kreislaufprobleme dazu. Zum Schluss tritt der Atemstillstand ein. Diese Erkrankung ist sehr schmerzhaft und ist trotz moderner Behandlung in 20-30% der Fälle tödlich. Daher ist die Impfung gegen diesen Erreger sehr wichtig. Für die Grundimmunisierung sind vier Impfungen nötig, wobei die erste im Alter von zwei Monaten durchgeführt wird. Sobald die Grundimmunisierung abgeschlossen ist, muss Dein Schutz alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Diphtherie
Das Krankheitsbild der Diphtherie ist sehr variantenreich und richtet sich nach der Form der Erkrankung. Bei einer lokal beschränkten Form kommt es zu Schnupfen, leichtem bis mittlerem Fieber, Erbrechen, Schluckbeschwerden, grau-weißen Belägen an den Mandeln oder deren Umgebung sowie einer Lymphdrüsenschwellung. Die fortschreitende Diphtherie ist gekennzeichnet durch eine gleichzeitige Entzündung der oberen Atemwege und der Bronchien. Die schwerste Form der Diphtherie ist die toxische Diphtherie. Dabei kommen Kreislaufprobleme, Blutungsneigung, Nervenschädigung, Nierenschäden und Herzmuskelschäden dazu. Die Krankheit kann aufgrund von Herzversagen oder Atemlähmung tödlich enden, aber auch zumindest bleibende Organschäden nach sich ziehen. Auch hier besteht die Grundimmunisierung aus vier Impfungen, die im Alter von zwei bis 14 Monaten durchgeführt werden. Danach musst Du sie alle zehn Jahre auffrischen lassen.

 

Welche Impfung wann empfohlen wird, zeigt der STIKO Kalender

Keuchhusten
Keuchhusten ist eine extrem ansteckende Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion vor allem beim Husten weitergegeben wird. Das Krankheitsbild unterscheidet sich bei Kindern und Erwachsenen stark, bei Säuglingen kann es sogar zum Atemstillstand kommen. Beim Kind fängt die Erkrankung mit Schnupfen und Husten, sowie mäßigem Fieber an. Im Anfangsstadium kommt es zu den typischen Anfällen mit stakkatoartigen Hustenstößen, dabei kann das Kind rot oder sogar blau anlaufen. Es kann zu Erbrechen mit folgendem ziehenden Einatmungsgeräusch kommen. Dieses Stadium dauert mehrere Wochen bevor die Anfälle langsam abklingen. Bei Erwachsenen tritt meist unspezifischer oft nächtlicher starker Husten über mehrere Wochen auf. Keuchhusten kann zu Atemstillstand, Sekundärinfektionen, Lungenversagen oder bei Säuglingen sogar zum Tod führen. Die Impfungen sollten wie bei Tetanus und Diphtherie durchgeführt werden.

Kinderlähmung
Kinderlähmung wird durch ein Virus ausgelöst, Infektionsquelle sind dabei Rachensekret und Stuhl infizierter Menschen. Dementsprechend wird die Krankheit über Schmutz- und Schmierinfektionen übertragen. In etwa zehn Prozent der Fälle kommt es zum Ausbruch der Erkrankung. Diese kann in drei Formen verlaufen. Im schlimmsten Fall kommt es zu schlaffen Lähmungen von Muskeln und Extremitäten, Hirnnervenausfällen und falls das Atemzentrum mitbetroffen ist, Atemlähmung. Außerdem können unter anderem Krämpfe, hohes Fieber und Bewusstseinstrübungen auftreten. Die Genesung dauert mitunter bis zu zwei Jahre und Spätschäden sind häufig. Die Grundimmunisierung mittels vier Impfungen soll zwischen zwei und 14 Monaten durchgeführt werden, auffrischen lassen solltest Du sie mit etwa neun bis 14 Jahren.

