Die Behandlung einer Brustfehlbildung – mit einem Eingriff zum neuen Lebensgefühl

Es ist ein heikles Thema – Brustfehlbildungen. Viele Frauen leiden darunter und nur wenige trauen sich darüber zu sprechen. Denn eine straffe, wohlgeformte Brust ist für die Selbstempfindung von Weiblichkeit und Attraktivität von großer Bedeutung. Für ein irreguläres Aussehen schämen sich die Betroffenen häufig, womit ein stark vermindertes Selbstbewusstsein einhergeht. Neben der psychischen Belastung können aber auch physische Begleiterscheinungen, wie Haltungsschäden, auftreten.

Fehlbildungen an der Brust können vielfältig sein und sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten. Angefangen bei einfachen Asymmetrien bis zum Fehlen der gesamten Brust. Meist entsteht das Problem in der Pubertät. Wir stellen Euch heute die häufigsten Fehlbildungen und die Möglichkeiten einer Korrektur vor.

Die tubuläre Brust

Bei der tubulären Brust, auch als Schlauchbrust bekannt, handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung. Die schlauchartige Form entsteht durch die Unterentwicklung des vorderen Teils der Brust. Häufig sitzt zudem die Unterbrust zu hoch und die Brustwarzen sind stärker ausgebildet.

Wie die Korrektur der tubulären Brust erfolgt, ist abhängig vom Schweregrad der Fehlbildung. Entweder führt der Chirurg eine einfache Brustvergrößerung mit Implantaten durch oder er muss diese mit einer Bruststraffung und einer Brustwarzenkorrektur kombinieren.

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Hängebrüste – Die Mastoptose

Hängebrüste entstehen durch das Absinken des Drüsenkörpers. Sie treten meist im höheren Alter beziehungsweise nach einer Schwangerschaft auf.  In der Regel spricht man von einer Mastoptose, wenn die Brustwarze sich unter der Brustfalte befindet. Die Ausdehnung der Haut, sowie ein schwaches Bindegewebe sind dafür verantwortlich. Der Effekt wird durch besonders große natürliche Brüste, wie auch durch schwere Implantate begünstigt.

Hängebrüste kann ein Chirurg in der Regel gut mit einer Bruststraffung beheben. In manchen Fällen ergänzt er diese durch eine Brustverkleinerung oder den Einsatz von Implantaten.

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Asymmetrische Brüste – Die Anisomastie

So wie jeder Mensch einen minimal längeren Fuß hat, sind auch kleine Asymmetrien der weiblichen Brust durchaus üblich und mit dem bloßen Auge kaum erkennbar. Sind die Brüste jedoch stark unterschiedlich groß, spricht man von einer Anisomastie.

Eine Korrektur ungleicher Brüste erfolgt entweder durch eine Brustvergrößerung der Kleineren oder durch die Brustverkleinerung der Größeren. Häufig ist eine Kombination beider Methoden oder mit einer Bruststraffung von Nöten.

Unterentwickelte Brüste – Die Mikromastie

Eine proportional betrachtet auffällig kleine Brust nennt man in Fachkreisen Mikromastie. Sie kann sowohl genetisch bedingt sein, als auch aus extremer Gewichtsabnahme oder Hormonstörungen resultieren. Hier ist eine klassische Brustvergrößerung mit Implantaten empfehlenswert, da dadurch eine Steigerung um mehr als ein Körbchen möglich ist.

Überentwickelte Brüste – Die Makromastie

Die Makromastie bildet das Gegenteil zur Mikromastie. Es handelt sich um besonders überproportionierte Brüste. Hier spielen besonders physische Probleme eine wichtige Rolle. Die Patientinnen leiden häufig unter Rücken- und Schulterschmerzen, weshalb Krankenkassen die Kosten für eine Brustverkleinerung manchmal tragen.  

“Zusammengewachsene“ Brüste – Die Symmastie

Bei der Symmastie handelt es sich um eine Fehlbildung, die meist Folge einer Brustvergrößerung ist. Dabei scheint es, als ob die Brüste am Brustbein zusammengewachsen wären. Die Ursache ist eine seltene Komplikation, die sogenannte Dislokation der Implantate. Dabei wandern diese in die Brustmitte. In manchen Fällen kann die Fehlbildung auch angeboren sein.

Zumeist ist eine operative Behandlung der Symmastie möglich. Bei fehlplatzierten Implantaten kann der ästhetische Chirurg diese einerseits dauerhaft entfernen, wobei dadurch natürlich das Ergebnis der Brustvergrößerung wieder rückgängig gemacht wird.  Andererseits kann er die Implantate gegen neue austauschen. Um einer erneuten Symmastie vorzubeugen, fällt die Wahl meist auf kleinere oder schmälere Implantate.  

Eine fehlende Brust – Die Amastie

Die Amastie, umgangssprachlich auch Amazonen Syndrom genannt, bezeichnet ein völliges Fehlen einer oder beider Brüste. Das bedeutet, das sowohl der Brustdrüsenkörper als auch die Brustwarze nicht ausgebildet sind. Ähnlich wie bei einer Rekonstruktion nach einer Tumorerkrankung, kann zum Aufbau der Brust Eigengewebe zum Einsatz kommen. Manchmal ist auch eine Kombination mit Implantaten erforderlich.  

Eine zusätzliche Brust – Die Polymastie

Die Polymastie entfaltet sich erst in der Pubertät vollständig. Eine oder mehrere zusätzliche Brüste entstehen entweder entlang der Milchleiste oder in Richtung der Achselhöhle. In der Regel treten dadurch zwar keine körperlichen Beschwerden auf, die psychische Belastung ist jedoch besonders groß.

