Gicht: Was muss ich jetzt unbedingt beachten? - MOOCI

Gicht - Jetzt alle Informationen erfahren

Schmerzende, geschwollene und gerötete Gelenke können Hinweise auf das Vorliegen einer Gicht sein. Die schon seit Jahrhunderten unter dem Begriff Wohlstandskrankheit bekannte Gicht steht dabei in engem Zusammenhang mit Lebensstilfaktoren, wodurch sich die Erkrankung in den meisten Fällen gut kontrollieren lässt. In diesem Beitrag erfährst Du alle wichtigen Informationen rund um das Thema Gicht und wir verraten Dir, worin der Zusammenhang zwischen Bier und Gicht besteht.

Dauer

30-90 Minuten

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Hinweis: Dieser Beitrag dient zur Information über Gicht. Es ist jedoch möglich, dass einzelne der hier aufgeführten Leistungen noch nicht von unseren Ärzten angeboten werden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Dir bald für weitere Behandlungsfelder einen Spezialisten bieten zu können. Bei Fragen zu unserem Leistungsspektrum kannst Du Dich gerne jederzeit bei uns melden!

Was versteht die Medizin darunter?

Unter Gicht verstehen Mediziner eine Stoffwechselerkrankung, die durch Ablagerung von Harnsäurekristallen zu schmerzhaften Entzündungen in Gelenken führt. Die Kristalle können sich jedoch auch in Schleimbeuteln, Sehnen, in der Haut, im Ohrknorpel sowie in der Niere ablagern. Bei unbehandelter Gicht kann es daher leicht zu Nierensteinen und Nierenschäden kommen.

 

Die Gicht gehört zu den rheumatischen Erkrankungen

Wie sehen die Symptome der Gicht aus?

Die Anzeichen und Symptome von Gicht treten fast immer plötzlich und oft nachts auf. Sie beinhalten intensive Gelenkschmerzen, die in 50 Prozent der Fälle das Großzehengrundgelenk betreffen und in den ersten vier bis zwölf Stunden nach Beginn des Gichtanfalls am stärksten sind. Weiterhin können eine Schwellung, Rötung und Überwärmung auftreten. Nachdem die stärksten Schmerzen abgeklungen sind, können Gelenkbeschwerden beispielsweise in Form einer eingeschränkten Beweglichkeit einige Tage bis Wochen andauern. Spätere Gichtanfälle dauern meist länger und betreffen mehrere Gelenke.

Wie diagnostiziert der Arzt die Erkrankung?

Zu Beginn führt Dein behandelnder Mediziner mit Dir ein Anamnesegespräch, in dem er Dich über Deine Symptome, sonstige Beschwerden, Ernährungsgewohnheiten und etwaige Medikamenteneinnahme befragt. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Gelenke und den Bauch abtastet. Ebenfalls wird Dir Blut abgenommen, um den Harnsäurespiegel darin messen zu können. Dieser kann bei einem akuten Gichtanfall auch im oberen Normbereich liegen, ist jedoch beim chronischen Verlauf ohne entsprechende Behandlungsmaßnahmen praktisch immer erhöht. Weiterhin dient eine Blutuntersuchung der Bestimmung der Blutsenkung, des C-reaktiven-Proteins und der Leukozyten (weiße Blutkörperchen), deren Werte meist ebenfalls erhöht sind. Sollte ein Gelenkserguss vorliegen, entnimmt er die Flüssigkeit aus dem Gelenk und untersucht diese unter einem Mikroskop. Der Nachweis von Harnsäurekristallen in der Gelenkflüssigkeit kann die Diagnose Gicht sichern. 
Im fortgeschrittenen Verlauf der Gicht, kann des Weiteren eine Röntgenuntersuchung erfolgen, anhand derer sich mögliche Schäden an Gelenken feststellen lassen.

Was sind die Ursachen von Gicht?

