Wundrose: Rote Haut und Schwellungen - MOOCI

Wundrose - Jetzt alle Informationen erfahren

Hast Du Rötungen und Schwellungen Deiner Haut bemerkt, solltest Du Dich rasch an einen Mediziner wenden. Diese Symptome stellen für Betroffene oftmals nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sondern können Teil der Beschwerden des Krankheitsbildes der Wundrose sein. Bei dieser entzündlichen Hauterkrankung ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, um ernsten Komplikationen vorzubeugen.

Dauer

14 Tage

Ausfallzeit

Bis zu 14 Tage

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Was versteht die Medizin darunter?

Eine Wundrose, in der medizinischen Fachsprache auch als Erysipel bezeichnet, ist eine lokal begrenzte, plötzlich auftretende entzündliche Hauterkrankung. Sie tritt meist am Unterschenkel oder im Gesicht auf, kann jedoch überall am Körper vorkommen. Da die Erkrankung mit Rötungen im betroffenen Bereich einhergeht, ist sie auch unter dem Namen Rotlauf bekannt.

 

Wie wird die Wundrose diagnostiziert?

Ein erster Verdacht auf eine Wundrose ergibt sich aus dem Erscheinungsbild Deiner Haut und den von Dir beschriebenen Symptomen. Anhand einer Blutuntersuchung kann Dein Arzt eine Entzündung nachweisen, bei der unter anderem die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und das C-reaktive-Protein (CRP) erhöht sind. Diese beiden Parameter sind in der Regel allgemein bei Entzündungen erhöht, also nicht spezifisch für eine Wundrose, ermöglichen jedoch das Ausschließen möglicher anderer Erkrankungen.

Sind Streptokokken für das Erysipel verantwortlich, lässt sich unter Umständen auch Antistreptolysin O (ASLO) im Blut feststellen. Dabei handelt es sich um einen Antikörper, den Immunzellen des Körpers gegen die Giftstoffe der Bakterien bilden. Sollten sich nicht vermehrt Leukozyten im Blut befinden, muss der Mediziner eine Borreliose – die häufigste durch Zeckenbisse übertragene Krankheit – ausschließen, bevor er die Diagnose sicher stellen kann. Im Rahmen der Diagnostik muss der Arzt ebenso abklären, ob bei Dir bestimmte Risikofaktoren oder andere Krankheiten vorliegen, die das Entstehen der Wundrose begünstigen.

Was sind die Ursachen?

Die Wundrose kann infolge einer Infektion mit Bakterien entstehen. Meist handelt es sich bei diesen Bakterien um Streptococcus pyogenes. Doch auch andere Streptokokken-Arten oder in seltenen Fällen Staphylokokken, eine andere Bakterien-Gattung, können einer Wundrose zugrunde liegen. Bei den meisten Menschen kommen diese Bakterien natürlicherweise auf der Haut vor, das heißt, sie verursachen keine Beschwerden. Die Haut verhindert als natürliche Barriere, dass die Bakterien die Haut angreifen können.

Bei Hautverletzungen – beispielsweise hervorgerufen durch einen Kratzer, Schnitt, Insektenstich, im Rahmen einer Operation oder durch einen Hautpilz – können die Bakterien jedoch in tiefere Schichten des Gewebes vordringen und durch deren Produktion von Giftstoffen eine Entzündung hervorrufen, wodurch die typischen Symptome entstehen.
Zwar sind die Erreger der Wundrose von Mensch zu Mensch übertragbar, jedoch muss immer die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigt sein, damit es zu einer Infektion kommen kann.

Wie sehen die Symptome aus?

Zu Beginn der Erkrankung können erste Beschwerden in Form von Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Fieber und Schüttelfrost auftreten. Meistens treten erst einige Tage später die äußerlichen Symptome ein. Charakteristische Merkmale der Wundrose sind dabei durch eine Entzündung entstandene flammenförmige Rötungen und Schwellungen rund um die Eintrittsstelle der Bakterien. Mit der Entzündung können oft auch eine Überwärmung der Haut und ein Druckschmerz im Gebiet der Rötung einhergehen. Mitunter schwellen benachbarte Lymphknoten an und es treten kleine Bläschen auf.

Welche Folge kann die Erkrankung haben?