Die überflüssige Brustdrüse kann der Arzt in einem operativen Verfahren entfernen. Wenn diese sehr nahe an der regulären Brust liegt, kann eine zusätzliche Formkorrektur notwendig sein.  

Das Poland-Syndrom

Beim Poland-Syndrom handelt es sich um eine Krankheit, die mit Fehlbildungen in Muskeln und Skelett des Menschen einhergeht. Die Namensgebung geht auf einen englischen Chirurgen zurück, der diese im 19. Jahrhundert entdeckte.

Die nicht oder kaum vorhandene Brust entsteht durch das gänzliche oder teilweise Fehlen des Brustmuskels. Meist weist obendrein die Brustwarze optische Veränderungen, wie eine stärkere Pigmentierung, auf.

Wie die Korrektur von Statten gehen soll, ist vom individuellen Erscheinungsbild der Betroffenen abhängig. Sowohl Brustvergrößerungen mit Implantaten, als auch mit Eigenfett, oder Eigengewebe kommen zum Einsatz. Gelegentlich auch in Kombination mit einer Straffung der gesunden Brust.

Wissenswertes zum Eingriff

Triff die Entscheidung für den Eingriff nicht leichtfertig und lass Dich ausführlich beraten! Wie vor jeder Operation solltest Du auf Alkohol, Zigaretten und blutverdünnende Medikamente etwa eine Woche vorher verzichten. Mit der richtigen Ernährung kannst du Deinem Körper zusätzlich etwas Gutes tun und ihn optimal auf den Eingriff vorbereiten.

Die Korrektur der soeben erläuterten Fehlbildungen erfolgt meistens unter Vollnarkose, gelegentlich ist aber auch ein Dämmerschlaf ausreichend. Ob ein Klinikaufenthalt von ein bis zwei Tagen notwendig ist, hängt von der Schwere des Eingriffs ab. Häufig ist es möglich noch am Tag der Operation nach Hause zu gehen. Meistens bist Du nach sieben Tagen wieder gesellschafts- und arbeitsfähig (Bürotätigkeiten). Auf anstrengende körperliche Betätigungen und Sport solltest Du in der Regel für zwei bis sechs Wochen verzichten.

Über weitere Nachsorgemaßnahmen, sowie Komplikationen und etwaige Risiken der unterschiedlichen Eingriffe, wird Dich Dein Arzt ausführlich informieren.  

Unser Expertentipp:

 

Prof. Dr. med. Nestor Torio - Expertentipp
Prof. Dr. med. Nestor Torio, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

 

“Die verschiedenen Formen und Ausprägungen von Brustfehlbildungen machen eine pauschale Therapielösung unmöglich. Da der Befund bei jeder Patientin sehr unterschiedlich sein kann,  wird bei jedem einzelnen Fall eine individuelle Behandlung benötigt. Es ist extrem wichtig, dass der behandelnde Chirurg sich ausreichend Zeit für eine körperliche Untersuchung mit anschließender ausführlicher Aufklärung und Beratung nimmt.  Weiter muss er in der Lage sein, der Patientin gegebenenfalls mit Hilfe von Bildmaterial beziehungsweise eines 3D-Simulationsprogramms zu demonstrieren, wie das Operationsergebnis mit den resultierenden Narben aussehen kann. Dies ist extrem wichtig, damit die Patientin eine Vorstellung davon bekommt, wie sich die Operation an ihrem Körper auswirken wird. Anschließend sollte die Patientin ausreichend Bedenkzeit haben, um entscheiden zu können, ob sie diesen wichtigen Schritt machen möchte oder nicht.

Eingriffe zur Korrektur von Brustfehlbildungen können teilweise sehr komplex und herausfordernd sein. Aus diesem Grund sollten diese ausschließlich durch erfahrene und hoch spezialisierte Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchgeführt werden, die alle Operationstechniken beherrschen und eine hohe Fallzahl dieser Operationen nachweisen können. Ist dies gewährleistet, sind nach diesen Eingriffen Komplikationen extrem selten und die Ergebnisse in den überwiegenden Fällen sehr zufriedenstellend.”

 

Wie viel kostet die Korrektur einer Brustfehlbildung?

Da die unterschiedlichen Fehlbildungen verschiedene Operationsmethoden bedingen, ist es kaum möglich einen pauschalen Preis zu nennen. In der Regel beginnen die Kosten für einen operativen Eingriff an den Brüsten bei 4.000 Euro.

In manchen Fällen wird die Krankenkasse die vollen oder zumindest einen Teil der Kosten übernehmen. Als Grund kann die Beeinträchtigung der physischen Gesundheit dienen. Ebenso bei einer Polymastie, wenn die Entfernung der zusätzlichen Brust als präventive Maßnahme aufgrund eines erhöhten Brustkrebsrisikos erfolgt.

Die Korrektur von Brustfehlbildungen nochmal zusammengefasst.

  • Brustfehlbildungen können bei betroffenen Frauen zu physischen und psychischen Problemen führen. Eine Korrektur kann ein neues Lebensgefühl vermitteln.
  • Es treten viele unterschiedliche Arten auf, meistens entstehen sie in der Pubertät.
  • Die Korrektur erfolgt meist in einem operativen Eingriff unter Vollnarkose. Dabei kommen die Techniken einer Brustvergrößerung, Brustverkleinerung und Bruststraffung zum Einsatz, häufig auch in Kombination.
  • Die Kosten für die Operation starten bei 4.000 Euro, gelegentlich kommt die Krankenkasse dafür auf.

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