Gicht tritt auf, wenn sich Harnsäurekristalle in Deinem Gelenk ansammeln. Dein Körper produziert Harnsäure, wenn er Purine abbaut – Substanzen, die in Deinem Körper natürlicherweise vorkommen. Purine finden sich auch in bestimmten Lebensmitteln wie Fleisch und Meeresfrüchten. Auch andere Lebensmittel wie alkoholische Getränke, insbesondere Bier, und mit Fruchtzucker gesüßte Getränke fördern höhere Mengen an Harnsäure. Normalerweise löst sich Harnsäure in Deinem Blut auf und gelangt durch die Nieren in den Urin. Wenn Dein Körper jedoch zu viel Harnsäure produziert oder die Nieren zu wenig Harnsäure ausscheiden, können erhöhte Konzentrationen an Harnsäure im Blut (Hyperurikämie) anfallen, die zu Harnsäurekristallen in einem Gelenk oder umgebendem Gewebe führen, wodurch die typischen Entzündungszeichen entstehen.

Wo kann Gicht auftreten?

In 50 Prozent aller Fälle tritt ein Gichtanfall am Großzehengrundgelenk auf. Doch prinzipiell können auch andere Gelenke wie Schulter-, Hand- und Kniegelenk betroffen sein.

 

Gicht tritt vermehrt an den Zehen auf

Wer ist am häufigsten von Gicht betroffen?

Männer sind im Durchschnitt häufiger von Gicht betroffen als Frauen. Typischerweise trifft Gicht Männer im mittleren Alter und Frauen nach den Wechseljahren. Vor allem Personen, die unter dem metabolischen Syndrom leiden, neigen zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut. Darunter verstehen Mediziner eine Kombination von Übergewicht, Bluthochdruck, einem gestörten Fett- und Cholesterinhaushalt sowie einem krankhaft gestörten Blutzuckerspiegel.

Welche Formen gibt es bei der Gicht?

Mediziner unterscheiden eine primäre von einer sekundären Gicht.

Bei der primären Form handelt es sich um angeborene Störungen, bei der in den meisten Fällen die Nieren nicht genug Harnsäure ausscheiden. Beim Lesch-Nyhan-Syndrom hingegen kommt es durch einen angeborenen Gendefekt zu einer Überproduktion von Harnsäure, wodurch die Nieren mit deren Ausscheidung überfordert sind. 
Von einer sekundären Gicht sprechen medizinische Experten, wenn erworbene Störungen für einen Überschuss an Harnsäure verantwortlich sind. Darunter fallen Krankheiten wie Leukämie, bestimmte Tumorerkrankungen, ein unbehandelter Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen sowie verschiedene Medikamente (zum Beispiel Zytostatika), Bestrahlungen im Rahmen einer Krebsbehandlung und eine Blutarmut.

Welche Stadien gibt es bei der Gicht?

Im Stadium 1 – asymptomatische Hyperurikämie – liegen erhöhte Harnsäurewerte vor, ohne dass Betroffene Krankheitsbeschwerden zeigen. Im Stadium 2 – akute Gicht – kommt es zum ersten Gichtanfall, der mit starken Schmerzen und extremer Berührungsempfindlichkeit einhergeht. Die Entzündungszeichen klingen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder ab. Das Stadium 3 bezeichnet die Zeitspanne zwischen zwei Gichtanfällen, die sich in unregelmäßigen Abständen wiederholen können. Zwischen den Gichtanfällen treten in der Regel keine Beschwerden auf. Das Stadium 4 – chronische Gicht – ist durch dauerhafte Schmerzen gekennzeichnet, wobei neben Gelenken auch Organe wie die Nieren betroffen sein können.

Was ist ein Gichtknoten?

Bei chronischer Gicht können durch Ablagerungen von Harnsäure sogenannte Gichttophi entstehen. Darunter verstehen Mediziner kleine, schmerzlose Knoten, die sich in der Gelenkinnenhaut, dem Knorpel oder im Knochen nahe den Gelenken und später in der Haut um das Gelenk einlagern. Häufige Lokalisationsstellen sind Finger, Hände, Füße, die Ohrmuschel und der Ellenbogen. Mitunter treten sie auch in den Nieren und anderen Organen auf. Kommt es zum Aufbrechen der Gichtknoten, können diese kalkige Kristallmengen freisetzen, wodurch sich Verformungen an den betroffenen Stellen bilden können.

