Brustrekonstruktion - Jetzt alle Informationen erfahren

Die Brüste sind für die meisten Frauen der Inbegriff ihrer Weiblichkeit. Zieht eine Erkrankung oder ein Unfall den Busen in Mitleidenschaft, dann kann sich dies negativ auf die Psyche der Patientin auswirken. Die modernen Medizin bietet den Betroffenen heutzutage jedoch eine Fülle an Techniken, mit welchen sich die weibliche Brust wieder rekonstruieren lässt.

Dauer

1-8 Stunden

Ausfallzeit

1-2 Wochen

Stationär

2-5 Nächste

Welche Gründe gibt es für eine Brustrekonstruktion?

Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, kämpfen nicht nur mit einer gefährlichen, oft lebensbedrohlichen Erkrankung, sondern auch mit dem möglichen Verlust einer oder sogar beider Brüste. Dies kann zusätzlich zur mentalen und emotionalen Belastung führen, da eventuell ihre Identität als Frau gefährdet ist. Um ihre alte Identität wiederzuerlangen und den Kampf mit dem Krebs abzuschließen, entschließen sich viele Frauen nach erfolgreicher Beendigung der Therapie zu einem Brustaufbau.

Welche Arten der Brustrekonstruktion gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Brustrekonstruktion zwischen einer Primär-Rekonstruktion, gleichzeitig mit der Brustamputation und einer später vorgenommenen Sekundär-Rekonstruktion. Zusätzlich beeinflusst auch die Art des Implantates, also die Wahl zwischen dem Brustaufbau mit Implantat, dem Aufbau mit Eigengewebe oder aber einer Kombination aus beiden Methoden, das Ergebnis. Jede Möglichkeit bringt dabei ihre Vor- und Nachteile mit sich, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt der Chirurg die Rekonstruktion durchführt.

Für wen ist eine Brustrekonstruktion geeignet?

Die Rekonstruktion der Brust ist für alle Frauen nach oder vor einer vollständiger Entfernung der Brust im Rahmen eines Unfalls oder einer Erkrankung geeignet.

Dies gilt für:

  • Frauen nach einer Voll- oder Teilamputation der Brust im Rahmen des Brustkrebs
  • Frauen, die das Brustkrebs-Gen in sich tragen und beide Brüste vorbeugend entfernen lassen
  • Frauen, deren Brüste durch einen Unfall oder Verbrennungen entfernt wurden

Wie läuft eine Brustrekonstruktion ab?

Der genaue Ablauf der Operation hängt von der Wahl der speziell angewendeten Technik ab. Grundsätzlich erfolgt die Behandlung in drei aufeinander folgenden Schritten beziehungsweise Operationen. Im ersten Schritt entfernt der Spezialist die Haut und das Brustdrüsengewebe und ersetzt dieses Gewebe. Zudem baut er die Brüste wieder symmetrisch auf. Im nächsten Schritt modelliert der Arzt den Brustwarzenhof, um anschließend, im letzten Schritt, die Brustwarze zu rekonstruieren. Abhängig davon, ob mit Deiner Brust auch der Warzenhof entfernt wurde oder Du Dich für eine rekonstruierte Brustwarze entscheidest, musst Du mit zwei bis drei Operationen rechnen. Entscheidest Du Dich jedoch für eine Sofortrekonstruktion, fällt die zweite Operation weg, da der Chirurg alle Schritte in der ersten Op durchführt.

Beim Aufbau der Brust kannst Du zwischen der Rekonstruktion mit synthetischem Material, dem Aufbau mit körpereigenem Gewebe, wie Eigenfett oder aber einer Kombination aus beidem, entscheiden. Jede Methode bringt dabei ihre Vor- und Nachteile mit sich. Du solltest diese Entscheidung daher sorgfältig und nicht übereilt treffen, um die für Dich geeignete Lösung zu finden. Auch ist zu Bedenken, dass nicht alle Möglichkeiten der Rekonstruktion bei allen Patientinnen durchgeführt werden können, weshalb Du Dich vor einer Entscheidung ausgiebig beraten lassen solltest.

