Schädliche Inhaltsstoffe in der Kosmetik
Schädliche Inhaltsstoffe in der Kosmetik

Du pflegst Deine Haare, Haut und Nägel tagtäglich mit unterschiedlichen Produkten, die Du aus der Kosmetikindustrie empfohlen bekommst. Die Anzahl an angebotenen Produkten ist endlos geworden, genauso wie die Liste an Inhaltsstoffen, bei denen Du Dich sicher auch schon oft gefragt hast, was sie eigentlich bedeuten und, ob das, was Du auf Deine Haut sprühst oder schmierst nicht doch gesundheitsschädigende Komponenten beinhaltet. Daher soll Dir der folgende kurze Überblick helfen ab jetzt zu wissen, worauf Du achten musst und was Du eher meiden solltest.

Parabene

Parabene sind antibakterielle und fungizide Stoffe, sie töten also Bakterien und Pilze ab und verhindern, dass die Produkte schnell verderben, weshalb sie in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie gerne als Konservierungsmittel eingesetzt werden. So weit, so gut. Allerdings gerieten Parabene in der Vergangenheit zunehmend in Verdacht, hormonell wirksam zu sein und dadurch bestimmte Krebsarten, wie beispielsweise Brustkrebs, zu begünstigen. Als Folge wurden mehrere Studien durchgeführt, die die tatsächlich gesundheitsschädigende Wirkung einschätzen sollten. Hier zeigte sich, dass Paraben nicht gleich Paraben ist. Die Verbindungen Propylparaben und Butylparaben haben sich als risikoreichste herausgestellt und wurden 2015 von der EU-Kommission in Kinder-Kosmetikprodukten verboten, in anderen Kosmetika gilt eine Höchstkonzentration von 0,8%. In Folgegesetzen wurde der Einsatz weiterer Parabene in Pflegeprodukten verboten beziehungsweise Höchstkonzentrationsgrenzen eingeführt.

Wer Parabene ganz meiden möchte, sollte auf Naturprodukte ausweichen, stets die Inhaltslisten studieren und auf Bezeichnungen wie Methyl- und Ethyl-, Propyl- und Butylparaben achten!

Paraffine

Paraffine sind Kohlenwasserstoffverbindungen, die aus Erdöl gewonnen werden. Sie haben glanz- und filmbildende, wasserabweisende und schützende Eigenschaften und werden daher in verschiedenen Formen, wie beispielsweise Öl oder festes Wachs, als Basisstoff von Salben, Cremes, Lotionen oder im Lippenbalsam verwendet, da sie die Glanzbildung der Haut fördern und die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützen. Die Verwendung von Paraffinen hat allerdings neben dem offensichtlich umweltbelastenden Effekt durch die Erdölgewinnung und –Verarbeitung außerdem bei übermäßiger Anwendung auch für die Haut negative Folgen. Denn Paraffine reichern sich leicht in der Haut an und verstopfen die Poren, wodurch sie nur unzureichend mit Nährstoffen versorgt werden kann. Nach momentanen offiziellen EU-Verordnungen wird Paraffin als nicht gesundheitsschädlich eingestuft. Bei Lippenstiften und –Pflegeprodukten werden allerdings nur mehr mineralölhaltige Substanzen verwendet, die strengen Qualitätskriterien entsprechen, da die Gefahr des Verschluckens und Eindringens in den Magen-Darm-Trakt besteht.

Möchtest Du allerdings dennoch auf paraffinhaltige Produkte vollständig verzichten, achte auf folgende Bezeichnungen für die Substanzen in der Inhaltsliste:
Mineral Oil, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina,