Bei ausbleibender Behandlung eines Erysipels können sich die Erreger in tiefere Hautschichten ausbreiten und im Bindegewebe eine Entzündung hervorrufen, was Mediziner  Phlegmone nennen. Unter Umständen gelangen die Bakterien ins Blut und verursachen dort eine Blutvergiftung, in der medizinischen Fachsprache als Sepsis bezeichnet. Über den Blutweg können sie sich auch in anderen Organen ausbreiten und dort Entzündungen bedingen.

 

Mitunter treten Entzündungen der Herzinnenwand (Endokarditis), der Hirnhäute (Meningitis) oder des Filterapparates der Niere (Glomerulonephritis) im Zusammenhang mit einem Erysipel auf.
Bei vermehrtem Auftreten einer Wundrose können die damit einhergehenden Entzündungsvorgänge auch zu einer Schädigung der Lymphgefäße führen. Daraufhin schwillt der betroffene Bereich oft massiv an. Mediziner sprechen dann von einer sogenannten Elephantiasis nostras, die wiederum ein erneutes Erysipel begünstigen kann. Des Weiteren empfinden Betroffene eine Wundrose oft als kosmetisches Problem, vor allem dann, wenn diese im Gesicht auftritt.

Wer ist davon betroffen?

Häufig betroffen sind Menschen, die unter Erkrankungen der Haut leiden. Hautschädigungen können dabei durch einen Nagelpilz, Neurodermitis, eine trockene Haut sowie Verletzungen der Haut oder des Nagelbetts entstehen. Haben nun die Bakterien die oberste Hautschicht durchdrungen, entwickelt sich in der Regel jedoch keine Wundrose. Bei funktionsfähigem Immunsystem ist dieses als Abwehrsystem des Körpers in der Lage, die Erreger zu eliminieren und die Hautschädigung heilen zu lassen. Personen, deren Immunsystem geschwächt ist, beispielsweise bei AIDS oder durch eine Chemotherapie bei einer Krebserkrankung, sind allerdings anfälliger gegenüber den eingedrungenen Bakterien. Auch Kinder und ältere Menschen verfügen über ein weniger effizientes Immunsystem und stellen somit eine Risikogruppe dar.

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für ein Erysipel besteht ebenfalls, wenn der Abfluss der in den Körper gelangten Erreger durch Lymphödeme oder Lymphstauungen behindert ist.
Die Lymphbahnen sind normalerweise dafür zuständig, die Bakterien zu den Lymphknoten zu transportieren, wo sie die Immunzellen eliminieren. Krankheiten, die den Lymphfluss negativ beeinflussen, sind unter anderem Nierenschäden, Krampfadern, Durchblutungsstörungen, Unterernährung und eine Herzschwäche.

Welche unterschiedlichen Schweregrade gibt es?

Ein glattes oder flaches Erysipel kann nach wenigen Tagen mit einer Blasenbildung an der Oberfläche der geröteten Hautstelle einhergehen (bullöses Erysipel). Diese Blasen können im weiteren Verlauf der Erkrankung zu Blutungen unter der Haut führen und in Abhängigkeit von deren Art und Größe die ekchymatöse oder die hämorrhagische Form auslösen. Besonders schwere Fälle sind durch ein Auftreten einer gangränösen Wundrose gekennzeichnet, die zu einem Absterben einzelner Gewebeteile führt, zum Beispiel der Augenlider. Selten, aber ebenso sehr gefährlich ist das phlegmonöse Erysipel, das Mediziner auch als abszedierened bezeichnen. Dieses schreitet in tiefere Gewebe fort und kann zu tiefen Abszessen oder eitrigen Entzündungen von Organen führen. In der Folge können Blutvergiftungen oder ein gestörter Lymphfluss entstehen.

Welche Behandlungsarten gibt es?

Zur Therapie von Wundrosen kommt in erster Linie das Antibiotikum Penicillin zum Einsatz.
Dieses sorgt für ein Absterben der Streptokokken, indem es in deren Stoffwechsel eingreift und den Zusammenbau der bakteriellen Zellwand blockiert. Bei schwerer Ausprägung, etwa beim Auftreten einer bullösen Wundrose – eine Wundrose, die mit einer Blasenbildung einhergeht – ist ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig, da hierbei die Gabe des Antibiotikums mittels Infusion über die Vene erfolgen muss. Bei Anschlagen der Therapie kannst Du nach zwei bis drei Tagen das Antibiotikum in Tablettenform einnehmen. Bei milder Symptomatik ist dagegen keine Behandlung im Krankenhaus erforderlich und Du kannst das Medikament bereits zu Beginn der Behandlung als Tablette zu Dir nehmen. Die Dauer der Einnahme beträgt etwa 14 Tage.