Hepatitis A
Hepatitis A ist zurzeit noch als Reiseimpfung geführt, wird aber höchstwahrscheinlich in den nächsten Jahren in den Impfplan inkludiert. Die Infektion erfolgt fäko-oral, das heißt bei fehlender Wasser-, Abwasser- und Abfallhygiene über kontaminiertes Trinkwasser, Gemüse, Früchte und Meerestiere. Du bekommst Allgemeinbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, eventuell Fieber, Kreuzschmerzen und Müdigkeit. In weiterer Folge kommt es zu einer Gelbsucht, das heißt, Deine Haut und Deine Augen färben sich gelb, Dein Stuhl färbt sich gelb und Dein Harn verdunkelt sich. Deine Leberwerte verschlechtern sich rapide. Hepatitis A ist vor allem für ältere Personen gefährlich, da es hier zu akutem Leberversagen und damit zum Tod kommen kann.

Hepatitis B
Hepatitis B wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, das heißt vor allem durch ungeschützte Sexualkontakte aber auch durch die mehrmalige Verwendung von Spritzen. Normalerweise beginnt die Erkrankung mit Übelkeit, manchmal Erbrechen, Fieber und Appetitlosigkeit. Gelbsucht kann, aber muss nicht auftreten. Die Krankheit dauert zwischen zwei und zwölf Wochen bevor sie abheilt. Es können aber auch untypische Verläufe auftreten, die deutlich schwerer verlaufen. Im schwersten Fall der chronischen Hepatitis haben Patienten ein deutlich höheres Risiko, ein Leberkarzinom zu entwickeln. Die Impfung wird im Alter von zwei bis 14 Monaten gegeben, wobei danach keine Auffrischung nötig ist.

 

Vor allem bei Kindern sollte auf die Impfung geachtet werden

Hib oder Haemophilius Influenzae B wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, vor allem durch gesunde Keimträger. Gefährdet sind vor allem Kinder unter fünf Jahren, in höherem Alter verläuft die Infektion so gut wie nie besonders schwer. Allerdings kann sich die Krankheit in verschiedensten Formen manifestieren, unter anderem als Meningitis oder Infektion des Kehldeckels, die relativ häufig tödlich endet. Der Arzt impft Kinder viermal, zwischen zwei und 14 Monaten.

Pneumokokken
Pneumokokken werden über Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen. Es gibt verschiedene Erkrankungsformen, unter anderem Lungenentzündung, akute Mittelohrentzündung und akute eitrige Gehirnhautentzündung. Weitere schwere Pneumokokken-Infektionen können die Herzinnenhaut, das Bauchfell und Arthritis betreffen. Vor allem Säuglinge sind gefährdet, bei ihnen nimmt die Erkrankung auch eher einen schweren Verlauf, weswegen Du nicht auf die Impfung verzichten solltest. Es werden drei Impfungen durchgeführt. Die Erste wird Dein Arzt mit etwa zwei Monaten empfehlen, die Zweite mit vier Monaten und die Letzte zwischen elf und 14 Monaten. Ab 60 Jahren kann Dein Arzt nochmals eine Standardimpfung durchführen.

Rotaviren
Rotaviren werden über eine Schmierinfektion des Stuhls aber auch über Erbrochenes übertragen. Die Erkrankung beginnt mit Fieber und Erbrechen. Nach einem bis drei Tagen folgt wässriger Durchfall, der vier bis fünf Tage dauert. Die Gefahr der Austrocknung des Erkrankten ist bei dieser Krankheit sehr groß, vor allem bei kleinen und leichten Kindern. Gegen Rotaviren wird schon sehr früh geimpft, circa mit sechs Wochen. Danach wird Dein Arzt mit zwei Monaten und eventuell mit drei bis vier Monaten nochmal impfen.

Meningokokken
Eine Meningokokkeninfektion beginnt sehr schnell mit zunehmenden Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, hohem Fieber, Nackensteife und Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit. Bei einem schweren Verlauf kann ein Hautausschlag auftreten. Auch ist es möglich, dass es innerhalb weniger Stunden zum Tod durch Herz-Kreislaufversagen bei extremen Blutgerinnungsstörungen kommt. Gegen den Erreger muss der Arzt nur einmal impfen, empfohlen wird die Impfung ab etwa 12 bis 23 Monaten.

