10 Fragen zur Eigenfettbehandlung an PD Dr. Farid Rezaeian
Das Thema Eigenfettbehandlung ist seit einigen Jahren aus der Plastischen Chirurgie nicht mehr wegzudenken. Daher haben wir PD Dr. Farid Rezaeian, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, zehn Fragen rund um die Eigenfettbehandlung gestellt! Wo Eigenfett eingesetzt werden kann, wie lange das Ergebnis hält oder was Du vor einer Eigenfettbehandlung beachten solltest, das alles und noch einiges mehr erklärt Dir PD Dr. Farid Rezaeian in diesem Blogbeitrag!

1.   Wo kann Eigenfett angewendet werden?

Generell kann man Eigenfett fast überall einsetzen. Sehr beliebt sind die Regionen im Bereich der Brust, des Gesichts (Wangen, Lider, Lippen, Nase etc.) sowie die Po-Region. Das sind vor allem Bereiche, bei welchen der Volumenmangel oder Volumenverlust im Rahmen des Alterungsprozesses gut vergrößert und ersetzt werden kann. Auch die Behandlung von Narben ist an praktisch jeder Region des Körpers möglich. Mittlerweile kann man sogar offene Wunden mit Eigenfett behandeln. Jedoch muss man erwähnen, dass Eigenfett primär als Volumenauffüllung benutzt wird, bei Narben, Wunden und schlecht heilenden Regionen aber nicht der Volumeneffekt, sondern der regenerierende Effekt der Bestandteile des Fetts im Vordergrund steht.

2.   Wieviel Eigenfett muss für eine Behandlung vorhanden sein?

Dabei kommt es ganz darauf an, welche Region behandelt werden soll und wieviel Volumen erwünscht ist (z.B. welche gewünschte Brustgröße bei einer Brustvergrößerung durch Eigenfett). Daher kann man eigentlich nicht von einer Minimalmenge ausgehen. Dabei ist natürlich offensichtlich, dass man bei einer sehr dünnen Patientin keine signifikante Vergrößerung erreichen kann. Für die Nutzung der regenerierenden Effekte des Eigenfetts (Stammzellen, Wachstumsfaktoren etc.) sind sehr geringe Mengen an Fett notwendig und daher bei praktisch jedem Patienten durchführbar. Zudem ist es natürlich wichtig, dass beim Entnehmen des Fettes (Liposuktion) an der Spenderregion ein ästhetisches Ergebnis hinterlassen wird.

3.   Wie lange hält das Ergebnis einer Eigenfettbehandlung?

Die Überlebensrate des injizierten Fetts sowie die Dauerhaftigkeit des Ergebnisses sind abhängig von der Erfahrung und Fertigkeit des Operateurs, der Methode der Fettgewinnung und Zubereitung aber auch davon wie und wo es injiziert wird. Die Technik der Microfat-Methode ist nach heutigem Stand dabei wahrscheinlich die effektivste. Es ist davon auszugehen, dass im Bereich der Brust in der Regel 50-60% des Fettes dauerhaft verbleibt. Ein Teil des Fettes wird vom Körper nach ca. sechs Monaten resorbiert. Das nach diesem Zeitpunkt verbleibende Volumen bleibt dauerhaft bestehen. In der Region des Gesichts überleben aufgrund der besseren Durchblutung sogar mehr als 70% der injizierten Fettzellen. In Regionen, in denen große Mengen an Fett verpflanzt werden soll (Brust, Poregion) ist nicht selten eine zweite oder dritte Behandlung notwendig, um das gewünschte Volumen dauerhaft zu erreichen.

4.   Wie gut kann das Ergebnis im Vorhinein abgeschätzt werden?

Ein erfahrener Operateur kann gut einschätzen, wieviel an Volumen für die Zielgröße notwendig ist. Jedoch muss auch jeder Patient wissen, dass der Körper bis zur Hälfte das Fett resorbieren kann und dann ist gegebenenfalls ein weiterer Eingriff notwendig. Im Bereich des Gesichts sind Zweiteingriffe seltener notwendig. Die regenerativen Effekte der Fettbestandteile sind meist Späteffekte und können auch erst Jahre danach beobachtet werden. Vor allem auf Narben, Hautfalten sowie Augenringe hat die Injektion der Fettbestandteile einen guten Effekt nachgewiesen.

5.   Was muss ich vor einer Eigenfettbehandlung beachten?

Dein behandelnder Operateur wird Dir im Rahmen einer Sprechstunde den Eingriff genau erklären und Dich durch den Prozess der OP begleiten. Nach einer genauen Anamnese und körperlichen Untersuchung kann Dein Arzt abschätzen, ob Du für eine Eigenfettbehandlung geeignet bist. Idealerweise sollte Dich der Operateur wie bei jedem ästhetischen Eingriff mindestens zwei Mal im Rahmen der Sprechstunde gesehen und alle wichtigen Punkte mit Dir besprochen haben. Die Eigenfettbehandlung gilt generell als ein sehr schonendes Verfahren. Vor der Operation macht Dein Arzt sowohl von der Entnahme- als auch der Empfängerstelle Fotos.

