Bauchwandbruch? Bei uns bist Du in guten Händen! - MOOCI

Bauchwandbruch - Jetzt alle Informationen erfahren

Wenn sich die Bauchdecke an einer Schwachstelle der Bauchwand nach außen wölbt und einen sogenannten Bruchsack bildet, bezeichnen Ärzte dies als einen Bauchwandbruch oder als eine epigastrische Hernie. Fast ein Prozent der deutschen Bevölkerung leidet innerhalb eines Jahres an solch einer Hernie, wobei sie im Vergleich zu anderen Hernien eher selten auftritt und Männer dreimal so häufig betroffen sind wie Frauen. Es gibt sowohl angeborene als auch erworbene epigastrische Hernien. In einigen Fällen müssen Patienten zur Vermeidung von Komplikationen operiert werden. Wenn Organe eingeklemmt sind, muss sofort notoperiert werden. Die Erkrankung bildet sich nicht von selbst zurück und verschlimmert sich eher, bei Säuglingen allerdings verwächst sich ein Bauchwandbruch meistens und muss nicht behandelt werden.

Dauer

Bis zu 3 Stunden

Ausfallzeit

Bis zu 14 Tage

Stationär

Eine Nacht
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Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über einen Bauchwandbruch. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin unter einem Bauchwandbruch?

Medizinisch gesehen gehört der Bauchwandbruch zu den äußeren Hernien und macht nur einen sehr geringen Teil der Bauchwandhernien aus. Die epigastrische Hernie befindet sich an der Mittellinie des Oberbauchs zwischen dem unteren Ende des Brustbeins und dem Bauchnabel. Diese Mittellinie ist ein straffes Bindegewebsgeflecht, das aus den Faszien der Bauchwandmuskulatur besteht und genau in der Mitte zwischen den geraden Bauchmuskeln liegt. Falls eine Hernie vorliegt, kann sie im Bereich der Vorwölbung als Lücke in der Bauchdecke ertastet werden. Der Bruch besteht entweder aus Fettgewebe, welches vor dem Bauchfell oder innerhalb der Bauchhöhle liegt. Die epigastrische Hernie muss deutlich von der Rektusdistase abgegrenzt werden. Dabei ist das Bindegewebe zwar ausgedünnt, aber dennoch intakt, es gibt hier also keine Bruchlücke.

 

Vor allem Männer sind von einem Bauchwandbruch betroffen

Wie sehen die Symptome eines Bauchwandbruchs aus?

Erste Hinweise auf eine epigastrische Hernie sind meist chronische Druckbeschwerden am Oberbauch, welche beim Aufrichten, Niesen oder beim Stuhlgang stärker werden können, können aber von Patient zu Patient stark variieren. Wenn Du im Bereich der Hernienregion ganz plötzlich Schmerzen bekommst, deutet das auf eine Einklemmung von Organen hin. Dabei kann dessen Blutzufuhr unterbrochen werden und Du solltest sofort einen Arzt aufsuchen. Weitere typische Symptome sind Übelkeit und Erbrechen. Es kann aber auch sein, dass Du überhaupt keine Beschwerden oder Schmerzen bei einem Bauchwandbruch hast. In dem Fall ist es trotzdem ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Bei einem Verdacht auf einen Bauchwandbruch gehst Du am besten zum Hausarzt oder direkt zu einem Gastroenterologen. Nachdem er Dich im Anamnesegespräch zu Deinen Beschwerden befragt hat, folgt eine körperliche Untersuchung. Er bittet Dich dann zum Beispiel zu husten oder den Bauch anzuspannen, sodass er mögliche Veränderungen spüren kann. Wenn der Bauchdruck erhöht wird, kann ein Mediziner eine Auswölbung, den Bruchsack ertasten und dadurch die Diagnose des Bauchwandbruchs bestätigen.

Welche Ursache hat der Bauchwandbruch?

Epigastrische Hernien können entweder angeboren oder im Laufe des Lebens erworben werden. Bei Kindern liegt die Ursache der Erkrankung oft in der embryonalen Entwicklung. Wenn der Hoden des Säuglings noch nicht vollständig in den Hodensack gerutscht ist, geschieht dies meist im ersten Lebensjahr. Es bleibt eine Öffnung zwischen Hoden und Bauchraum, durch den der Hoden wandern kann. Allerdings können auch Organe durch diese Verbindung rutschen und es kommt zu einer Leistenhernie. Die erworbene Form des Bauchwandbruchs entsteht eher bei älteren Menschen, da mit dem Alter das Bindegewebe immer schwächer wird und dadurch das Auftreten von Hernien begünstigt. Auch Übergewicht beansprucht das Bindegewebe, sodass die Wahrscheinlichkeit für Hernien steigt. Wenn in Deiner Familie bereits Fälle von Hernienleiden bekannt sind, hast auch Du ein erhöhtes Risiko, im Laufe Deines Lebens einen Bauchwandbruch zu erleiden.