Masern
Masern sind ein höchst ansteckendes Virus, wobei die Infizierten bereits vom achten Tag nach Ansteckung selber schon ansteckend sind. Anfangs haben die Betroffenen Kopfschmerzen, Fieber, Husten, sind lichtscheu und weisen Symptome einer Bindehautentzündung auf. Nach kurzer Zeit werden weiße Stippchen auf der Wangenschleimhaut sichtbar. Nachdem das Fieber nachgelassen hat, tritt der typische Hautausschlag auf, der im Gesicht beginnt und sich bis zu den Füßen ausbreitet. Allerdings sind auch deutlich schwerere Sonderverläufe oder auch Komplikationen möglich. Während einer Masernerkrankung sind Betroffene besonders empfänglich für Tuberkulose und Eiterungsprozesse. Der Arzt impft Kinder im Alter von elf bis 14 Monaten das erste Mal und von 15 bis 23 Monaten das zweite Mal. Falls Du Kindesalter nicht geimpft worden bist oder der Impfstatus unklar ist, kann Dein Arzt Dir ab 18 Jahren eine einmalige Standardimpfung geben.

 

Durch Impfungen lassen sich Krankheiten so gut wie ausrotten

Mumps
Mumps beginnt mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Kopf-, Hals-, Nacken- und Ohrenschmerzen und erhöhter Temperatur. Zunächst schwillt die Ohrspeicheldrüse nur einseitig, später dann auch beidseitig an. Auch andere Speicheldrüsen sind häufig betroffen. Bei männlichen Jugendlichen besteht die Gefahr einer Hodenentzündung, die in Folge zur Zeugungsunfähigkeit führen kann. Auch Mädchen können selten Brustdrüsenentzündungen oder Eierstockentzündungen erleiden. Komplikationen der Erkrankung sind Entzündung der Bauchspeicheldrüse, in deren Folge sich auch Diabetes entwickeln kann. Vorsicht auch vor Gehirn- oder Gehirnhautentzündungen, welche relativ häufig auftreten. Die wichtige Impfung wird gemeinsam mit der Röteln-Impfung gegeben. Hier empfiehlt die STIKO zwei Impfungen, die erste mit elf bis 14 Monaten, die zweite mit 15 bis 23 Monaten.

Röteln
Röteln beginnt ebenfalls mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, nachdem sich ein Hautausschlag vom Gesicht aus ausbreitet. Leichtes Fieber ist typisch, kann aber auch ganz fehlen. Die Lymphknoten schwellen an, sowie bei 50% der Fälle auch die Milz. Das Gefährlichste an der Erkrankung sind die möglichen schweren Komplikationen wie beispielsweise Herzscheidewanddefekte oder Gehirnhautentzündung.

Windpocken
Windpocken äußern sich mit plötzlich einsetzendem, juckendem Hautausschlag und hohem Fieber. Auch die Schleimhaut kann betroffen sein. Die Erkrankung verläuft in Schüben, sodass einige Bläschen bereits abgeheilt sein können, während sich andere erst bilden. Komplikationen wie Mittelohrentzündung aber auch Gehirnentzündungen kommen recht häufig vor. Ebenfalls häufig tritt die Sekundärinfektion („Gürtelrose“) auf. Falls Du schwanger bist, können die Erreger besonders für Dein Kind gefährlich sein, wenn Du erkrankst. Dein Arzt impft zweimal, einmal mit elf bis 14 Monaten und einmal mit 15 bis 23 Monaten.

HPV
HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren und zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erregern. Aus einer bestehenden Infektion kann sich Krebs an der Gebärmutter, am After, am Penis, im Mund oder im Rachen entwickeln. Die Impfung schützt vor den gefährlichsten HPV-Typen und senkt dadurch das Krebsrisiko. Im Idealfall solltest Du die Impfungen vor dem ersten sexuellen Kontakt durchführen lassen. Es handelt sich um zwei Impfdosen, die zwischen neun und 14 Jahren empfohlen sind.