Wie verläuft eine Brustrekonstruktion mit Fremdgewebe?

Für die Brustrekonstruktion mit Fremdgewebe gibt es zwei Möglichkeiten. Ist nach dem Entfernen der Brust noch genügend Haut im Brustbereich vorhanden und auch der Brustmuskel intakt, kann der Arzt ein langfristig verbleibendes Implantat aus Silikon gefüllt mit Silikongel oder Kochsalzlösung hinter dem Muskel platzieren. Wie auch bei der Brustvergrößerung gibt es dabei verschiedene Vorgehensweisen und Schnitttechniken. Der Vorteil dieser Technik ist, dass die Operation meistens gut verträglich ist und Du nach einer Brustrekonstruktion nur wenige Tage im Krankenhaus bleiben musst. Zusätzlich lässt sich das Einsetzens des Implantates meist auch mit der Tumoroperation verbinden. Diese Methode kommt leider jedoch nur in Frage, wenn nach der Mastektomie genügend Haut vorhanden ist, da der Chirurg ansonsten das Implantat nicht richtig platzieren kann und die Haut möglicherweise nicht genug Platz für den Aufbau mit Implantat bietet.

Bleibt nach der Krebsoperation hingegen zu wenig Haut übrig, oder ist diese zu straff gespannt, muss der behandelnde Arzt auf die Expander-Technik zurückgreifen. Diese Expansionstechnik dient dazu die verbleibende Haut schrittweise aufzudehnen, um so Platz für das Implantat zu schaffen. Dabei platziert der Arzt im Zuge einer ersten Operation unmittelbar nach Entfernung der Brust einen leeren Kunststoffbeutel mit einem Ventil im Brustbereich. Anschließend füllt er diesen Beutel über das Ventil nach und nach mit einer Kochsalzlösung auf. Die Abstände der Auffüllphasen betragen dabei meist 2-4 Wochen, bis nach circa drei Monaten der Ballon die richtige Größe erreicht hat. Durch diese langsame Dehnung der Haut, verläuft der Prozess weitgehend schmerzlos. Anschließend ersetzt der Arzt den Ballon in einer weiteren Operation mit dem langfristig verbleibenden Implantat. Als Zugang wählt er dabei einen kleinen Hautschnitt von drei bis fünf Zentimetern in der Unterbrustfalte, um die lange Narbe der Brustentfernung nicht erneut zu verletzen. In manchen Fällen implantiert der Arzt auch eine sogenannte „Becker-Prothese“, die bereits zu 35% ihres Füllvolumens mit Silikongel gefüllt ist und nach Abschluss des Dehnungsprozesses nicht entfernt wird. Ein Austausch ist daher nicht notwendig und dieser Expander kann als endgültiges Implantat belassen werden.

Welche Vor- und Nachteile bringt eine Brustrekonstruktion mit Fremdgewebe mit sich?

Wie bereits erwähnt, ist der Vorteil der Implantat-Rekonstruktion, dass die Operation meistens gut verträglich ist und der Spezialist diese in einem Schritt durchführen kann. Im Vergleich zum Brustaufbau mit Eigengewebe muss der Chirurg hier kein Haut-Fett-Lappen von einer anderen Stelle entnehmen, wodurch Du weniger Schmerzen nach der Operation hast. Gleichzeitig ist auch die Wundheilung schneller abgeschlossen und es entstehen keine zusätzlichen Nachteile.

