Brustkrebs in der Familie - MOOCI
Brustkrebs in der Familie

Diagnose Brustkrebs: Was dies für die Angehörigen bedeutet

Wenn eine Frau die Diagnose Brustkrebs bekommt, ist es nicht nur für sie selbst ein tief sitzender Schock, sondern auch für ihre Angehörigen. Der ganzen Familie steht nun ein steiniger Weg bevor. Doch abgesehen von den Herausforderungen, die man als Familie in nächster Zeit bewältigen muss, taucht die Sorge auf, dass Brustkrebs vererbbar ist. Krebs in Deiner Familie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass auch Du an Krebs erkranken wirst. Wir informieren Dich über den Risikofaktor Vererbung, damit Du weißt, welche Vorsorgeuntersuchungen und Gentests Du machen kannst damit Du Dir weniger Sorgen machen musst, bzw. rechtzeitig Vorkehrungen treffen kannst.

Welche Beratungen gibt es für Familienmitglieder?

Wenn Du befürchtest, dass eine familiäre Neigung zu gewissen Krebsarten besteht, kannst Du eine genetische Beratung in Anspruch nehmen. Dabei werden die prädiktive genetische Testung und die diagnostische Beratung unterschieden. Die genetische Beratung suchen meist Frauen auf, die selbst gesund sind, jedoch eine nahe Angehörige an Brustkrebs oder Eierstockkrebs erkrankt ist. Bei dem Gespräch mit einem Humangenetiker und dem Arzt Deines Vertrauens, wird Dein persönliches Risiko und mögliche genetische Ursachen anhand gewisser Kriterien eingeschätzt. Wenn Dein Erkrankungsrisiko über zehn Prozent beträgt oder Du bereits an Brust/Eierstockkrebs erkrankt bist, kann der Arzt die Bestimmung des veränderten Krebsgens vornehmen. Für jene genetische Beratung ist eine Zuweisung durch einen Kassenarzt notwendig (Verdachtsdiagnose „Familiäres Brust- und Eierstockkrebssyndrom“). In Österreich gibt es fast 80 Brustgenberatungsstellen in allen Bundesländern für persönliche Gespräche mit Fachärzten und psychologischer Begleitung. Wenn Du Dich beraten lassen möchtest, versuche möglichst viele Informationen über Deine Familiengeschichte einzuholen, vor allem über Krebserkrankungen Deiner Blutsverwandten. Nimm auch, falls vorhanden, die Befunde über die Krebserkrankungen Deiner Familie zur Beratung mit.

Wann, wo und wie kann ich mich genetisch testen lassen?

Nach der umfassenden Beratung und der Erfüllung der Testkriterien, kannst Du entscheiden, ob Du eine solche genetische Testung machen lassen möchtest. Wenn ein vermutetes erbliches Risiko bestätigt wird, dann übernimmt die österreichische Sozialversicherung die Kosten für die genetische Untersuchung. Du kannst dazu ein Krankenhaus oder einen Arzt Deines Vertrauens wählen. Die Ärzte führen eine solche genetische Untersuchung mittels Blutabnahme durch. Dabei können Veränderungen in den Genen BRCA1 oder BRCA2 (Breast Cancer Gen = Brustkrebsgen) festgestellt werden. Um zuverlässige Ergebnisse zu liefern, verwenden die Mediziner moderne und erprobte Methoden. Diese Laboruntersuchung dauert ein paar Wochen. Für Patientinnen, bei denen der Gentest Grundlage für die Therapie ist, sind die Wartezeiten verkürzt. Beim ersten Schritt ist es sinnvoll, eine an Brustkrebs erkrankte Frau aus Deiner Familie genetisch zu untersuchen.

Soll ich mich wirklich testen lassen?

Solch ein Gentest sollte gut überlegt sein. Wenn in Deiner Familie also eine Frau an Brustkrebs erkrankt ist und Du befürchtest, den Gendefekt vererbt bekommen zu haben, suche in aller Ruhe eine Brustkrebsberatungsstelle für ein persönliches Gespräch auf. Besprich mit einem Arzt und einem Psychologen Deine Familiengeschichte und möglicherweise können sie Dir sogar Entwarnung geben. Achte jedoch gut darauf, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen oder besprich mit Deinem Frauenarzt, wie Du Deine Brust selbst richtig nach Veränderungen abtasten kannst. Bitte bedenke bei solch einem Gentest, dass sich das Ergebnis und die Erkenntnis nicht mehr rückgängig machen lassen. Das Wissen über den möglichen Gendefekt kann sowohl Dein psychisches Wohlbefinden und Deine Familienplanung beeinflussen, als auch von Deinen Angehörigen. In den Beratungsstellen erklären Dir Fachärzte und Psychologen in einem persönlichen und einfühlsamen Gespräch Deine Situation und zeigen Dir Deine Möglichkeiten auf. Nimm Dir auch die Zeit, Dich mit Deiner Familie ausführlich zu beraten.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich daran erkranke?

Wenn Deine Mutter/Schwester/Großmutter/Tante oder eine andere, nahe, weibliche Angehörige an Brustkrebs erkrankt ist, mache Dir bitte keine übereilten Sorgen – das bedeutet nicht automatisch, dass Du dieses veränderte Gen vererbt bekommen hast und auch daran erkranken wirst! Obwohl in einigen Familien Brustkrebs oder Eierstockkrebs gehäuft auftritt, sind nur circa fünf Prozent aller Krebserkrankungen durch Veränderungen im menschlichen Erbgut bedingt. Die überwiegende Mehrheit aller Brustkrebserkrankungen ist also nicht auf genetische Ursachen zurückzuführen.

 

Quellen:

Pink Ribbon

Brustgenberatung

Krebshilfe

Planet-Wissen

 

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