 

Nicht nur Gelenke, sondern auch die Nieren können durch Gicht Schaden nehmen

Welche konservativen Behandlungsmethoden gibt es?

Eine konservative Behandlung der Gicht beruht auf zwei Säulen: nichtmedikamentöse Maßnahmen und eine medikamentöse Therapie. Nichtmedikamentöse Maßnahmen umfassen Patientenberatung, Ernährungsempfehlung, Krankengymnastik und Ergotherapie.  
Bei einem akuten Gichtanfall kommt zunächst ein entzündungshemmendes Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen zum Einsatz. Als Alternative kann Dein behandelnder Arzt auch andere Wirkstoffe in Tablettenform wie Kortison verschreiben. Weiterhin können kalte Kompressen und eine Kryotherapie zur Linderung der Entzündung beitragen.  
Das Ziel einer Dauertherapie besteht darin, erhöhte Harnsäurespiegel dauerhaft zu senken, um ein Fortschreiten der Gicht dauerhaft zu verhindern. Als harnsäuresenkendes Medikament kommt in den meisten Fällen der Wirkstoff Allopurinol zur Anwendung, der zu einer geringeren Bildung von Harnsäure im Körper führt. Mögliche alternative Wirkstoffe sind unter anderem Probenecid, Febuxostat und Colchicin.

Wann sollte operiert werden?

Eine Behandlungsmöglichkeit größerer Gichttophi besteht in deren operativer Entfernung, die in der Regel unter lokaler Betäubung erfolgt. Dadurch kann eine Beschädigung des Gelenks und der damit einhergehende Verlust der Bewegungsfreiheit verringert werden. 
Bei kleineren Gichttophie, die zu keinen Schmerzen führen oder zu Bewegungseinschränkungen führen, muss nicht zwingend operiert werden, da hierbei oftmals eine medikamentöse Behandlung ausreicht.

Bei chronischer Gicht, bei der einzelne Gelenke bereits stark geschädigt sind, besteht die Möglichkeit, diese durch künstliche Gelenke zu ersetzen. Die Operation erfolgt in der Regel stationär, sodass nach dem medizinischen Eingriff ein mehrtägiger Aufenthalt im Krankenhaus notwendig ist. Postoperativ kann das neue Gelenk zunächst starke Schmerzen verursachen, allerdings ist der Eingriff in den meisten Fällen schmerzloser, als wenn Betroffene weiterhin mit dem kaputten Gelenk leben würden. Eine Bewegungs- und Ergotherapie kann Patienten helfen, mit dem neuen Gelenk umzugehen.

 

Nach einer Behandlung geht es den Betroffenen in der Regel schnell wieder besser

Gibt es auch Hausmittel, welche bei Gicht helfen?

Im Allgemeinen solltest Du bei einem Gichtanfall das betroffene Gelenk so lange ruhigstellen, bis Du keine Beschwerden mehr hast. Zur Linderung von Schmerzen kannst Du kühlende Umschläge verwenden. Dazu genügt schon ein Handtuch, das Du zuvor in kaltes Wasser getränkt hast. Als mögliche Alternative sind auch Quark-Wickel zu empfehlen. Nicht geeignet sind hingegen Eispäckchen, die zu kalt sind und dadurch Hautschäden verursachen können. Eine Kühlung kann mehrmals täglich erfolgen, sollte jedoch nicht länger als zehn Minuten am Stück dauern. Weiterhin können Bäder in warmem Wasser mit Badezusätzen wie Heublumen oder Kamillenblüten Muskeln und Gelenke entspannen. 
Um die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren zu fördern, sind spezielle Tees aus Birkenblättern, Leinsamen oder als Aufguss mit Knoblauchzehen empfehlenswert.

Was sollte ich bei einer Gichterkrankung beachten?