Bei der Rekonstruktion mittels Implantat besteht jedoch das Risiko einer Kapselfibrose. Als Reaktion auf den Fremdkörper kann der Körper rund um das Implantat eine Bindegewebskapsel bilden, die sich im Laufe der Zeit verdickt, verhärtet und schrumpft. Daraus ergeben sich mögliche Schmerzen, Verhärtungen, sowie Verformungen der Brust. In besonders schlimmen Fällen erfordert eine Kapselfibrose sogar eine weitere Operation zur Korrektur und gegebenenfalls auch Entfernung des Implantats. Da sich das Risiko der Kapselfibrose durch eine Strahlentherapie zusätzlich erhöht, solltest Du eine Brustrekonstruktion mit Implantat nur nach Abschluss der Krebstherapie oder bei einem prophylaktischen Eingriff in Erwägung ziehen. Ein weiterer Nachteil der Implantate ist, dass es oft schwierig ist trotz der verschiedensten Größen und Formen von Implantaten die alte Form Deiner Brust wiederherzustellen. Weiters können die Implantate sich nicht an zukünftige Veränderungen wie Gewichtsschwankungen oder altersgemäße Körperveränderungen anpassen.

Welche Methoden des Brustaufbaus mit Eigengewebe gibt es?

Neben der Brustrekonstruktion mit Implantat hast Du auch die Möglichkeit Dich für eine Rekonstruktion mit Eigengewebe zu entscheiden. Dies besteht aus Haut-, Fett- und in den meisten Fällen auch aus Muskelgewebe, das der Arzt aus einer anderen Körperstelle entnimmt. Dabei hat er einerseits die Möglichkeit den Gewebelappen mit den ihn versorgenden Blutgefäßen in die Brustregion zu verpflanzen. Die Medizin spricht dabei von einer gestielten Lappenplastik. Entscheidest Du Dich mit dem Arzt jedoch gegen eine Gewebetransplantation entnimmt der Spezialist das Gewebestück zuerst komplett aus seiner ursprünglichen Umgebung, formt es zur Brust und schließt es anschließend unter dem Mikroskop in der Brustregion wieder an. Diese Methode bezeichnet man in der Medizin als freie Transplantation. Neben der Unterscheidung zwischen gestielter und freier Transplantation, spielt auch die Wahl des jeweiligen Gewebestücks eine Rolle bei möglichen Ergebnissen und Risiken. Dabei hat jedes Verfahren seine eigenen Vor- und Nachteile. Die Wahl ist daher Abhängig von Deinen Bedürfnissen und Wünschen, sowie der Größe Deiner Brust. Ein Nachteil ist, dass die Operation deutlich aufwändiger für den Chirurgen ist, was eine längere Ausfallzeit mit sich bringen kann. Der Vorteil dieses Brustaufbaus ist jedoch die Tatsache, dass kein körperfremdes Material verwendet wird. Es kann daher z.B. nicht zu einer Kapselfibrose kommen.

Eine der ältesten Methoden der Brustrekonstruktion ist die Latissimus-dorsi-Lappenplastik. Bei dieser Methode entnimmt der Arzt einen Teil des großen Rückenmuskels, Musculus latissimus dorsi, der vom Oberarm bis zur unteren Lendenwirbelsäule recht. Dabei entnimmt er ein spindelförmiges Stück des Muskels inklusive des ihn bedeckenden Fettgewebes und der Haut und schwenkt es vom Rücken nach vorne auf die Brustwand. Der Vorteil dieser Methode ist die weiterhin gegebene Durchblutung des Gewebes durch die gestielte Transplantation und der Aufbau der Brust mit natürlichem Eigengewebe, was auch eine sehr schöne und natürliche Form mit sich bringen kann. Daneben wird auch der Verlust des Muskelgewebes von anderen Muskelgruppen ausgeglichen, sodass Du nicht mit großen Bewegungseinschränkungen oder einem Kraftverlust rechnen musst. Manche Patientinnen fühlen sich jedoch auf Grund der Narbe in ihrer Bewegung eingeschränkt. Die Latissimus-dorsi-Lappenplastik eignet sich aufgrund der Größe des entnommenen Gewebes in den meisten Fällen für die Transplantation von kleinen bis mittelgroßen Brüste. Zusätzlich lässt sich diese Technik mit Silikonimplantaten kombinieren und kommt damit auch für größere Brüsten in Frage.