Grippe
Gegen Grippe musst Du Dich nicht impfen lassen. Empfehlen wird es Dein Arzt, wenn Du in einem Gesundheitsberuf arbeitest oder über 60 Jahre alt bist. Manchmal verläuft die Grippe lediglich wie ein grippaler Infekt, in circa 30 bis 50% der Fälle verläuft die Infektion allerdings deutlich schwerer. Die Symptome treten sehr plötzlich ein und das Fieber steigt bis auf über 39 Grad. Im Unterschied zum grippalen Infekt treten bei der echten Grippe Gliederschmerzen auf. Ältere Menschen sollten über eine Impfung nachdenken, da bei ihnen häufiger schwere Komplikationen auftreten und auch tödliche Verläufe nicht unüblich sind.

 

Eine Grippeimpfung ist nicht unbedingt notwendig

Welche Unterschiede gibt es bei den Impfstoffen?

Dein Arzt unterscheidet zwischen Tot- und Lebendimpfstoffen. Ein Totimpfstoff enthält Bakterien, Viren, Toxine oder deren Bestandteile in inaktivierter Form. Das bedeutet, dass die Erreger nicht mehr lebensfähig sind und keine Symptome der betreffenden Erkrankungen mehr auslösen können. Allerdings ist auch die Immunantwort Deines Körpers auf Totimpfstoffe schwächer, weswegen einige Totimpfstoffe mit Wirkverstärkern ausgestattet sind. Bei dieser Art der Impfung hält die Immunität meist nicht lebenslang, daher muss sie immer wieder neu aufgefrischt, also nochmals geimpft werden.
Lebendimpfstoffe enthalten dagegen abgeschwächte, aber noch vermehrungsfähige Erreger, welche eine wesentlich länger anhaltende Immunität erzeugen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Unter Nebenwirkungen stellen sich die meisten Menschen sofort etwas Schlechtes vor. Aber eigentlich ist eine Nebenwirkung lediglich eine Reaktion, die die eigentliche Wirkung der Impfung begleiten kann. Eine erwünschte Nebenwirkung kann beispielsweise sein, dass Du zusätzlich auch vor anderen Erkrankungen geschützt wirst. Dennoch gibt es auch einige unerwünschte Nebenwirkungen. Vielleicht hast Du schon gemerkt, dass nach der Impfung an der betroffenen Stelle eine Rötung und Schwellung auftritt. Dieser Zustand dauert meistens nur wenige Tage an und kann auch für kurze Zeit von Fieber begleitet werden. Das ist eine relativ häufige, aber harmlose Nebenwirkung von Impfungen.

Selten kann es passieren, dass es durch die Injektion zu einer lokalen Infektion oder noch seltener zur Verletzung von kleinen Blutgefäßen oder Nerven kommt. Auch gibt es Menschen, die auf bestimmte Impfstoffe allergisch reagieren. Vor allem wenn Dein Arzt Dir einen Lebendimpfstoff injiziert hat, kann es zu Nebenwirkungen kommen, die einer abgeschwächten Form der Krankheit ähnlich sind. Wenn Du vermutest, von einer Nebenwirkung betroffen zu sein, solltest Du Dich bei Deinem Impfarzt melden.

Welche Impfungen sollten auf jeden Fall bei Kindern durchgeführt werden?

Es gibt Krankheiten, die so ansteckend sind, dass die meisten Menschen diese schon in der frühen Kindheit durchleben. Zunächst sind Neugeborene durch Antikörper der Mutter geschützt, die sie zuerst durch die Nabelschnur und dann beim Stillen weitergibt. Dieser Schutz hält allerdings nur wenige Monate und ist teilweise nur schwach. Einige Krankheiten verlaufen bei kleinen Kindern besonders schwer, weswegen auch dagegen möglichst früh geimpft werden sollte. Zunächst werden kleine Kinder im Alter von sechs Wochen gegen Rotaviren geimpft. Ab circa zwei Monaten impft der Arzt das Kind gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B, Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Pneumokokken.

