Allergien: Was genau passiert dabei in Deinem Körper?
Allergien – Wenn sich Dein Körper gegen harmlose Stoffe richtet

Der Frühling kann so schön sein – das Wetter wird wärmer, die Blumen sprießen in allen Farben, die Vorfreude auf den Sommer steigt. Doch für jeden achten Österreicher ist diese Zeit mit weniger positiven Assoziationen verbunden. Sie leiden unter einer Pollenallergie, besser bekannt als Heuschnupfen, und werden in der Frühlingszeit geplagt von lästigen Symptomen wie Juckreiz, geröteten und tränenden Augen, sowie ständigem Niesen. Doch nicht nur Pollen können für eine Allergie verantwortlich sein, denn auch Lebensmittel oder das Gift von Bienen und Wespen, können zu einer allergischen Reaktion führen. In unserem heutigen Blog haben wir die wichtigsten Informationen für Dich zusammengetragen.

Zwei Millionen Allergiker in Österreich – Doch was genau ist eine Allergie?

Obwohl die Pollenallergie der wohl bekannteste Vertreter unter den Allergien ist, gibt es eine Reihe weiterer Allergie-Arten, deren Symptome mild bis schwerwiegend oder gar lebensbedrohlich verlaufen können. Allergien können sich körperlich je nach Auslöser unterschiedlich äußern. Während Lebensmittelallergien den Verdauungstrakt beeinträchtigen, greift eine Pollenallergie die Atemwege an. Ist die Lunge betroffen, kann es bei einem Asthmaanfall infolgedessen zu einer akut auftretenden Atemnot kommen mit weitreichenden Folgen.

Normalerweise sind typische Allergene, also Stoffe, die Allergien auslösen, wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder bestimmte Nahrungsmittel und Metalle, harmlose Substanzen aus der Umwelt. Doch bei den rund zwei Millionen Allergikern in Österreich kommt es bei Kontakt mit diesen Stoffen zu Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems. Der fremde Stoff wird als gefährlich eingestuft und die Bildung von speziellen Abwehrstoffen, sogenannten Antikörpern, in Gang gesetzt. Dabei werden verschiedene Hormone im Gewebe, vor allem der Botenstoff Histamin, ausgeschüttet. Der große Nachteil hierbei: Histamin ist hauptverantwortlich für die allergischen Symptome.

Der Körper reagiert dabei äußerst schnell!

Bei Kontakt mit Allergenen kommt es innerhalb weniger Minuten bis zu einer Stunde zu allergischen Reaktionen. Dabei können die Allergene über unterschiedliche Wege in Dein System gelangen. Über die Atmung gelangen beispielsweise Pollen von Gräsern, Hausstaub oder auch Sporen von Pilzen in den Körper, über die Haut können allergieauslösende Stoffe wie zum Beispiel, Nickel, gewisse Duftstoffe oder auch Konservierungsmittel in der Kosmetik dazu beitragen, dass eine Allergie ausgelöst wird. Viele Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel allergisch, das gilt ebenfalls für Arzneimittel wie beispielsweise Antibiotika. Aber auch das Gift mancher Insekten, kann zu einer Gefahr werden, denn so können nach einem Stich sehr schnell die Atemwege zuschwellen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Intoleranz?

Unangenehme Begleiterscheinungen werden auch durch Unverträglichkeiten, sogenannte Intoleranzen, hervorgerufen. Dank der laktosefreien Milch im Supermarkt sind diese Lebensmittelunverträglichkeiten mittlerweile in aller Munde. Obwohl einzelne Symptome ähnlich verlaufen können, solltest Du eine Allergie nicht mit einer Intoleranz gleichsetzen. Der entscheidende Unterschied ist, dass Intoleranzen nicht immunologischer Natur sind, sprich das körpereigene Abwehrsystem ist nicht beteiligt, sodass es auch zu keiner Abwehrreaktion kommt. Die Beschwerden, die hauptsächlich mit dem Magen-Darm-Trakt zusammenhängen, wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall, sind zwar durchaus unangenehm und beschränken die Lebensqualität, ziehen aber meist keine lebensbedrohlichen Folgen nach sich.