Neben der Transplantation des Rückenmuskels, gibt es auch die Möglichkeit der TRAM-Lappen-Rekonstruktion. Dabei verwendet der Arzt zum Wiederaufbau einen Teil des geraden Bauchmuskels und kann diesen, sowohl gestielt als auch frei transplantieren. Das Straffen der Bauchdecke nach dem Entnehmen das Gewebes ist für viele Patientinnen dabei ein positiver Nebeneffekt. Heute gilt die TRAM-Methode nicht mehr als Standardmethode, da es aufgrund der nach der Operation geschwächten Bauchdecke, oft zu Bauchdeckenbrüchen kommen kann. Raucherinnen und Frauen mit starkem Übergewicht sollten eine andere Methode wählen, da bei dieser Methode ein erhöhtes Risiko einer Durchblutungsstörung des Lappens gegeben ist.

Die DIEP-Lappen Rekonstruktion ist eine Weiterentwicklung des TRAM-Lappens und wird aufgrund der Bauchdecken-schonenden Operationstechnik am häufigsten eingesetzt. Bei dieser Methode entnimmt der Arzt lediglich eine Spindel aus Haut und Fettgewebe. Er spaltet zwar den Bauchmuskel um die versorgenden Blutgefäße zu präparieren, entnimmt aber kein Muskelgewebe. Das Risiko des Bauchdeckenbruchs ist somit wesentlich geringer. Da dieses Verfahren aufwändiger ist, sind zwei Operationsteams nötig, welche parallel arbeiten. Am Ende der Operation strafft auch hier der Chirurg die Bauchdecke.

Wenn der Arzt zur Rekonstruktion den Gewebelappen aus dem Gesäß entfernt, spricht die Medizin entweder von der S-GAP-, der Entfernung eines ovalen Lappens aus der oberen Gesäßhälfte, oder der I-GAP-Lappen, der Entfernung aus der unteren Hälfte. Falls Du zum Beispiel nicht genug Fettgewebe am Bauch hast, ist die GAP-Lappentransplantation vielleicht die geeignetere Lösung für Dich. Bei dieser Methode besteht jedoch das Risiko, dass nach der freien Transplantation eine Gesäßseite unregelmäßig verformt ist, oder auch beim Sitzen Beschwerden auftreten können.

Für eher kleine Brüste eignet sich auf die Transplantation eines TMG-Lappen. Hier entnimmt der Arzt eine Hautsichel am inneren Oberschenkel inklusive dem darunterliegenden Muskel. Auch bei dieser Methode können andere Muskelgruppen den fehlenden Muskel gut kompensieren, so dass es zu keinen Problemen wie Bewegungseinschränkungen kommt.

Eine relativ neue Methode zur Rekonstruktion ist das Implantieren von Eigenfett, das sich mittels Absaugen gewinnen lässt. Da der Körper aber immer nur einen Teil der implantierten Fettzellen einbaut und der andere Teil somit abstirbt und vom Körper abgebaut wird, ist für diese Art der Transplantation meistens mehrere Schritte im Abstand von drei Monaten nötig, um die Brust vollständig zu rekonstruieren.

Zu welchem Zeitpunkt wird eine Brustrekonstruktion durchgeführt?

Bei der Wahl des Zeitpunktes einer Brustrekonstruktion gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Der richtige Zeitpunkt hängt dabei einerseits von der Art des Tumors und der anschließenden Krebsbehandlung und andererseits von Deinen Wünschen ab. Grundsätzlich unterscheidet die Medizin zwischen einer primären und einer sekundären Rekonstruktion. Bei einer primären Behandlung kann der Arzt die Brust im Zuge der Entfernung des Tumores sofort wieder aufbauen. Gerade bei vorsorglichen Operationen entscheiden sich die meisten Patientinnen für eine primäre Brustrekonstruktion mit Silikonimplantaten. Viele Frauen finden es auch psychisch entlastend, nach der Entfernung des Krebses mit zwei neu geformten Brüsten aus der Narkose zu erwachen.