Zwar ist eine erbliche Veranlagung für eine Hyperurikämie weit verbreitet, das Risiko einen Gichtanfall zu erleiden, lässt sich jedoch durch Senkung erhöhter Harnsäurespiegel minimieren. Insbesondere ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, einem Gichtanfall vorzubeugen. Dazu zählen regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Übergewicht und der Konsum von nur geringen Mengen, im Idealfall gar keinem Alkohol. Vor allem solltest Du auf eine gesunde Ernährung achten, die sich durch den Verzehr purinarmer Lebensmittel äußert. Dazu gehören Obst, Gemüse, fettarme Milch und Milchprodukte, Eier und Getreideprodukte. Reduzieren solltest Du hingegen den Konsum von Fleischwaren und Innereien sowie üppige eiweißreiche Mahlzeiten.

Weiterhin raten medizinische Experten, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von zwei bis drei Litern zu achten, wobei geeignete Getränke Leitungs- und Mineralwasser, Tee sowie Kaffee sind. Von gesüßten Getränken ist hingegen abzuraten.
Ziel solcher vorbeugenden Maßnahmen ist es, den Harnsäurewert im Blut von Gichtpatienten, möglichst unter sechs Milligramm pro Deziliter zu halten. Dafür sollten nicht mehr als 500 Milligramm Harnsäure pro Tag und nicht mehr als 3000 Milligramm Harnsäure pro Woche zu sich genommen werden. Spezielle Nährstofftabellen, in denen der Harnsäuregehalt von Lebensmitteln angegeben ist, können Betroffenen bei der täglichen Zusammenstellung ihres Speiseplans helfen.

Kann Gicht vollständig geheilt werden?

Ob die Gicht heilbar ist, hängt von der Form der Gicht ab. Ist die Krankheit angeboren, so kann eine frühzeitige Behandlung den Harnsäurespiegel oft dauerhaft senken und somit Betroffenen zumeist ein normales Leben ermöglichen. Heilbar ist die Krankheit in diesem Fall jedoch nicht. Entsteht der Gichtanfall aufgrund der Ernährung, kann die Krankheit durch eine Anpassung der Lebensweise vermieden werden.

 

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig um Gicht vorzubeugen und die Symptome zu verbessern

Zahlt die Krankenkasse die Behandlungskosten?

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Behandlungskosten. Solltest Du jedoch zu speziellen Behandlungen Fragen haben und Dir nicht sicher sein, ob diese ebenfalls übernommen werden, dann kannst Du Dich jederzeit an unsere Spezialisten wenden.

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Alle wichtigen Informationen zusammengefasst

  • Gicht bezeichnet eine Stoffwechselerkrankung, die durch Ablagerung von Harnsäurekristallen zu schmerzhaften Entzündungen in Gelenken führt.
  • Ursache einer Gicht ist eine erhöhte Konzentration von Harnsäure im Blut.
  • In der Hälfte der Fälle ist das Großzehengrundgelenk von einem akuten Gichtanfall betroffen.
  • Nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen umfassen Patientenberatung, Ernährungsempfehlung, Krankengymnastik und Ergotherapie.
  • Zur Senkung erhöhter Harnsäurespiegel können folgende Medikamente zum Einsatz kommen: Allopurinol, Probenecid, Febuxostat oder Colchicin.
  • Bei starker Schädigung einzelner Gelenke besteht die Möglichkeit, diese operativ durch künstliche Gelenke zu ersetzen.
  • Die Krankenkassen zahlen die Behandlungskosten.

 

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Quellen

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Akute Gicht in der hausärztlichen Versorgung; AWMF-Registernr. 53/032b; Stand: September 2013; http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/053_032bl_S1_akute_Gicht_2014-05.pdf(letzter Zugriff: 14.06.2019)

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie: Gichtarthritis. AWMF-Registernr.: 060/005; http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/060-005l_S2e_Gichtarthritis_2016-08.pdf (letzter Zugriff: 14.06.2019)

Universitätsklinikum Erlangen

 

 

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