Wenn Wasser zum Feind wird – die Wassernesselsucht

Unser Körper besteht zu mehr als 50 Prozent aus Wasser. Ohne Wasser würden wir nicht lange überleben. Umso abwegiger klingt es, wenn man hört, dass Menschen auf Wasser allergisch reagieren. Es gibt aber tatsächlich Menschen, die verbrennungsähnliche Hautauschläge bei Kontakt mit Wasser bekommen. Um was es sich genau handelt, was die Symptome dafür sind und was Betroffene dagegen tun können, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

Aquagene Urtikaria:

Auch bekannt als Wasserurtikaria oder Wassernesselsucht ist eine sehr seltene Erkrankung, bei der die Haut reagiert, sobald sie mit Wasser in Berührung kommt. Egal ob sie sich waschen, sich im Regen bewegen oder der eigene Schweiß – es kann zu heftigen Abwehrreaktionen der Haut kommen. Trinken können die Betroffenen meist nur mit einem Strohhalm, sobald das Wasser im Körper ist, stellt es aber kein Problem mehr dar.

Die Ursachen:

Derzeit zählt man die Wassernesselsucht zu den Allergien, jedoch ist dies aus medizinischer Sicht nicht ganz richtig. Allergien kennzeichnet grundsätzlich die Ausschüttung des Neurotransmitters Histamin, welcher für die charakteristische Abwehrreaktion verantwortlich ist. In den meisten Fällen wird die Wassernesselsucht nicht mit Histamin in Verbindung gebracht. Es handelt sich also eher um eine dermatologische Reaktion der Haut, beim Kontakt mit Wasser, vergleichbar mit einer Chlorallergie.

Die Symptome:

Je nach Fall können sich die Symptome stark voneinander unterscheiden. Die Patienten reagieren meist innerhalb von 15 Minuten nach Kontakt mit Wasser. Es bilden sich weiße Bläschen an den Berührungspunkten, welche häufig mit einem verbundenen Juckreiz auftreten. Auch Rötungen und Schwellungen wurden bei den Betroffenen festgestellt.

Nicht jede Art von Wasser muss diese Symptome hervorrufen, einige Patienten reagieren nur auf Regen- oder Meerwasser. Andere bekommen Ausschläge und Rötungen selbst nach dem Duschen.

Die Diagnose und Behandlung:

Um die Wassernesselsucht diagnostizieren zu können, muss der Arzt einige Tests durchführen. Zum einen werden den Betroffenen lauwarme Kompressen aufgelegt, die zuvor mit Wasser getränkt wurden. Sollte es zu einer Reaktion der Haut kommen, so kann der Arzt die Diagnose stellen. Bisher konnte bei einigen Patienten im Laufe der Jahre eine deutliche Besserung der Krankheit festgestellt werden.

Die Symptome der Wassernesselsucht können mithilfe von Medikamenten relativ gut behandelt werden, allerdings kann eine vollständige Heilung dadurch nicht erfolgen.
Wenn sich die Aquagene Urtikaria auf die Ausschüttung von Histaminen zurückführen lässt, so kann eine Therapie mit Antihistaminika erfolgen. Dabei schwächen die Wirkstoffe des Medikaments die Wirkung des im Körper ausgeschütteten Histamins.

Patientengeschichten:

Die Erkrankung ist äußerst selten, angeblich sind weltweit derzeit nur 35 Personen davon betroffen. Traurige Berühmtheit erlangte die Wassernesselsucht zum ersten Mal vor über drei Jahren. Die damals 17-jährige Alexandra Allen bemerkte mit zwölf Jahren während des Familienurlaubs Veränderungen ihrer Haut. Nachdem sie sich im Swimming-Pool erfrischen wollte, juckte ihr gesamter Körper. Zunächst dachte jeder an eine Chlorallergie, doch durch eigene Recherche im Internet wies sie ihren Arzt auf die seltene Krankheit hin und plötzlich ergaben alle Symptome einen Sinn. In einem Interview erklärte sie, wie sehr die Wassernesselsucht sie im Alltag einschränke. Oftmals kann sie nur im Bett liegen, da die Schmerzen und der Juckreiz so stark sind.

Die jüngste Patientin die an aquagener Urtikaria erkrankt ist, ist Ivy Angerman aus dem US-Bundesstaat Minnesota. Nachdem ihre Eltern sie badeten, fing das Mädchen plötzlich an zu schreien und ihr ganzer Körper war stark gerötet, ähnlich wie nach einer Verbrennung. Die Eltern dachten zuerst an eine allergische Reaktion auf den Badeschaum, den sie in das Wasser gegeben hatten. Nach mehreren Tests beim Arzt folgte dann die Schockdiagnose: Wassernesselsucht. Derzeit bekommt die kleine Ivy Antihistamie, um die Nesselsucht etwas zu lindern.

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