Die Entscheidung über Wahl der Durchführung und Zeitpunkt der Brustrekonstruktion solltest Du jedoch nicht übereilt treffen. Das ist in der Regel auch nicht notwendig, da die Entfernung des Krebses bzw. der Brust und die Rekonstruktion nicht am selben Termin erfolgen müssen. Der Zeitpunkt der Rekonstruktion kann wahlweise auch Wochen, Monate oder sogar Jahre nach der Mastektomie erfolgen. Wird der Krebs zusätzlich mit einer Strahlentherapie behandelt, kommt nur eine sekundäre, also verspätete Rekonstruktion in Frage, da die Chemotherapie die Durchblutung im Operationsgebiet und dadurch die Wundheilung negativ beeinträchtigen kann. Zusätzlich besteht das Risiko der Kapselfibrose, die den neuen Busen möglicherweise deformiert oder sogar dazu führen kann, dass das Implantat wieder entfernt werden muss. Die sekundäre Rekonstruktion kann der Arzt jedoch erst durchführen, wenn eine Chemotherapie seit mindestens vier Monaten abgeschlossen ist und auch die Wunden des ersten Eingriffs verheilt sind.

Kann die Brustwarze auch wiederhergestellt werden?

Wenn der Chirurg während der Amputation der Brust auch die Brustwarze entfernen musste, ist nach der erfolgreichen Rekonstruktion und eventuell notwendigen anpassenden Operation der gesunden Brust auch die Wiederherstellung der Brustwarze möglich, um die optische Symmetrie beider Brüste zu erzielen. Dieser Eingriff führt der Arzt aber erst durch, wenn die aufgebaute Brust vollständig abgeheilt ist.

Dabei kann er die Brustwarze sowohl mittels medizinischen Tätowierung und Permanent-Make-up, als auch mit Hilfe einer Hauttransplantation, wie etwa mit einer lokalen Lappenplastik, wiederherstellen. Bei Frauen mit großen Brustwarzen gibt es auch die Möglichkeit des Mamillen-Sharing oder umgangssprachlich „Nipple Sharing“, bei der der Arzt einen Abschnitt der gesunden Brustwarze entnimmt und auf die rekonstruierte Brust setzt.

Welche Gründe sprechen gegen eine Brustrekonstruktion?

In manchen Fällen ist von einer Brustrekonstruktion abzuraten. So solltest Du die Operation nicht in Erwägung ziehen, wenn Du schwanger bist, beziehungsweise in Kürze eine Schwangerschaft bevorsteht, Du unter Diabetes-mellitus also unter einer Zuckerkrankheit leidest, Durchblutungsstörungen hast oder starke Raucherin bist. Zusätzlich empfehlen Ärzte eine Brustrekonstruktion erst nach einer abgeschlossenen Strahlentherapie durchzuführen.

Welche Risiken und Komplikationen sind bei einer Brustrekonstruktion möglich?

Wie bei jeder Operation gibt es auch bei einer Brustrekonstruktion allgemeine Operationsrisiken, wie Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen. Diese Risiken sind jedoch dank Einhaltung strengster Qualitäts- und Hygienestandards auf ein Minimum reduziert. Jede Form der Brustrekonstruktion birgt das Risiko, eines ästhetisch nicht vollständig ansprechenden Ergebnisses oder dem Auftreten von Asymmetrien. Dies lässt sich jedoch oft in weiter folgenden Operationen beheben.