Ab elf bis zwölf Monaten kommen die Impfungen gegen Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken dazu. Das sind sehr viele Impfungen, die die Grundimmunisierung des Kindes darstellen. Daher müssen sie auch in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Aber keine Angst, es gibt Mehrfachimpfstoffe, das heißt, es muss nicht so oft geimpft werden. Auch diese Art der Impfung überlastet das Immunsystem des Kindes nicht. Im Alter von neun bis 14 Jahren gibt es die Möglichkeit, sowohl Mädchen als auch Jungen gegen HPV zu impfen. Damit hier der Impfschutz vollständig ist, muss auch hier mehrmals geimpft werden.

 

Mehrfachimpfungen sind häufig und auch bei Kindern möglich

Welche Impfungen sind bei Erwachsenen wichtig?

Bei Erwachsenen müssen Impfungen im Normalfall nur aufgefrischt werden. Das bedeutet, dass alle zehn Jahre gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten geimpft werden sollte, um einen vollständigen Schutz zu gewährleisten. Gegebenenfalls kann auch nochmal gegen Kinderlähmung geimpft werden. Ab 18 Jahren solltest Du die Standardimpfung gegen Masern auffrischen. Da im Alter die Funktion Deines Immunsystems nachlässt, solltest Du ab 60 Jahren darüber nachdenken, Deinen Pneumokokkenschutz aufzufrischen. Auch solltest Du ab diesem Alter überlegen, ob für Dich eine jährliche Grippeschutzimpfung Sinn macht.

Was ist, wenn ich eine Impfung versäumt habe?

Wenn Du eine oder mehrere Impfungen versäumt hast, heißt das, dass Dein Schutz gegen die entsprechenden Krankheiten lückenhaft wird oder noch nicht vollständig ist. Für einen frühestmögichen und vollständigen Schutz solltest Du Dich an das von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfschema halten und versäumte Impfungen so bald wie möglich nachholen. Ein sicherer Schutz besteht aber erst, wenn Deine Grundimmunisierung vollständig ist und Deine Auffrischimpfungen rechtzeitig erfolgen.

Wann sollte ich mich nicht impfen lassen?

Wenn Du vor einer anstehenden Impfung bemerkst, dass Du Dich krank fühlst, in den letzten Tagen einen Infekt oder Fieber hattest, solltest Du Deinen Arzt darüber informieren. In diesem Fall kannst Du nicht geimpft werden. Ebenfalls solltest Du Deinem Arzt Bescheid geben, wenn Du schwanger bist oder in der Vergangenheit allergisch auf bestimmte Medikamente reagiert hast, oder bereits Nebenwirkungen bei Impfungen hattest. Auch wenn Du erst kürzlich geimpft worden bist oder eine Operation, Bluttransfusion, Chemotherapie oder Bestrahlung hattest, sollte Dein Arzt davon erfahren.

Bin ich nach einer Impfung zu 100% geschützt?

Keine Impfung kann Dir einen vollständigen Schutz vor der jeweiligen Krankheit garantieren. Das liegt an Unterschieden in der individuellen Immunantwort. Diese wird durch persönliche Faktoren wie zum Beispiel Alter, Gewicht oder bereits bestehende Erkrankungen beeinflusst. Außerdem ist es wichtig, dass der Impfstoff korrekt gehandhabt, also beispielsweise nicht aus der Kühlkette genommen (bei Lebendimpfstoffen) oder nicht über 25 Grad Celsius (bei Totimpfstoffen) gelagert wurde. Auch die Anwendung gemäß dem empfohlenen Impfschema beeinflusst die Wirksamkeit des Impfstoffs.

 

Einige Impfungen müssen alle Jahre wiederholt werden

Warum müssen manche Impfungen häufiger durchgeführt werden als andere?

Wie schon erwähnt, prägen vor allem Lebendimpfstoffe das Immunsystem ähnlich stark wie eine überstandene Erkrankung. Das heißt, dass diese Impfungen seltener durchgeführt werden müssen als Impfungen mit Totimpfstoffen. Je intensiver die Auseinandersetzung mit dem Erreger ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass er bei einem späteren Eindringen vom Körper wiedererkannt wird.

Welche Impfungen brauche ich im Ausland und wo kann ich mich beraten lassen?