 

Eine Schwnagerschaft kann einen Bauchwandbruch begünstigen

Wer ist davon betroffen?

Meistens sind eher ältere Menschen von einer epigastrischen Hernie betroffen oder auch Menschen mit starkem Übergewicht. Ebenfalls ein Risikofaktor ist die familiäre Disposition, wenn also bereits andere Personen in Deiner Familie einen Bauchwandbruch hatten, hast auch Du ein erhöhtes Risiko an einer epigastrischen Hernie zu erkranken. Generell sind Männer dreimal so häufig betroffen wie Frauen.

Welche Folgen kann ein Bauchwandbruch haben?

Eine epigastrische Hernie heilt niemals von selber ab, im Laufe der Zeit vergrößert sie sich eher. Durch starke Belastungen wie schweres Heben, Übergewicht, aber auch chronischer Husten oder Niesen wird die Hernie strapaziert und kann sich verschlimmern. Im schlimmsten Fall können Deine Organe herausrutschen und eingeklemmt werden. In diesem Fall musst Du Dich sofort ins Krankenhaus begeben, um eine Notoperation durchführen zu lassen. Tust Du das nicht, droht ein Absterben der eingeklemmten Organe und in dessen Folge zu einer Blutvergiftung. Manchmal hat der Bauchwandbruch aber auch keine Folgen für Betroffene, sodass sie weder eingeschränkt sind, noch überhaupt Schmerzen haben.

Wann ist eine Operation notwendig?

Eine Operation ist bei leichten Formen von epigastrischen Hernien nicht notwendig, da sie keine oder nur wenig Symptome verursacht. Wenn Du aber stärkere Beschwerden hast oder sich der Bruch nicht mehr zurückdrücken lässt, sollte Dein Arzt operieren. Unumgänglich ist eine Operation, wenn Deine Organe eingeklemmt sind und möglicherweise die Blutzufuhr unterbrochen ist, da dies unbehandelt lebensbedrohlich sein kann. Eine epigastrische Hernie bildet sich nicht von selbst zurück und verschlimmert sich eher. Du solltest deswegen mit Deinem Arzt abwägen, ob in Deinem Fall eine Operation angeraten ist. Vor allem bei älteren Menschen werden Operationen soweit es geht vermieden, da jede Operation einen belastenden Eingriff für den Körper darstellt.

 

Durch einen Bauchwandbruch können Organe verrutschen

Was muss ich vor der Operation beachten?

Du solltest Deinen Körper schonen und starke körperliche Belastungen vermeiden. Auf Alkohol und Nikotin solltest Du in dieser Zeit verzichten und blutgerinnende Medikamente, wie zum Beispiel Aspirin, Plavix, ASS, Thrombo ASS oder Marcoumar, in Absprache mit Deinem Arzt aussetzen. Sechs bis acht Stunden vor der Operation darfst Du nichts mehr essen, trinken oder rauchen.

Wie genau verläuft die Operation einer epigastrischen Hernie und welche Operationstechniken gibt es?

Vor Deiner Operation untersucht Dich der Chirurg nochmals und klärt Dich über die geplante Operationsmethode auf. Außerdem wird Dir Blut abgenommen, sowie ein EKG und gegebenenfalls Röntgenuntersuchungen durchgeführt. Auch führt der Anästhesist ein kurzes Gespräch mit Dir über die geplante Narkose. Mediziner unterscheiden zwischen offenen und laparoskopischen Techniken bei der Operation einer epigastrischen Hernie. Zusätzlich kann Dein Arzt ein nicht auflösbares Netz aus Kunststoff zur Überlappung der Bruchlücke mittels der sogenannten Schlüssellochtechnik einsetzen. Die Entscheidung darüber, welches Verfahren Dein Arzt anwendet, trifft er mittels einer Analyse des Bruchs. Entscheidungskriterien hierbei sind die Größe des Bruchs, die Lokalisation, etwaige Voroperationen und natürlich auch Dein eigener Wunsch.

Die einfachste Operation des Bauchwandbruchs ist die Fasziennaht. Durchgeführt wird sie meistens bei eher kleinen Hernien, um die Bruchränder wieder zusammenzunähen. Hast Du allerdings einen größeren Bruch muss der Chirurg den Inhalt des Bruchsacks wieder in seine ursprüngliche Position zurückverlagern. Im Rahmen eines minimal-invasiven Eingriffs trägt Dein Arzt den Bruchsack ab und setzt zusätzlich ein Kunststoffnetz vor die Bruchpforte, damit diese gestärkt und stabilisiert ist.