Abhängig von der Art der Brustrekonstruktion sind die jeweiligen Methoden aber auch mit spezifischen Risiken verbunden. Beim Wiederaufbau mit Implantaten kann es beispielsweise oft zu Kapselfibrosen, also lokalen Verhärtungen der Brust, kommen. Das Risiko einer Kapselfibrose ist durch Verwendung modernster Silikonimplantate zwar wesentlich geringer, eine Fibrose kann aber gerade nach einer Strahlentherapie häufig auftreten. Daher raten Ärzte nach dieser Art der Krebstherapie von einem Aufbau mit Implantaten sogar ab. Eine Brustrekonstruktion mit Eigengewebe ist dann die empfohlene Variante. Jedoch gibt es auch bei der Rekonstruktion mit Eigengewebe mögliche Risiken. Dabei kann es je nach angewendeter Technik zu unterschiedlichen Nachteilen in anderen Körperbereichen kommen. Dazu zählen mögliche Bewegungseinschränkungen am Rücken bei der Latissimus dorsi Lappenplastik oder Gefühlsbeeinträchtigungen, beziehungsweise. eine deutlich geschwächte Bauchwand beim TRAM-Lappen.

Nach einer Operation ist auch die Möglichkeit eines erhöhten Tumormarkers gegeben. Tumormarker sind jedoch lediglich die Anzeichen von Entzündungen und können auch bei gesunden Menschen auftreten. Ein erhöhter Tumormarker nach einer Operation ist somit nicht sicher ein Hinweis für eine wiederkehrende Krebserkrankung.

Wie lange dauert eine Brustrekonstruktion?

Die Operationsdauer variiert stark und ist abhängig von der Wahl der Brustrekonstruktion und dem Patienten. Sie kann von 30 Minuten bis zu acht Stunden dauern.

Was muss ich vor dem Eingriff beachten?

Eine Brustkrebsoperation und die anschließende Rekonstruktion ist oft mit Ängsten, Unsicherheit und Ungewissheit verbunden. Um die seelische Belastung zu verringern, kann ein Gespräch mit bereits operierten Patientinnen hilfreich sein, um Dir ein Bild über die Operation, mögliche Auswirkungen, Komplikationen und Begleiterscheinungen zu verschaffen. Außerdem ist es wichtig, dass jegliche Narben von vorhergehenden Operationen zur Gänze verheilt sind.

Ist ein stationärer Aufenthalt bei einer Brustrekonstruktion notwendig?

Eine Brustrekonstruktion ist eine umfassende Operation und bedarf gerade in den ersten Tagen einer regelmäßigen Kontrolle durch den Arzt. Ein stationärer Aufenthalt ist daher in jedem Fall notwendig.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt unumgänglich. Im Normalfall kannst Du 2-5 Tage nach der Operation das Krankenhaus verlassen. Es ist dabei wichtig, dass Du einen speziellen Verband trägst und in den ersten 6 Wochen auch nur einen speziellen angepassten Stütz-BH verwendest. Gerade in den ersten Tagen sind Schmerzen und Spannungsgefühle im Brustbereich völlig normal, es ist also wichtig, dass Du alle verordneten Schmerztabletten regelmäßig einnimmst. Duschen und Baden solltest Du erst wieder, wenn die Wunde verheilt ist. Zusätzlich solltest Du zur Unterstützung der Genesung Dich gerade in den ersten drei Wochen körperlich schonen und auf Sport verzichten. Sechs Wochen nach der Operation kannst Du aber im Normalfall allen Tätigkeiten nachgehen und auch sportliche Aktivitäten langsam wieder aufnehmen.

Sind Nachsorgeuntersuchungen nach einer Rekonstruktion möglich?

Wie oft Du zur Nachsorgeuntersuchung musst, legt Dein Arzt mit Dir nach der Operation bzw. vor Entlassen aus dem Krankenhaus fest. In der Regel sind jedoch Untersuchungen nach einer Woche, nach einem Monat und anschließend nach drei Monaten üblich. Dabei sind sämtliche Nachsorgeuntersuchungen, wie das direkte Abtasten als auch technische Untersuchungen wie eine Mammographie, Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT) möglich. Eine routinemäßige Mammographie solltest Du zusätzlich einmal im Jahr durchführen lassen. Wichtig ist vor einer Untersuchung auf ein mögliches Implantat hinzuweisen, damit der Arzt dieses während der Untersuchung (z.B. Punktion) nicht beschädigt und auch auf andere Behandlungsmethoden wie die Magnetresonanztomographie ausweichen kann.