 

Sollte Deinerseits eine Allergie gegenüber Penicillin bestehen, kann Dir Dein behandelnder Mediziner alternativ Clindamycin oder Erythromycin verschreiben. Bei Verdacht auf eine Mischinfektion mit anderen Bakterien, beispielsweise Staphylococcus aureus, wirken hingegen andere Antibiotika wie etwa Cephalosporine besser.

Des Weiteren solltest Du auf eine Kühlung der entsprechenden Hautstelle achten, die schmerzlindernd und abschwellend wirkt. Sollten die Schmerzen zu stark sein oder bei Dir Fieber auftreten, kannst Du von Deinem Arzt auch schmerzstillende und fiebersenkende Arzneimittel verschrieben bekommen. Ebenfalls wichtig ist, das betroffene Körperteil möglichst zu schonen. Bei einem Erysipel am Unterschenkel ist es empfehlenswert, das Bein hochzulagern, wodurch sich der Lymphabfluss verbessert und Schwellungen leichter zurückgehen. Gegebenenfalls musst Du dann zusätzlich gerinnungshemmende Medikamente wie Aspirin oder Clopidogrel zur Thromboseprophylaxe einnehmen.

Um ein erneutes Auftreten einer Wundrose zu verhindern, sollte Dein Arzt die Therapie einer möglichen Grunderkrankung einleiten, etwa bei Fuß- oder Nagelpilz. Außerdem sollte er die Infektionsstelle aufspüren und behandeln. Unter Umständen ist hierbei ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig.

Was muss ich nach der Behandlung beachten?

Bei frühzeitiger Erkennung und entsprechender Behandlung der Wundrose ist die Prognose in der Regel gut. Bis sich die sichtbaren Hautveränderungen zurückbilden, dauert es etwa zehn bis zwölf Tage. Tritt dagegen keine Besserung der Beschwerden auf, sollte gegebenenfalls ein Wechsel auf ein anderes Antibiotikum erfolgen.

Kann ich die Erkrankung vorbeugen?

Sicher vorbeugen kannst Du eine Wundrose nicht, jedoch das Erkrankungsrisiko stark minimieren, indem Du auf eine sorgfältige Pflege Deiner Haut achtest, um sie zum Beispiel vor Hautrissen zu schützen. Sollte es doch zu einer Verletzung Deiner Haut kommen, solltest Du diese gründlich reinigen und desinfizieren.

Besteht bei Dir eine Grunderkrankung, die ein Erysipel begünstigt, solltest Du diese in jedem Fall von einem Mediziner behandeln lassen.
Treten wiederholte bakterielle Hautinfektionen bei Dir auf, kann unter Umständen eine vorbeugende Therapie mit Antibiotika sinnvoll sein, bei der Du das entsprechende Präparat täglich über mehrere Monate einnehmen musst.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die anfallenden Kosten bei einer Antibiotika-Behandlung. Falls Du trotzdem unsicher sein solltest, kannst Du gerne unsere Spezialisten kontaktieren!
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Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Eine Wundrose ist eine lokal begrenzte entzündliche Hauterkrankung, die durch das Eindringen von Bakterien in die Haut entstehen kann
  • Charakteristische Symptome der Wundrose sind Rötungen und Schwellungen. Daneben können Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost sowie Druckschmerz und Überwärmung der betroffenen Stelle bestehen
  • Häufig betroffen sind Menschen, die unter Hauterkrankungen und einem geschwächten Immunsystem leiden. Auch Lymphödeme und Lymphstauungen sind Risikofaktoren für eine Infektion
  • Mögliche Folgen der Erkrankung sind Phlegmone, eine Blutvergiftung, Schädigungen der Lymphgefäße sowie Entzündungen der Herzinnenwand, der Hirnhäute oder des Filterapparates der Niere
  • Die Behandlung der Wundrose erfolgt in erster Linie durch das Antibiotikum Penicillin. Zusätzlich sind Schonung und Kühlung der betroffenen Hautstelle sowie die Therapie einer möglichen Grunderkrankung für den Behandlungserfolg ausschlaggebend
  • Sicher vorbeugen lässt sich das Erysipel nicht. Jedoch kannst Du das Infektionsrisiko durch eine sorgfältige Pflege Deiner Haut und rechtzeitige Behandlung anderer dafür ursächlicher Erkrankungen stark reduzieren
  • Für Antibiotika-Präparate erfolgt in der Regel eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Wie finde ich den richtigen Arzt?

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