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Was tun bei Herpes?

Jeder hat schon davon gehört und einige waren auch davon betroffen: Lippenherpes – auch Fieberblasen und Herpes labialis genannt. Dabei entstehen mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf den Lippen. Diese Infektion ist zumeist harmlos, aber sehr unangenehm. Wir klären Dich auf, was Du dagegen tun und wie Du Dich davor schützen kannst und zeigen Dir einige Hausmittel gegen die lästigen Bläschen.  

Was ist Herpes?

Lippenherpes ist eine Infektion, die durch das Herpes-Simplex-Virus (HSV) verursacht wird. Der Ausbruch äußert sich durch leichtes Brennen, Juckreiz, Schmerzen, ein Spannungsgefühl oder Kribbeln auf den Lippen oder um den Mund. Es kann auch die Nasen- und Kinngegend betreffen. In der viralen Phase sind die Virenkonzentration und die Ansteckungsgefahr besonders hoch. Es bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Nach den ersten drei Tagen ist die virale Belastung fast komplett abgeklungen. Die Wundheilungsphase dauert in etwa eine Woche und es besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Die Wunde bildet eine Kruste und heilt ab. Achtung: Lippenherpes (HSV-1) ist nicht mit Genitalherpes (HSV-2) zu verwechseln!

Ursachen der Fieberblasen

Etwa 90 Prozent aller Menschen tragen das Lippenherpes-Virus in sich, jedoch bekommen nur circa 20 Prozent der Personen regelmäßig Fieberblasen. Dabei sind Frauen und Männer in jedem Alter gleich betroffen. Wir erkranken oft schon in Kindertagen an dem Herpes-Virus, ohne dass wir davon etwas wissen. Es schlummert im Körper, bis es durch verschiedene Faktoren ausbricht. Der Herpes Ausbruch ist meist die Folge von psychischem oder körperlichem Stress sowie grippalen Infekten. Übliche Auslöser sind somit ein schwaches Immunsystem, eine Erkältung, Fieber (daher die Bezeichnung Fieberblase), Allergien, Stress, Erschöpfung, Menstruation, Hormone (vermehrter Ausbruch in der Schwangerschaft) und Sonnenstrahlen, UV-Licht.

Behandlung der Infektion

Bislang gibt es noch keine präventive Impfung und keine Therapie, die das Virus im Körper vernichtet. Fieberblasen kannst Du jedoch symptomatisch mit antiviralen Cremes, Gels oder Salben aus der Apotheke gut behandeln. Diese trägst Du mehrmals auf die betroffene Stelle auf. Bei häufigem Auftreten und schweren Verläufen von Fieberblasen solltest Du einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Dir mit einer systemischen, virusstatischen Behandlung mit Tabletten weiterhelfen. Auf keinen Fall solltest Du die Herpes-Bläschen öffnen oder die Kruste abkratzen!

Achtung Ansteckungsgefahr

In der viralen Phase bei nässenden Fieberbläschen ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch. Die Viren überleben nur sehr kurze Zeit außerhalb des Körpers und werden durch direkten Hautkontakt oder Schmierkontakt übertragen. Küssen und die gemeinsame Nutzung von Geschirr, Besteck, Handtüchern und Lippenstiften solltest Du dringlich vermeiden. Wenn Du die Heilsalbe auf die Fieberblase aufträgst, wasche Dir vorher und nachher gründlich die Hände und vermeide zusätzlichen Hautkontakt mit der betroffenen Stelle.

Fieberblasen können wiederkehren

Das Lippenherpes-Virus HSV-1 dringt in der Regel über die Mundschleimhaut in den Körper ein und wandert über die Nervenfasern zum Ganglion trigeminale, einer Verzweigung des Gesichtsnervs. Das Virus bleibt nun für das restliche Leben in den Nervenwurzeln mit der Bereitschaft aktiv zu werden (Reaktivierung).

Hausmittel schaffen Abhilfe

Das eine oder andere dieser Hausmittel hast Du bestimmt in Deinem Badezimmer- und Küchenschrank daheim und kannst damit die Dauer und Intensität des Lippenherpesausbruches stark reduzieren.

  • Manuka-Honig hat durch den hohen Methylglyoxal-Gehalt eine antimikrobielle, antivirale und antibakterielle Wirkung. Er wirkt entweder präventiv oder unterstützt die Wundheilung.
  • Teebaumöl wirkt antibakteriell, desinfizierend und kann im Anfangsstadium sogar verhindern, dass Herpes-Bläschen entstehen. Tupfe das Öl mit einem Wattestäbchen sanft auf die Lippen.
  • Auch Eiswürfel helfen präventiv, bevor Bläschen entstehen, da sie den Viren die Vermehrung erschweren. Drücke das Eis etwa eine halbe Minute in einem Küchentuch auf die betroffene Stelle.
  • Das Öl der Zitronenmelisse reduziert schnell Rötungen, Schwellungen und hindert das Herpes-Virus daran, in die Zellen einzudringen und sich dort zu vermehren. Der positive Effekt der Zitronenmelisse gegen Herpes ist wissenschaftlich bewiesen.
  • Hochprozentiger Alkohol desinfiziert und entzieht der Haut durch Verdunstung Wärme, wodurch der Juckreiz gelindert wird.
  • Schwarzer Tee wirkt durch seinen hohen Anteil an Tannin antiviral, desinfizierend und kann die Ausdehnung der betroffenen Stelle begrenzen. Lass den Teebeutel in heißem Wasser ziehen und einige Minuten abkühlen, ehe Du ihn auf Deine Lippen legst.
  • Der Saft der Aloe Vera Pflanze gilt als Wundermittel der Hautkrankheiten. Du kannst Aloe Vera Gel auf die Lippen auftragen und somit die Heilungsdauer verkürzen.

 

Achtung:
Zahnpasta wurde früher gegen Herpes verwendet, hat jedoch keine medizinische Wirkung und kann den Ausbruch sogar verschlimmern. Sollte sie Zink enthalten, kann sie die Entzündung lindern – wir raten Dir dennoch von diesem Hausmittel ab!

Fieberblasen richtig abdecken

Die Herpes-Bläschen einfach mit einem schönen Lippenstift überdecken – darf ich das?!
Offene Bläschen bitte nie überschminken! Diese entzünden sich schneller, heilen langsamer und Deinen Lippenstift müsstest Du dann entsorgen, da dieser mit dem Virus verunreinigt ist. In der Apotheke und in der Drogerie gibt es durchsichtige Herpespflaster. Mit diesem Trick kannst Du Deine Herpes-Bläschen verstecken. Reinige und trockne Deine Lippen, drücke das Pflaster vorsichtig fest und nun kannst Du wie gewohnt Deinen Lippenstift oder Dein Make-up auftragen.

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