Lass Dich bei geplanten Auslandsreisen von Deinem Arzt über empfohlene Impfungen beraten. Dazu solltest Du Deinen Impfpass mitbringen. Einige Impfungen können allerdings nur in dafür vorgesehenen Instituten wie zum Beispiel einem Tropeninstitut durchgeführt werden. Wichtig ist, dass einige Impfungen vor Deiner Reise mehrmals durchgeführt werden müssen, wende Dich also früh genug an Deinen Arzt.

Gibt es eine Impfung gegen HIV?

Da sich immer noch viele Menschen pro Jahr mit HIV infizieren, hoffen Wissenschaftler seit Jahren auf den Durchbruch in der Forschung bezüglich eines Impfstoffes. Die Erkrankung ist inzwischen zwar gut behandelbar, jedoch sind Infizierte ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen. Zurzeit gibt es noch keinen Impfstoff, da es viele unterschiedliche, sehr anpassungsfähige Virusstämme gibt. Allerdings haben Forscher des Universitätsspitals Zürich bei der Auswertung von Blut- und Virusproben von 4500 Betroffenen spezielle Antikörper entdeckt, die als Basis für die Entwicklung eines Impfstoffes dienen könnten.

Was mache ich, wenn ich meinen Impfpass verloren habe?

Wenn Du Deinen Impfpass nicht finden kannst, solltest Du versuchen, die Informationen zu bereits erhaltenen Impfungen der letzten zehn Jahre aus ärztlichen Unterlagen zu ermitteln. Frag also in der Praxis, in der Du in den letzten Jahren geimpft worden bist nach. Falls sich solche Informationen nicht rekonstruieren lassen, giltst Du als ungeimpft und Dein Arzt sollte die empfohlenen Impfungen nachholen sowie Dir einen neuen Impfpass ausstellen.

Was kostet eine Impfung?

Die Kosten für Deine Impfung setzen sich zusammen aus den Kosten für den Impfstoff und dem Impfhonorar Deines Arztes. Meistens musst Du Deinen Impfstoff direkt bei der Apotheke erwerben. Preis für eine Impfung anfragen

 

Zu den Nebenwirkungen der Impfungen können unter anderem Fieber und Schwellungen gehören

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer Impfung?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle Impfungen, die von der STIKO in einem bestimmten Alter oder in einer bestimmten Situation empfohlen werden. Einige Impfungen werden allerdings nur bezahlt, wenn Du in einer bestimmten Region lebst, wo die Impfung sinnvoll ist. Ein Beispiel dafür ist die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Wenn Du vorhast, in bestimmte Länder zu reisen, in denen andere Erkrankungen auftreten können, solltest Du gemeinsam mit Deinem Arzt überlegen, ob eine Impfung ratsam wäre. In diesem Fall musst Du die Kosten allerdings meistens selber tragen. Frage zur Sicherheit bei Deiner Krankenkasse nach.

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Impfungen sind eine der wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen gegen schwere Infektionskrankheiten
  • Bei einer Impfung werden abgeschwächte oder abgetötete Erreger meistens Mittels Spritze in den Organismus eingeschleust
  • Im Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) steht, welche Impfungen in welchem Alter empfohlen sind
  • Zu den wichtigsten Impfungen gehören unter anderem Tetanus, Kinderlähmung, Diphtherie und Keuchhusten
  • Zu den Nebenwirkungen zählen Fieber, Rötungen und Schwellungen um die Einstichstelle oder ein abgeschwächter Verlauf der Erkrankung, gegen welche Du geimpft wurdest
  • Es ist wichtig, dass Du Deine Impfungen regelmäßig auffrischen lässt
  • Falls Du verreist, dann solltest Du Dich über mögliche wichtige Impfungen beraten lassen. Dies kannst Du zum Beispiel in einem Tropeninstitut machen lassen
  • Die Kosten für Impfungen aus dem STIKO Kalender werden meist von der Krankenkasse übernommen. Impfungen für Reisen oder Grippe- oder FSME-Impfungen musst Du in der Regel selbst übernehmen

 

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Quellen

Sozialministerium

Österreichische Ärztekammer

Robert Koch Institut

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