Stoffwechselstörungen sind Ursache von Unverträglichkeiten. Dem Körper fehlt ein bestimmtes Enzym, um bestimmte Nahrungsmittelbestandteile abzubauen oder aufzunehmen. Im Falle der Laktoseintoleranz wird das Verdauungsenzym Laktase kaum bzw. gar nicht produziert, sodass der in der Milch vorhandene Milchzucker, die Laktose, nicht verdaut werden kann und beim Betroffenen Beschwerden ausgelöst werden. Auch kommt es auf die Dosis an. Reicht bei der Allergie der erstmalige Kontakt mit dem entsprechenden Allergen, so reagiert die unter einer Intoleranz betroffene Person erst ab einer bestimmten Menge des Stoffes.

Mit dem Allergietagebuch die Allergie erkennen

Solltest Du unter den oben genannten Symptomen leiden, dann ist eine Allergie bei Dir wahrscheinlich und es empfiehlt sich, einen Allergologen aufzusuchen. Damit dieser die konkrete Diagnose stellen kann, bedarf es allerdings einer gründlichen Erhebung Deiner Krankengeschichte.
Relevant bei diesem Anamnesegespräch sind nicht nur die Symptome, sondern in welchem Zusammenhang sie auftreten und vor allem wann. Ergänzend hierbei ist das Führen eines Allergietagebuchs, indem Du vermerkst, wann Deine Symptome ansetzen, wie lange sie andauern und wie Du Dich während dieser Zeit ernährt hast oder welchen Umwelteinflüssen Du ausgesetzt warst.

Gewissheit über den Stoff, auf den Du allergisch reagierst, liefert der Pricktest. Unterschiedliche Testsubstanzen, die allergieauslösende Stoffe enthalten, werden auf die zuvor angeritzte Hautschicht der Unterarmbeuge getropft. An der Stelle, an der nach ca. 15- 20 Minuten eine Quaddelbildung oder Juckreiz entsteht, befindet sich der womöglich allergieauslösende Stoff. Zusätzlich kann der Arzt zur Absicherung der Diagnose einen Bluttest anordnen.

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Die berechtigte Frage, die Du Dir als betroffener Patient nun stellst, ist, wie gegen eine Allergie vorgegangen werden kann.

Ein pragmatischer Ansatz für die Behandlung ist das Meiden des Allergieauslösers.
Dies ist allerdings nur bedingt wirksam. Während der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel bei einer Nahrungsmittelallergie besser vereinbar ist, gestaltet sich die Situation bei Allergien gegen Hausstaubmilben, Tierhaaren oder Pollen deutlich schwieriger.

Hier leisten verschiedene Medikamente, die Antihistamine oder Cortison enthalten, Abhilfe.
Verabreicht werden diese als Augentropfen, Nasensprays, Cremes oder in Form von Tabletten.
Eine dauerhafte Allergiebehandlung stellt die Hyposensibilisierung dar. Hier werden nicht nur die Symptome bekämpft, sondern dem Körper werden über einen gewissen Zeitraum (in der Regel innerhalb von drei bis fünf Jahren) allergieauslösende Stoffe injiziert. Das Ziel dieser Impfkur ist, dass sich das Immunsystem an den Fremdstoff gewöhnt und diesen nicht mehr als gefährlichen Eindringling bekämpft, sodass die allergische Reaktion abgemildert wird. Erfolgreich ist die Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen, allergischem Asthma, Insektengift-, Katzenhaar-, sowie bei der Schimmelpilzallergie.

Wichtig ist, dass bei Verdacht auf eine Allergie rechtzeitig ein Arzt konsultiert wird. Nur so kann eine entsprechende Behandlung gewährleistet und einer Verschlechterung der Krankheit entgegengewirkt werden.