Hast Du jedoch unerwartete Beschwerden oder anhaltende Schmerzen, ist es wichtig auf jeden Fall Deinen Arzt auch außerhalb festgelegter Termine zu konsultieren.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Brustrekonstruktion?

Eine Brustrekonstruktion zählt als fester Bestandteil eines Behandlungsplans bei Brustkrebs. Solltest Du Dich für eine Operation entscheiden, übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten. Dies gilt, solange es sich um ein gängiges Operationsverfahren handelt. Du solltest dennoch den Behandlungsplan und die damit verbundenen Kosten mit Deiner Krankenkasse vorab besprechen.

Alle wichtigen Informationen zusammengefasst:

  • Eine Brustrekonstruktion aufgrund einer Brustkrebserkrankung kann entweder simultan mit der Entfernung des Tumors, oder einige Wochen später erfolgen
  • Es gibt unterschiedliche Techniken: Eigengewebe, Eigenfett, Implantat oder Kombinationen daraus
  • Die Wahl des richtigen Zeitpunktes und der besten Technik kann nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen, der das Krankheitsbild und die körperlichen Gegebenheiten kennt
  • Die Rekonstruktion der Brustwarze und des Warzenvorhofes erfolgt erst nachdem die aufgebaute Brust verheilt ist
  • Neben üblichen Komplikationen, die bei einer Operation auftreten können, birgt jede Technik eigene Risiken
  • Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine Brustrekonstruktion

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Die Suche nach einem Arzt, bei dem Du Dich wirklich wohlfühlst, kann sich als schwierig gestalten. Das Internet bietet Dir eine Fülle an verschiedenen Chirurgen und die richtige Auswahl zu treffen fällt meist schwer. MOOCI hat es sich aus diesem Grund zur Aufgabe gemacht, die besten Ärzte an einem Ort zu vereinen. Bei uns kannst Du schnell und einfach mehrere geprüfte Ärzte kontaktieren. MOOCI möchte Dir die Suche nach dem idealen Experten erleichtern. Schaue am besten gleich jetzt nach, welche Experten sich in Deiner Nähe befinden: Jetzt Ärzte in meiner Nähe anzeigen. Wir freuen uns über Deine Anfrage!

Sie möchten sich näher informieren?

Unsere Spezialisten beraten Sie gerne: persönlich, unverbindlich und kostenfrei.
Rufen Sie uns einfach an: +43 (0) 6641320829 (Mo-Fr: 09:00-18:00 Uhr), oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Mehr zum Thema:

Spezialisten in Deiner Nähe



Newsletter

Die Brüste sind für die meisten Frauen der Inbegriff ihrer Weiblichkeit. Zieht eine Erkrankung oder ein Unfall den Busen in Mitleidenschaft, dann kann sich dies negativ auf die Psyche der Patientin auswirken. Die modernen Medizin bietet den Betroffenen heutzutage jedoch eine Fülle an Techniken, mit welchen sich die weibliche Brust wieder rekonstruieren lässt.

Die Gynäkomastie ist eine ein- oder beidseitige Vergrößerung der männlichen Brustdrüse. Dies kann nicht nur Schmerzen hervorrufen, sondern ist meist auch eine große psychische Belastung für die Betroffenen. Mit Hilfe einer Hormontherapie oder einer Operation, lässt sich die „Männerbrust“ entfernen.

Die Korrektur der Brustwarzen hat meist einen ästhetischen Hintergrund. Allerdings können auch die Beeinträchtigung der Stillfähigkeit oder Entzündungen Ursachen für eine Brustwarzenkorrektur sein.