Generell ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme vor und nach der Operation sehr empfehlenswert. Den Nikotinkonsum solltest Du idealerweise circa sechs Wochen vor der Operation beenden, um ein optimale Voraussetzung für Wundheilung und Narbenbildung zu haben. Vor einer Behandlung solltest Du zudem die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten vermeiden (Aspirin, Marcumar, Heparin, NSAR, blutungsfördernde pflanzliche mittel etc.). Bereits vor der Operation solltest Du jemanden organisieren, der Dich nach der Operation abholt und nach Hause begleitet.

6.   Wie läuft eine Eigenfettbehandlung ab?

Abhängig von Region und Art der Fettbehandlung (großes Volumen, kleines Volumen etc.) ist die Operation entweder in lokaler Betäubung oder Vollnarkose durchführbar. Unmittelbar vor der Operation wird Dein Operateur Dich aufsuchen, um die geplante Spender- und Empfängerregion zu markieren und entsprechende Anzeichnungen im Stehen durchführen, damit sowohl die Entnahme als auch das Einspritzen symmetrisch durchgeführt werden kann. Während der Operation überwacht das OP-Team Deinen Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung mittels Monitor. Dein Arzt füllt die Spenderregion mit einer speziellen Lösung auf, um das Fett sanft und blutarm zu entnehmen. Abhängig von der Empfängerregion verwendet der Operateur jeweils eine spezielle Absaugkanüle. Danach wird das gewonnene Fett aufbereitet und über ein geschlossenes System in kleinere Spritzen (in Brust- und Po-Region 10ml Spritze, im Gesicht 1ml Spritze) umgefüllt und dann über spezielle Injektionskanülen in die gewünschte Region (über einen kleinen Schnitt, 3-5mm) gespritzt. Meist wird das Fett über mehrere kleine Schnitte eingespritzt, damit der Arzt das Fett in der Empfängerregion gleichmäßig verteilen kann. Die Narben von Entnahmestelle und Empfängerstelle sind nach einigen Monaten praktisch kaum sichtbar. Nach der Operation wird Dir im Bereich der Fettentnahme eine Kompressionskleidung angezogen und Du kommst zur Überwachung in einen Aufwachraum. Dieser Eingriff kann meist ambulant, was bedeutet, dass Du am gleichen Tag nach Hause darfst, durchgeführt werden.

7.   Wie lange muss ich mich nach einer Eigenfettbehandlung schonen?

Es handelt sich um ein sehr schonendes Verfahren. Je nach Arbeit kannst Du diese bereits nach wenigen Tagen oder einer Woche wieder aufnehmen. Sportliche Aktivitäten können bereits nach drei bis vier Wochen erfolgen. Je nach Menge des entnommenen Fetts solltest Du an der Entnahmestelle Kompressionskleidung für vier bis sechs Wochen tragen.

8.   Ist eine Behandlung mit Eigenfett schmerzhaft? Ist eine Narkose notwendig?

Die Behandlung wird je nach Ausmaß der Fettentnahme entweder in lokaler Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. Sehr schmerzhaft ist die Behandlung an sich nicht. Die Schmerzen an der Entnahmestelle kannst Du mit einem starken Muskelkater vergleichen.

9.   Wann darf eine Eigenfettbehandlung nicht durchgeführt werden?

Bei akuten Infektionen im Bereich der Spender- oder Empfängerstelle, bei Schwangeren und bei Patienten mit unrealistischen Vorstellungen (was für jeden ästhetischen Eingriff gilt) sollte man von einer Eigenfettbehandlung absehen.

10.  Welche Risiken/Komplikationen können während/nach einer Eigenfettbehandlung auftreten?

Glücklicherweise handelt es sich hier um ein sehr schonendes Verfahren, bei welchem nur sehr selten schwerwiegende Komplikationen auftreten. Mögliche Komplikationen sind:
  • Unerwünschte allergische Reaktionen auf die Lokalanästhesie
  • Blutergüsse und Serome (Ansammlung von Wundwasser)
  • Infektion
  • Gefühlsstörungen (vor allem im Bereich der Entnahmestelle)
  • Narben
  • Verletzung von benachbarten Strukturen
  • Unerwünschtes ästhetisches Resultat, welches einer Nachkorrektur bedarf
  • Dellenbildung bei der Fettentnahme

PD Dr. Farid Rezaeian:

Dr. Doris Wallentin - Expertentipp
PD Dr. Farid Rezaeian
PD Dr. Farid Rezaeian ist Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (FMH) in Zürich. Neben seiner medizinischen Tätigkeit in der Clinic Utoquai ist er zudem Privatdozent für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie an der Universität Zürich.

Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Brust- und Nasenchirurgie sowie die Korrektur von missglückten Operationen.


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