Aluminiumsalze / Aluminium Chloride

Aluminiumsalze sind chemische Verbindungen, die vor allem in Antitranspirantien Anwendung finden, da sie die Eigenschaft haben, die Poren der Haut durch Veränderung von Proteinen zu verengen, wodurch die Schweißproduktion gehemmt wird. Grundsätzlich ja bei hohen Temperaturen, Stress und Gedränge in der U-Bahn eine tolle Sache. Doch steht die Substanz immer wieder in Verdacht, gesundheitsschädigende Wirkungen mit sich zu bringen. So ist es zum einen erwiesen, dass Aluminiumsalze die Haut reizen und zu Entzündungen der Drüsen bis hin zu Ekzemen und allergischen Reaktionen führen können. Vor allem bei durch tägliche Rasur oder Sonnenbrand stark geschädigter Haut können diese unerwünschten Effekte leicht auftreten. Zum anderen steht die Substanz immer wieder in Verdacht menschliche Östrogenrezeptoren zu verändern und dadurch die Entstehung von Brustkrebs zu begünstigen. Eine solche allein durch Antitranspirantien hervorgerufene Wirkung konnte allerdings bisher nicht bestätigt werden, vielmehr scheint die übermäßigeVerwendung zu einer generellen Erhöhung des Aluminiumgehalts im Körper (der auch durch Aufnahme über Trinkwasser, Gemüse und Obst zustande kommt) beizutragen und sollte daher vermieden werden.

Grundsätzlich wird in der Kosmetikindustrie zwischen Antitranpirantien, die durch Aluminiumsalze die Schweißbildung hemmen, und Deodorants, die durch die Anwendung von antibakteriellen Wirkstoffen die unangenehme Geruchsentwicklung unterbinden, unterschieden, was die Wahl des richtigen Produkts vereinfachen würde. Häufig werden allerdings beide Arten gemischt und als „Deo“ bezeichnet. Achte daher auch hier immer auf die Inhaltsstoffe auf der Rückseite, um den Aluminiumsalzen aus dem Weg zu gehen!

Silikone

Silikone sind synthetische Substanzen aus Silizium und Sauerstoff, die heutzutage ein enormes Anwendungsfeld haben, so auch die Kosmetikindustrie. Hier werden sie vor allem in Shampoos und Hautcremes eingesetzt, da sie sich wie ein feiner Mantel auf Haut und Haar legen und für ein geschmeidig weiches und glattes Gefühl sorgen. Zwar bringen sie keine gesundheitsschädigenden Effekte mit sich, führen aber durch die Schutzschichtbildung dazu, dass Haut und Haare darunter nur mangelhaft mit Nährstoffen versorgt werden und daher austrocknen. Neigst Du also ohnehin schon zu trockener Haut, versuche auf Produkte ohne Silikone auszuweichen!

Duftstoffe

Dass man sich nach einer erfrischenden Dusche und der Verwendung von Shampoo, Balsam, Haut- und Gesichtscreme nicht nur sauber fühlen, sondern auch gut riechen möchte, versteht sich von selbst. Dass Duftstoffe, die in nahezu jeder Creme oder Duschlotion, in jedem Deo, Make-up-Produkt oder Parfum enthalten sind, aber auch häufige Allergene sind, die bei etwa jeder 10. Person zu allergischen Reaktionen mit Hautausschlägen, Juckreiz, Husten, tränenden Augen und Schwellungen führen, ist dabei die negative Seite des Ganzen. Grundsätzlich gibt es tierische, pflanzliche und synthetische Duftstoffe, das allein sagt aber noch nichts darüber aus, ob eine allergische Reaktion eher entwickelt wird oder nicht.

Das wissenschaftliche Beratungskomitee der Europäischen Union (SCCNFP) hat bisher 26 Duftstoffe gefunden, die als besonders Allergie auslösend eingestuft werden. Darunter fallen beispielsweise Cinnamal (Zimtaldehyd), das häufig Lippenstiften, Zahnpasten oder Mundspülungen beigesetzt wird, Farnesol, das häufig in Deos eingesetzt wird, Eichen- und Baummoos (Evernia prunastri bzw. Furfuracea), die in Rasierwassern zur Anwendung kommen, oder Linalool. Achtung: Da einige dieser 26 besonders allergenen Duftstoffe pflanzlichen Ursprungs sind, können sie durchaus auch in Naturkosmetikprodukten vorkommen. Solltest Du also bei einem bestimmten Produkt wiederholt unerwünschte Reaktionen zeigen, ist es wichtig, an eine solche Duftstoff-Allergie zu denken und sie gegebenenfalls auch ärztlich bestätigen zu lassen.
Nun solltest Du gut gewappnet sein, wenn Du das nächste Mal auf der Suche nach Kosmetikprodukten bist!

 

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