Sommer, Sonne, Urlaub und Reiseapotheke!
Sommer, Sonne, Urlaub, Reiseapotheke!

Die Sommermonate stehen vor der Tür und damit auch die Urlaubszeit. Die Vorfreude steigt mit den Temperaturen – wer will da schon an Erkrankungen am Urlaubsort denken? Doch gerade um die schönste Zeit des Jahres so entspannt wie möglich zu gestalten, geben wir Dir hier die wichtigsten medizinischen Ratschläge für die nächste Reise mit auf den Weg.

Was muss ich vor der Reise unbedingt beachten?

Wie sehr Du Dich vor der Reise vorbereiten musst, hängt vor allem von Art und Ziel Deiner Reise ab. Soll es in ein tropisches Land gehen? Dann ist es ratsam, vorher Informationen über notwendige Impfungen und Hygienestandards in diesen Ländern einzuholen. Unter Umständen können Impfungen gegen Krankheiten wie Hepatitis, Typhus, Cholera, Gelbfieber, Tollwut oder Meningokokken nötig werden. Welche Impfungen Du genau für welches Land brauchst, erfährst Du am besten in Tropeninstituten oder Ordinationen für Reise- und Tropenmedizin. Diese erstellen dann gemeinsam mit Dir einen Plan und führen die Impfungen durch. Die Kosten hierfür musst Du bei privaten Urlauben selbst übernehmen, bei beruflichen Reisen trägt diese der Arbeitgeber. Spätestens sechs Wochen zuvor solltest Du beginnen, da manche Impfungen mehrmals verabreicht werden müssen. Mit dem internationalen Impfpass, den man dort kostenlos bekommst, kannst Du Deine Impfungen überall auf der Welt nachweisen. Deshalb sollte er auf jeden Fall mit ins Gepäck.

Gerade wenn Dein Reiseziel weit entfernt ist und Dir eine lange Zeit im Flugzeug oder Bus bevorsteht, kann noch etwas anderes gefährlich werden: Die sogenannte Reisethrombose, die Bildung von Blutgerinnseln, tritt vor allem bei stundenlangem Sitzen ohne Bewegungsmöglichkeiten auf. Sie betrifft meist die Unterschenkel, da in den Kniekehlen Venen durch die Sitzposition abknicken können und so das Blut nicht mehr ungehindert abfließen kann. Auf Flugreisen solltest Du deshalb regelmäßig aufstehen und im Sitzen Deine Füße bewegen, damit regst Du den Blutfluss an. Das gilt auch für das Tragen von Stützstrümpfen, auch wenn sich diese kurz unangenehm anfühlen können. Da sich Gerinnsel besonders leicht bei dickflüssigem Blut bilden, ist es außerdem wichtig, auf der Reise regelmäßig Wasser zu trinken. Ob Du zu einer Hoch-Risikogruppe gehörst und deshalb zuvor eine Heparin-Spritze benötigst, besprichst Du am besten mit Deinem Hausarzt. Falls Du einen sehr sportlichen Aktivurlaub planst, kannst Du Dich dort auch körperlich durchchecken lassen, um keine unnötigen Risiken einzugehen. Vor allem das Herz-Kreislauf-System kann nämlich empfindlich auf allzu schnelle und schwere Belastung reagieren.

Was muss in meine Reiseapotheke?

Aber nun zur Reiseapotheke: Ein gut ausgewählter Medikamentenvorrat schützt Dich im Urlaub vor unnötigen, im Zweifel teuren Arztbesuchen und hilft Dir, die häufigsten Reisekrankheiten selbst zu behandeln. Daher ist es ratsam, vor Antritt der Reise eine auf Dein Reiseziel zugeschnittene Medikamentenliste zu erstellen, im Zweifelsfall gemeinsam mit einem Arzt.