Was muss ich nach der Behandlung beachten?

Nach der Behandlung kannst Du sofort duschen, Baden solltest Du nur mit speziellen Pflastern. Außerdem solltest Du für 14 Tage direkte Sonneneinstrahlung auf die Narben vermeiden. Den Alltag kannst Du sofort nach der Operation wieder meistern, Du solltest Dich aber für etwa ein bis zwei Wochen nach dem Eingriff körperlich schonen. Wenn Du danach wieder die Belastung steigerst, solltest Du das sehr vorsichtig und nur in Absprache mit Deinem Arzt tun, vor allem, wenn Du ohne das Einsetzen eines Netzes operiert worden bist. Sport sowie das Heben von Gewichten über zehn Kilogramm sind nach etwa sechs Wochen (oder ohne Netz nach drei Monaten) wieder bedenkenlos möglich.

 

Zu schweres Heben sollte vermieden werden

Welche Komplikationen und Risiken können während dem Eingriff auftreten?

Insgesamt sind diese Arten von Operationen sehr erprobt und sicher. Allgemeine Operationsrisiken wie Wundentzündungen, Blutungen und Heilungsstörungen sind sehr gering. Wenn der Bruch nicht gut operiert wurde, kann es im Laufe der Zeit zu einer erneuten epigastrischen Hernie kommen, Ärzte sprechen hierbei von einem Bruch-Rezidiv. Ein minimales Risiko besteht auch für dauerhafte Schmerzen durch Nervenirritationen.

Kann ich einen Bauchwandbruch vorbeugen?

Vorbeugen kannst Du einem Bauchwandbruch, indem Du starkes Übergewicht und risikoreiches Verhalten wie das Heben von schweren Gegenständen vermeidest. Ansonsten ist es nicht wirklich möglich, der epigastrischen Hernie vorzubeugen.

Welche weiteren Hernienformen gibt es?

Neben dem Bauchwandbruch gibt es unter anderem die Leistenhernie, welche eine besondere Form des Bauchwandbruchs ist. Allerdings befindet sich der Leistenbruch, wie der Name bereits sagt, in der Leistengegend. Durch eine Ausstülpung können auch hier Eingeweide in den Bruchsack hineinfallen. Der Narbenbruch gehört ebenfalls zum Bauchwandbruch dazu. Dieser tritt meist nach einer Operation in der Bauchgegend auf, und zwar im Bereich der Narbe. Ein Narbenbruch kann auch noch lange Zeit nach der Operation auftreten. Der Schenkelbruch tritt wie auch der Leistenbruch eher in Nähe der Leistengegend auf, wobei die Schmerzen in den Oberschenkel ausstrahlen können. Bei einem Zwerchfellbruch ist es möglich, dass die inneren Organe in den Brustbereich rutschen, denn auch hier entsteht, wie bei den vorherigen Hernien, ein Defekt.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Ob und welchen Anteil der Kosten Deine Krankenkasse übernimmt, ist von Kasse zu Kasse und auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Handelt es sich um einen medizinisch notwendigen Eingriff, werden die Kosten in der Regel von der Kasse übernommen. Informiere Dich am besten direkt bei Deiner Krankenversicherung oder bei unseren Spezialisten, welche Kosten sie übernimmt.

 

Nach der Behandlung des Bauchwandbruchs geht es den Patienten wieder besser

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Bei einem Bauchwandbruch wölbt sich die Bauchdecke an einer Schwachstelle der Bauchwand nach außen und bildet einen Bruchsack
  • Die Erkrankung kann sowohl angeboren als auch erworben sein
  • Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung kann diese Schmerzen oder Unwohlsein verursachen
  • Bei eingeklemmten Organen musst Du sofort notoperiert werden!
  • Eine Hernie bildet sich nicht von selber zurück und verschlimmert sich im Laufe der Zeit eher, trotzdem müssen nicht alle operiert werden
  • Risikofaktoren sind unter anderem schweres Heben, starkes Übergewicht, Pressen bei erschwertem Stuhlgang, Bauchwassersucht, Schwangerschaft und chronischer Husten
  • Vorbeugende Maßnahmen sind lediglich die Vermeidung oder Reduktion von Übergewicht sowie kein Heben von schweren Gegenständen
  • Es gibt verschiedene Operationstechniken, offen oder minimal-invasiv, bei einigen Fällen kann zusätzlich ein Kunststoffnetz eingesetzt werden
  • Der Eingriff ist sehr sicher
  • Nach der Operation solltest Du Dich schonen, Alltagsaufgaben sind allerdings möglich
  • Bei medizinischer Indikation übernehmen die Kassen in der Regel die anfallenden Kosten

 

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Quellen

Uniklinikum Saarland

LMU – Klinikum der Universität München

MSD Manual

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