Enthalten sollte Deine Reiseapotheke auf jeden Fall folgende Arzneigruppen:

  • Medikamente gegen Schmerzen und Fieber
  • Medikamente bei Husten und Schnupfen (bei Flugreisen auf jeden Fall Nasenspray, zur Erleichterung des Druckausgleichs)
  • Medikamente gegen Reiseübelkeit, Reisekrankheit und Durchfall
  • Medikamente gegen Sodbrennen und Verstopfung
  • Antiallergene Medikamente
  • Antibakterielle und befeuchtende Augentropfen
  • Fieberthermometer
  • Sonnencreme und After-Sun-Lotion
  • Zur Wundversorgung: Desinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe, Verbandsmaterial, Einmalhandschuhe, Pinzette
  • Mücken-Repellentien
  • Abschwellende Salbe bei Mückenstichen
  • Eventuell Malaria-Prophylaxe bei Reisen in Malariagebiete
  • Eigene Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen
  • Elektrolyte als Ersatz bei Durchfall (zum Beispiel Natrium oder Kalium)

 

Fahren Kinder mit, musst Du zusätzlich noch auf die Verabreichungsform (kindgerecht sind Zäpfchen bzw. Saft) und auf die altersentsprechende Dosierung achten.

Reiseapotheke vergessen! Und jetzt?

Falls die Reiseapotheke aber doch zu Hause geblieben ist, kann man bei leichten Erkrankungen durchaus in Apotheken vor Ort gehen. Allerdings ist darauf zu achten, dass diese offiziell als Apotheken gekennzeichnet sind. Außerdem unterscheiden sich die Medikamentennamen häufig von Land zu Land, deshalb solltest Du den Medikamenten-Wirkstoff nennen, also beispielsweise Ibuprofen oder Penicillin.

Wenn Du im Ausland trotz allem einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen musst, kann das mitunter ganz schön teuer werden. Abhilfe schafft eine Auslandskrankenversicherung. Aber nicht immer ist es notwendig, diese abzuschließen. Gerade bei Reisen in andere Länder der Europäischen Union und in die Schweiz brauchst Du in der Regel keine Versicherung. Denn mit ihrer Krankenversicherungskarte können Betroffene hier ohne andere Konditionen Ärzte und Krankenhäuser aufsuchen. Der sogenannte EU-Ausweis befindet sich im Normalfall auf der Rückseite der Versichertenkarte. Falls nicht, solltest Du Dir vor Reiseantritt einen Anspruchsschein bei Deiner Krankenkasse besorgen. Außerdem bestehen Sozialversicherungsabkommen mit den Ländern Bosnien Herzegowina, Mazedonien, Türkei, Montenegro, Serbien und Tunesien. Das bedeutet, dass für EU-Versicherte hier ein medizinischer Leistungsanspruch besteht. Auch den hierfür benötigten Auslandskrankenschein bekommst Du von Deiner Krankenkasse. Allerdings sind privat abrechnende Ärzte in der Regel von diesen Vereinbarungen ausgenommen. Im Zweifelsfall ist es daher sinnvoll, bei der Versicherung anzurufen und sich über die genauen Übernahmekonditionen zu informieren. Zu beachten ist außerdem, dass die Heimat-Versicherungen in den meisten Fällen keinen Rücktransport nach Hause bezahlen, was bei schwereren Erkrankungen oder Unfällen durchaus zum Problem werden kann.

Bei Reisen in außereuropäische Länder und Länder ohne Versicherungsabkommen ist es in jedem Fall ratsam, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Sonst muss nämlich die komplette Behandlung privat bezahlt werden. Krankenversicherungen bieten in den meisten Fällen zusätzliche Auslandsverträge für weniger als zehn Euro pro Person an, für Familien liegt der Betrag oft noch niedriger. Allerdings besteht der Versicherungsschutz zwar für beliebig häufige Urlaube, aber nicht für längere Auslandsaufenthalte. Deshalb solltest Du Dich bei Abschluss über die Dauer des Auslandsschutzes informieren. Wenn Deine Erkrankung Deine Urlaubszeit überschreitet, kannst Du Dich übrigens auch im Ausland krankschreiben lassen. Die Voraussetzungen hierfür kannst Du im Notfall bei Deiner Krankenkasse erfragen.

Tipp: Lege immer eine Kopie Deiner wichtigen Unterlagen, wie beispielsweise Deiner Versicherung, in einem Safe ab, oder behalte diese als Scan bei Deinen Mails oder in der Dropbox, denn so bist Du auch bei einem möglichen Diebstahl auf der sicheren Seite!

Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen und hier bleibt nur noch eines zu sagen: Wir wünschen Dir einen schönen Urlaub!